Zum Scoren geboren

Aufbauspieler Trevin Parks lässt sich nur schwer aufhalten.
Aufbauspieler Trevin Parks lässt sich nur schwer aufhalten.
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Was wir bereits wissen
Am vergangenen Samstag ist es passiert. Trevin Parks, der US-Boy in Reihen der Basketballer des FC Schalke 04, hat beim 120:71 in Wulfen seinen 500. Korberfolg in dieser Saison in der 1. Regionalliga erzielt. Bei bislang 19 Einsätzen und nunmehr 524 Punkten kommt er damit auf einen Schnitt von über 27 Punkten.

Gelsenkirchen..  Am vergangenen Samstag ist es passiert. Trevin Parks, der US-Boy in Reihen der Basketballer des FC Schalke 04, hat beim 120:71 in Wulfen seinen 500. Korberfolg in dieser Saison in der 1. Regionalliga erzielt. Bei bislang 19 Einsätzen und nunmehr 524 Punkten kommt er damit auf einen Schnitt von über 27 Punkten. Eine beeindruckende Quote, die kein anderer Akteur in dieser Spielklasse vorweisen kann.

„Trevin ist zum Scoren geboren, er hat das Scoring-Gen in sich“, meint sein Trainer Raphael Wilder. Dieses Gefühl hat Trevin Parks auch. Er sagt: „Vielleicht ist mir das Scoren in die Wiege gelegt worden. Unser Coach vertraut mir, und das gibt mir das nötige Selbstvertrauen, um den Abschluss zu suchen.“

Der 23 Jahre alte Amerikaner ist ohne Zweifel der am spektakulärsten spielende Basketballer in Reihen des FC Schalke 04. Er ist der Leader des Teams. Die Klasse des 1,80 Meter großen Aufbauspielers ist unbestritten, auch wenn ihm von so manchem bescheinigt wird, hin und wieder zu eigensinnig zu agieren.

Diesen leisen Ansatz von Kritik möchte Schalkes Nummer 14 nicht unwidersprochen so stehen lassen. „Von der Mannschaft werde ich zum Scoren aufgefordert, auch im Match“, betont er. „Natürlich weiß ich, dass ich noch einiges besser machen kann. Daran arbeite ich.“ Raphael Wilder wird ihn dabei unterstützen. „Trevin ist ein sehr guter Profi. Er ist einfach ein Rookie, einer, der sehr lernwillig ist“, sagt er. „Er muss sein Spiel jedoch noch flexibler gestalten, wenn er ein sehr guter Aufbauspieler werden will.“

Schalke ist Trevin Parks‘ erste Station außerhalb der Vereinigten Staaten. Er kam in Hickory in North Carolina zur Welt und spielte vor dem Sprung über den großen Teich in der NCAA Division II für die Golden Bulls. „Trevin hatte fast ein Jahr, bevor er zu uns stieß, nicht gespielt, aber trotzdem sehr hart trainiert“, sagt Raphael Wilder. „Wir haben uns vor seiner Verpflichtung einige Male lange unterhalten. Ich hatte stets einen guten Eindruck von ihm.“

Seit etwas mehr als einem halben Jahr lebt der US-Boy jetzt in Gelsenkirchen. „Mir gefällt es hier sehr gut“, bestätigt Trevin Parks. „Diese Stadt ist perfekt für mich. Keine riesengroße Stadt, ähnlich wie Hickory. Ich bin sowieso nicht der Ausgehtyp.“ Gemeinsam mit Javier Nasarre und seit kurzem mit Patrick Carney bildet er eine Wohngemeinschaft im Erler Norden, von wo aus er es nicht allzu weit hat zu den Trainingseinheiten in der Mühlbachstraße und in der Vinckestraße.

Trotzdem gibt es etwas, was er im Ruhrgebiet sehr vermisst: seine Familie. „Sie ist ein großer Teil meines Lebens“, sagt er. „Ich war noch nie so lange getrennt von ihr. In den USA sind wir viel zusammen gewesen. Jetzt nutzen wir E-Mail, Twitter und die anderen sozialen Medien, um miteinander zu kommunizieren. Meine Eltern freuen sich immer, wenn sie Spiel-Ausschnitte von mir auf der Schalker Facebook-Seite zu sehen bekommen.“ Über Weihnachten und Neujahr hatte Trevin Parks die Gelegenheit, für elf Tage in die Heimat zu jetten und seine Familie zu besuchen.

Die Basketball-Mitspieler sind für Trevin Parks ansonsten so etwas wie eine Ersatz-Familie. Deshalb hält er es nicht für ausgeschlossen, dass er auch in der nächsten Saison königsblau tragen wird. „Die Möglichkeit besteht“, sagt er. Sein Vertrag läuft im Sommer aus. Alles Weitere wird sein Agent für ihn regeln.

Andererseits lässt er auch keinen Zweifel daran, dass er Schalke als ein Sprungbrett sieht, um in einer höheren Spielklasse zu landen. „Schalke 04 ist in Deutschland und in ganz Europa bekannt, alleine schon wegen des Fußballs“, bekräftigt Trevin Parks. „Deshalb sehe ich diese Saison auf Schalke auch für mich als eine große Chance an.“ Sollte er weiterhin so treffen wie bisher, wird er sich keine Sorgen um einen Arbeitgeber in der kommenden Saison machen müssen.