Westfalia ist Herr im Haus

Bismarck..  „Rot ist ruhig und spielt Fußball“, rief Westfalias Trainer Holger Gehrmann seinen in rot gekleideten Spielern zu. Es war nicht das einzige Mal, dass er versuchte, seine Spieler zu beruhigen. Beim Platzderby gegen ETuS Bismarck ging es hektisch zu. Man merkte den Spielern den Willen, zumindest für die nächsten Monate die Nummer eins am Trinenkamp zu sein, an. Diesen Titel darf nun die dank des 6:1-Sieges Westfalia 04 in Anspruch nehmen.

Die Westfalia begann druckvoll, Furkan Madenci (2.) und Christopher Krämer (7.) vergaben früh die Chance zur Führung. Trotzdem musste sich die überlegene Westfalia nicht lange gedulden. Furkan Madenci setzte sich auf der rechten Seite durch und schob den Ball ins Tor (16.). Auch das 2:0 ließ nicht lange auf sich warten. Einen Pass von der Mittellinie verlängerte Michel Sieckelmann mit dem Kopf auf Batuhan Van, der den Ball ins Netz beförderte (23.).

Das Spiel wurde nun etwas hitziger, es nahm Derbycharakter an. Ein vermeintliches Foul an einem ETuS-Spieler wurde nicht gepfiffen, kurz darauf foulte Celil Cevik genau vor den Trainerbänken. Sofort sprangen alle Leute auf beiden Bänken auf, es wurde kurz etwas voller auf dem Platz. Letztendlich sah Celil Cevik die Gelbe Karte.

Kurz nach dieser Aktion fiel plötzlich fast der Anschlusstreffer für ETuS Bismarck, das nun etwas besser ins Spiel kam. Einen langen Ball von ETuS-Spielertrainer Danny Göring bekam Westfalias Artur Echtermeyer nicht unter Kontrolle. Von seinem Schienbein prallte der Ball gegen den Pfosten, dann Westfalias Torwart Fabian Maraun an den Kopf und trudelte schließlich ins Aus (34.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff wurde es noch einmal hektisch. Furkan Madenci legte sich den Ball an Bismarcks Torwart Yasin Demirsay vorbei und fiel. Es gab entgegen der Proteste der Bismarcker Spieler, die eine Schwalbe gesehen hatten, Elfmeter. Michel Sieckelmann verwandelte diesen zum 3:0-Halbzeitstand (45.).

Nach der Pause begann ETuS Bismarck druckvoller. Die Gastgeber bestimmten die ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte und hatten durch Marcel Hussein, Manuel Lucks und Halil Terzicik Chancen zum Anschluss. Doch die Westfalia stabilisierte sich und spielte die sich bietenden Konterchancen besser aus. Furkan Madenci erhöhte in nur drei Minuten per Doppelpack auf 5:0 (61./64.). Westfalia kontrollierte nun das Spiel, trotzdem gelang ETuS Bismarck noch der Anschlusstreffer. Marcel Hussein schlenzte den Ball aus spitzem Winkel ins Tor (72.). Es dauerte allerdings nicht lange, bis der alte Abstand wieder hergestellt war, Michel Sieckelmann lupfte den Ball über ETuS-Keeper Yasin Demirsay zum 6:1-Endstand ins Netz (78.). Doch nicht nur deswegen ärgerte sich der Keeper. In der Schlussphase beleidigte er seinen Gegnspieler, flog dafür vom Platz.

„Das war ein hochverdienter Sieg und eine weitere Botschaft an Blau Weiß“, sagte Holger Gehrmann. Sein Gegenüber, ETuS-Spielertrainer Danny Göring, lobte die Westfalia: „Die sind ganz schwer unter Kontrolle zu bringen, Westfalia steht verdient da oben“.