Auch faires Grätschen wird in Gladbeck nun geahndet

Die neuen Futsal-Regeln dürften nicht verhindern, dass Emotionen bei den Hallenstadtmeisterschaften mitspielen. Unser Bild zeigt eine Szene aus dem vergangenen Jahr mit dem aufgebrachten SVZ-Torwart Dennis Grüger (re.).
Die neuen Futsal-Regeln dürften nicht verhindern, dass Emotionen bei den Hallenstadtmeisterschaften mitspielen. Unser Bild zeigt eine Szene aus dem vergangenen Jahr mit dem aufgebrachten SVZ-Torwart Dennis Grüger (re.).
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Die Gladbecker Fußballvereine haben entschieden: Bei der Hallen-Stadtmeisterschaft 2015 wird nach den Futsal-Regeln gekickt.

Gladbeck..  Die Trainer und Betreuer der Gladbecker Fußballvereine haben entschieden: Bei der Hallen-Stadtmeisterschaft 2015, die von Freitag bis Sonntag, 9. bis 11. Januar, in Rentfort-Nord ausgetragen wird, wird nach den Futsal-Regeln gekickt. Bei einem Treffen, zu dem die Fachschaft Fußball geladen hatte, sprachen sich 18 Vertreter für die neuen und nur neun für die bisher geltenden Regeln aus.

28 Mannschaften treten an

Fußball oder Futsal, also die Fifa-Variante des Kicks in der Halle – diese Grundsatzfrage stellte sich im Hotel Gasthaus Alte Post den Übungsleitern und Obmännern der Gladbecker Klubs nicht. „Es wurde bereits entscheiden, dass nicht mit dem Futsal Ball gespielt wird. Des Weiteren wird wieder mit Banden gespielt“, hieß es nämlich ausdrücklich in der Einladung der Fachschaft, die Andreas Knittel auf den Weg gebracht hatte. „Das Spiel hat durch die Banden“, betonte Fachschaftsleiter Volker Dyba bei dem Treffen noch einmal, „eindeutig an Attraktivität gewonnen. Ich hoffe, dass wir auch in Zukunft mit Banden spielen können.“ Bisher will der westfälische Verband das nur noch zwei Jahre lang erlauben, danach soll Futsal gespielt werden. Was in Gladbeck auf erbitterten Widerstand stoßen wird. Dyba nach der Veranstaltung zur WAZ: „Wir werden uns mit Händen und Füßen wehren, wenn sie uns die Banden wegnehmen wollen.“

Nachdem die Schiedsrichter-Lehrwarte Marcel Neuer und Stefan Tendyck die Futsal-Regeln in einer Powerpoint-Präsentation kurz vorgestellt und Trainer wie Andre Marcussen (SG Preußen Gladbeck) oder Sören Schürer (SV Zweckel II), deren Teams bereits nach diesen Regeln gekickt haben, ihre Erfahrungen mitgeteilt hatten, stimmten die anwesenden Übungsleiter und Betreuer ab. Und siehe da: Die große Mehrheit sprach sich für die Futsal-Regeln aus.

Was wird also neu sein, wenn ab Freitag 28 Teams (Erst-, Zweitmannschaften, A-/B-Junioren) in der Halle Rentfort-Nord an der Enfieldstraße ihre neuen Titelträger ermitteln? Die vielleicht wichtigste Änderung betrifft das Grätschen. Jegliches Grätschen, jedes seitliche Hereinrutschen und jedes Tackling im Zweikampf ist ab sofort nicht mehr erlaubt. „Soweit ich mich erinnere, wurde in Gladbeck immer viel gegrätscht“, so Schiedsrichter-Lehrwart und Schiedsrichter Stefan Tendyck. Es könnte also gerade zu Beginn der Stadtmeisterschaft durchaus viele Pfiffe der Unparteiischen geben.

Fünf Meter Abstand

Zudem ist nunmehr bei Ab-, Eck- und Freistößen ein Abstand von fünf statt bisher drei Metern einzuhalten, ferner wird der Ball nach Seitenaus nicht mehr eingerollt, sondern eingekickt. Darüber hinaus gilt nun die vier-Sekunden-Regel. Sie besagt, dass nach jeder Unterbrechung das Spiel innerhalb von vier Sekunden fortgesetzt werden muss. Zudem sind nun die Zeitnehmer verpflichtet, bei Unterbrechungen in der letzten Minute einer Partie die Uhr anzuhalten.

Die Gladbecker Fußballer betreten damit am Freitagabend Neuland. Und nicht nur sie, sondern auch die Schiedsrichter. Bei den Hallentitelkämpfen in Gelsenkirchen, die am vergangenen Sonntag im Schürenkamp zu Ende gingen, wurde nämlich noch nach den bisher geltenden Regeln gespielt. Damit auch die Zuschauer wissen, was Sache ist, wird die Fachschaft in der Halle Rentfort-Nord Plakate mit den Regeländerungen aufhängen.