Das aktuelle Wetter NRW 12°C
Jahresrückblick

Bei den Giants fließen Tränen

30.12.2010 | 15:32 Uhr
Bei den Giants fließen Tränen
Am Ende half alles reden nicht: Die Giants des TV Gladbeck stiegen aus der Zweiten Liga ab. Foto: Meinert

Gladbeck.Münster, Samstag, 17. April. Nadine Kerksick schaute zur Seite, Katharina Friedrich weinte, während Anna Marschollek versuchte, sie zu trösten. Und Jutta Hoppe blickte enttäuscht ins Leere.

Ein paar Minuten zuvor hatten die Giants des TV Gladbeck beim USC Münster II mit 0:3 verloren. Damit stand der Abstieg aus der Zweiten Bundesliga fest.

Nach nur einer Saison mussten sich die Gladbeckerinnen schon wieder aus der zweithöchsten Spielklasse verabschieden. Es war ein schmerzhafter Abschied, es war ein schmerzhafter Abstieg. Denn am Ende fehlten dem Team von Trainer Waldemar Zaleski läppische zwei Punkte. Zähler, die die Giants locker hätten holen können in einer Meisterschaftsrunde, in der sich fast alles gegen den TVG verschworen zu haben schien.

Zu Saisonbeginn setzte es ein paar Niederlagen, einige hohe Pleiten waren darunter, aber auch einige vermeidbare, äußerst knappe. Und als die Mannschaft um Kapitänin Gina Gatzmanga sich endlich in der höheren Spielklasse akklimatisiert zu haben schien, schlug die Schweinegrippe zu.

Der Aufsteiger aus dem Westen beantragte eine Spielverlegung. Die Deutsche Volleyball-Liga stellte sich mit Verweis auf ihre Statuten jedoch stur. Um nicht noch eine empfindliche Geldstrafe zu kassieren und um sich später nicht vorwerfen zu lassen, nicht alles versucht zu haben, um die Klasse zu halten, fuhr der TVG grippe- und stark ersatzgeschwächt gen Norden zum Mitabstiegskandidaten Kieler TV. Die aus Spielerinnen der ersten und der zweiten Mannschaft zusammengewürfelte TVG-Formation kämpfte tapfer, letztlich aber blieb ihr der Lohn versagt.

Dennoch gaben Zaleskis Damen nicht auf. Sie präsentierten sich in der Rückrunde deutlich verbessert und erzwangen das Abstiegsendspiel in Münster. Im Fernduell mit dem 1. VC Norderstedt war am letzten Spieltag die Ausgangslage klar: Der TV Gladbeck musste gewinnen. Denn daran, dass der punktgleiche 1. VC seine Heimpartie gegen die bereits abgestiegenen Kielerinnen gewinnen würde, zweifelte beim TVG niemand. Und Norderstedt gewann. Weil Gatzmanga & Co. zeitgleich unterlagen, flossen bei den Giants Tränen der Enttäuschung.

Andreas Packeisen, Geschäftsführer der Volleyball-Abteilung des TV Gladbeck, flüchtete sich derweil in Galgenhumor. „Vielleicht“, gab er in Münster zu bedenken, „können wir ja über einen Event-Quotient in der Liga bleiben. Was die Heimspiel-Veranstaltungen angeht, sind wir mindestens auf Platz drei.“

Tatsächlich hatte sich der TV Gladbeck bei den Zweitliga-Partien in der Artur-Schirrmacher-Halle mächtig ins Zeug gelegt. Packeisen & Co. hatten eine Treffpunkt-Atmosphäre schaffen wollen und wurden diesem Anspruch gerecht. Cheerleader, Hallensprecher und ein Catering, das keine Wünsche offenließ - das Drumherum war ohne Wenn und Aber Zweitliga-reif. Gleiches gilt für das Publikum, das den Giants eigentlich immer den Rücken stärkte.

Thomas Dieckhoff

Facebook
 
Kommentare
30.12.2010
21:49
Bei den Giants fließen Tränen
von Pater Proster Echinald | #1

ja nächstes jahr seid ihr ja wieder da.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4113839/create

Aktuelle Fotos und Videos
Kreisliga A
Bildgalerie
Fußball
Aufstieg
Bildgalerie
Handball
Heimsieg
Bildgalerie
Fussball-Bezirksliga
Heimsieg
Bildgalerie
Fussball
Aus dem Ressort
SV 13 und VfL ziehen positive Bilanz
Schwimmen Deutsche...
Die Schwimmer des SV 13 und des VfL zogen nach den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Magdeburg jeweils eine positive Bilanz.
BV Rentfort II verliert in Beckhausen
Fußball Kreisliga A
In der Kreisliga A verlor der BV Rentfort II bei SuS Beckhausen 05 mit 1:3 (0:1). Die Gastgeber waren die bessere Mannschaft und holten verdient die drei Punkte.