Das Trainerverhör mit Gürsel Duygulu

Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Der FC-Trainer erklärt, warum er vom Vereinsvorstand enttäuscht ist und warum der Gladbecker Fußball sein Leben ist.

Provokant: Wie schwer ist es, den FC Gladbeck zu trainieren?

Das ist wirklich eine gute Frage. Es ist nämlich wirklich schwer die Truppe zu trainieren, denn viele Spieler oft keine Zeit haben zu trainieren wegen ihrer Arbeit beispielsweise. Andere dagegen kommen nur, wenn sie Lust haben. Wir versuchen wieder dahinzukommen, dass das Training Spaß macht und die Beteiligung deutlich besser wird.

Nachgehakt: Wie erklären Sie sich die schwankenden Leistungen?

Ich kann sagen, dass die schwankenden Leistungen auch wieder auf die mangelnde Trainingsbeteiligung zurückzuführen sind, denn ohne Training können wir schließlich nichts Vernünftiges einstudieren. Außerdem muss jede Mannschaft unbedingt konditionell topfit sein, um etwas erreichen zu können. Das ist immer die Grundbasis, die bei uns dadurch fehlt. Aus all dem kann so letztendlich keine Konstanz entstehen.

Kurzanalyse: Beschreiben Sie die Stärken und Schwächen ihres Teams mit jeweils einem Satz.

Unsere Stärken waren sicherlich unsere Abwehrarbeit und das Mittelfeld. Vorne im Sturm müssen wir dagegen deutlich besser werden. Das wird doppelt schwer, da uns unser Topstürmer Cambaz verlässt.

Zukunftsvision: Wie lange bleiben Sie noch Trainer des FC Gladbeck?

Das weiß keiner so genau. Es wurden bisher überhaupt keine Gespräche dahingehend geführt. Ich versuche hier wieder etwas aufzubauen, aber ohne Zusammenarbeit mit einem vernünftigen Vorstand, ist das schwer. Wir haben nun allerdings viele neue Spieler beim Training gehabt, die wir auf- und einbauen wollen.

Ehrlich: Wovon sind Sie enttäuscht? Worauf stolz?

Enttäuscht bin ich wirklich teilweise vom Vorstand, der uns teils nicht unterstützt. Ich kenne den FC seit ungefähr 14 Jahren und die Entwicklung ging bergab. Stolz bin ich aber auf die Jungs, die immer wieder gekommen sind und auf uns gehört haben. Außerdem sind die 20 erreichten Punkte wirklich gut für uns, da es unser Ziel gewesen ist, nicht abzusteigen.

Beenden Sie noch den folgenden Satz: Der Gladbecker Fußball ist für mich ...

… mein Leben, denn ich bin mit dem Gladbecker Fußball groß geworden und er war mir immer sehr wichtig.