Zurück in die 2. Bundesliga
26.12.2010 | 17:49 Uhr 2010-12-26T17:49:00+0100
Schalke.Der Judo-Club Koriouchi ist nur eines von zahlreichen traurigen Gelsenkirchener Sport-Beispielen der vergangenen Jahre – vom Top-Sport in die Bedeutungslosigkeit. Innerhalb von nur zwei Jahren sind die Judoka von der 2. Bundesliga in die Oberliga durchgereicht worden. Doch von Resignation oder gar Aufgabe ist nichts zu spüren.
„Es wird so oder so ein Neuaufbau sein“, sagt Koriouchi-Präsident Erhan Baz. So oder so heißt, dass auch noch ein kleiner Funken Hoffnung besteht, trotz des letzten Tabellenplatzes 2011 in der Regionalliga kämpfen zu dürfen. Der Name dieser Hoffnung ist der PSV Duisburg, „der eigentlich in der Regionalliga starten möchte, aber die Finanzen nicht hat“, sagt Erhan Baz, der nun mit seinem Team ein wenig im Dunkeln tappt. „Wir hätten gerne frühzeitig Planungssicherheit gehabt“, sagt er. Zumal sich die Koriouchi-Verantwortlichen zumindest um das Geld nicht zu sorgen brauchen. Da sieht es sogar besser aus als in der vergangene Saison. „Wir haben“, sagt der 40-Jährige, „ein paar neue Sponsoren finden können.“
Und so hätte der JC Koriouchi auch die Möglichkeit, seine Mannschaft zu verbessern. Abhängig von der Klasse. „Für die Oberliga würde es ein, zwei Verstärkungen geben, aber keine Hochkaräter“, sagt Erhan Baz, um den Regionalliga-Fall gleich anders zu formulieren. „Dann müssten wir zwei, drei Gute holen.“
In der kommenden Saison stehen für den JC Koriouchi in der Judo-Oberliga fünf Kampftage auf dem Programm. Am 8. Mai heißen die Gegner JG Münster, JC Langenfeld und TSV Bayer 04 Leverkusen II, am 25. Juni Victoria Mülheim und Sport-Union Annen III, am 10. Juli (Sonntag) JC Hennef und JV Siegerland, am 24. September in Gelsenkirchen SV Friedrichsfeld und PSV Bochum sowie am 8. Oktober 1. JC Mönchengladbach II und JJJC Yamanashi Porz.
Am Ziel für 2011 lässt Erhan Baz nämlich keinen Zweifel: Aufstieg in die Regionalliga, zumindest zurück in die Drittklassigkeit. Das soll jedoch nicht alles sein. „Spätestens in drei Jahren wollen wir zurück in der 2. Bundesliga sein“, sagt der Koriouchi-Chef. Und diese Mannschaft, die jetzt da steht, kehrt mal so eben in die Regionalliga zurück? „Für die Oberliga reicht es“, sagt Erhan Baz und glaubt, dass ein Jahr in der Viertklassigkeit für den Klub gar nicht mal so schlecht sei. „Die Jugendlichen an die Senioren heranzuführen, ist in der Oberliga einfacher“, sagt er. Dort könnten sich die jungen Koriouchi-Kämpfer besser präsentieren, vor allem erfolgreicher. „In der Regionalliga“, sagt Erhan Baz, „haben sie doch keinen Bock, weil sie nur den Arsch voll kriegen.“
Entwickeln sollen sich die jungen Kämpfer auch mit der Gewissheit, das eine oder andere Trumpf-Ass weiterhin im Team zu wissen. Die Niederländern werden auch alle für 2011 gemeldet. Sogar Schwergewichtler Willy Bilstra (+100 kg), der ja inzwischen zum Inventar gehört, in der vergangenen Saison aber nur am ersten Kampftag da war, wird für den JC Koriouchi in der Oberliga auf die Matte gehen? „Wenn’s ihm gerade passt, wird er dabei sein“, sagt Erhan Baz. „Wir können nicht auf ihn zählen, aber wenn er da ist, ist er eine Bank.“ Zumal sich am finanziellen Anreiz durch die Ligen-Zugehörigkeit nichts ändert. „Das ist“, sagt der Koriouchi-Boss, „nach wie vor lukrativ.“
Seinen Optimismus für eine bessere Zukunft des JC Koriouchi schöpft Erhan Baz auch daraus, dass sich der Verein neu aufgestellt habe und andere Wege gehe. Dazu gehört das monatliche Treffen des Vorstandes, der dabei auch auf die Unterstützung des ehemaligen Präsidenten Reinhard Woelk baut, aber auch eine Veränderung in der Nachwuchs-Abteilung. „Wir müssen es für Kinder attraktiver machen, unten anfangen“, sagt er und setzt große Hoffnung in die neue Jugendleiterin Nina Skala.
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