Wieder ein königsblaues Talent

Hannah Olschar spielt mit ihren 14 Jahren Dank einer Doppellizenz sowohl bei den Damen des FC Schalke 04 in der Landesliga als auch für die Metropol Girls in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga.
Hannah Olschar spielt mit ihren 14 Jahren Dank einer Doppellizenz sowohl bei den Damen des FC Schalke 04 in der Landesliga als auch für die Metropol Girls in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nicht nur bei den Fußballern wird gute Nachwuchsarbeit geleistet. Die 14-jährige Hannah Olschar vom FC Schalke 04 gehört zu den hoffnungsvollsten Talenten in der Basketball-Szene.

Gelsenkirchen..  Basketball gehört zu den Sportarten, die vor allem bei ganz jungen Menschen immer populärer werden. Auch Mädchen gehen verstärkt mit dem zumeist orangenen Leder auf Korbjagd. Außergewöhnlich gerne und auch außergewöhnlich gut macht das die vor kurzem erst 14 Jahre alt gewordene Hannah Olschar vom FC Schalke 04, die seit Beginn dieser Saison dank einer Doppellizenz auch für die Metropol Girls spielen darf.

Die Metropol Girls, das ist eine aus Citybasket Recklinghausen und VfL Astrostars Bochum bestehende Spielgemeinschaft, ergänzt mit jungen Talenten aus Borken, Dorsten und Gelsenkirchen. Der Kern dieser Mannschaft besteht aus zwölf Spielerinnen der Jahrgänge 1999 und 2000. Hannah Olschar ist die Jüngste und gleichzeitig das einzige Mädchen aus Gelsenkirchen. Sie hat sich über die Try Outs für das in der WNBL spielende Team empfehlen können. WNBL – das steht für Weibliche Nachwuchs-Basketball-Bundesliga.

Die Jüngste, das ist Hannah Olschar auch in der ersten Damen-Mannschaft des FC Schalke 04 in der Landesliga. Und das mit deutlichem Abstand. „Meine älteste Mitspielerin ist 33 Jahre alt“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Dank einer Sondererlaubnis und eines ärztlichen Attestes darf Hannah Olschar ebenfalls seit dieser Saison in dieser Altersklasse mitmischen.

„Hannah ist sehr diszipliniert, sehr ruhig und weiß sehr gut, wie sie sich richtig auf dem Spielfeld zu verhalten hat“, sagt ihr Schalker Trainer Dhnesch Kubendrarajah. „Und sie ist sehr ehrgeizig.“ Bereits in ihrem ersten Spiel bei den Damen traf Hannah zweistellig.

Angefangen mit dem Basketball hat sie mit acht Jahren. Zwei Jahre später wechselte sie zum FC Schalke 04, wo sie unter den Trainern Nils und Tristan Lücke bis einschließlich U14 mit den Jungs zusammenspielte - und sich stets durchsetzte. Ab der U16 dürfen Jungs und Mädchen nicht mehr gemeinsam in einer Mannschaft spielen. Deshalb erfolgte im vergangenen Sommer der Wechsel sofort zu den Damen und zu den Metropol Girls.

Mit den Metropol Girls können die Auswärtsfahrten manchmal ganz schön weit sein. Die WNBL ist in vier regionale Gruppen eingeteilt. Für die Mädchen aus dem Ruhrgebiet geht es deshalb auch nach Osnabrück und nach Neuss. Vielleicht müssen die Mädchen bald noch weiter reisen, nämlich dann, wenn sie die Playoffs erreichen sollten. Die ersten vier Teams jeder Gruppe qualifizieren sich hierfür. Dann könnte auch Berlin auf dem Plan stehen. Die von Frank Konstandt und Marcel Hauschild trainierten Metropol Girls rangieren, obwohl sie in dieser Saison in der Findungsphase sind, bei noch drei ausstehenden Spielen an fünfter Stelle.

Hannah Olschars Leistungen haben sich bis zu den Kader-Trainern herumgesprochen. Sie gehört dem westdeutschen Landeskader der 25 besten Mädchen des Jahrgangs 2000 an. Ihre Freizeit ist mit Basketball gut gefüllt, zumal am Wochenende nicht selten zwei Spiele auf dem Programm stehen. Außerdem trainiert sie montags und mittwochs in Recklinghausen sowie freitags auf Schalke.

„Wenn das mit der Schule weiter so gut läuft, ist das alles okay“, sagt Markus Olschar über seine Tochter, die eine Realschule in Recklinghausen besucht. Zusammen sind sie bei den Heimspielen der ersten Herren-Mannschaft des FC Schalke 04 in der 1. Regionalliga oft auch auf der Tribüne in der Sporthalle an der Erler Mühlbachstraße anzutreffen.

Was ihre sportliche Zukunft anbetrifft, hat Hannah Olschar für ihr Alter erstaunlich reife Vorstellungen. „Ob es später für eine höhere Spielklasse reicht, wird man sehen. Wichtig ist, gesund zu bleiben“, sagt sie. „Basketball ist mein absolutes Hobby. Ich möchte diese Sportart auch dann noch betreiben, wenn ich irgendwann berufstätig sein werde.“ Selbst wenn sie auf ihrem Gebiet eine große Karriere starten sollte: reich wird sie dadurch vermutlich nicht, und das wiederum unterscheidet sie ganz deutlich von ihren gleichaltrigen männlichen Vereinskollegen aus der Fußball-Abteilung.