Westfalia behauptet Pole Position

Schalke..  „Aufgrund der engen Tabellensituation sind wir gezwungen, jedes Spiel zu gewinnen“, sagte ein erleichterter Holger Gehrmann, Trainer von Westfalia, nach dem Abpfiff. Sein Team hatte erst letzte Woche die Tabellenführung erobert und diese nun durch einen 3:2-Sieg beim direkten Verfolger Blau Weiß gekonnt verteidigt. Nach einer starken ersten Hälfte zogen sich die Gäste in der zweiten Halbzeit zurück und verteidigten gekonnt ihre Führung. Blau Weiß konnte das Spiel trotz einer Leistungssteigerung nicht mehr drehen.

Westfalia begann, wie man es von einem frisch gebackenen Tabellenführer erwartet. Die Gäste bauten von Anfang an Druck auf und begannen teilweise schon in der Hälfte der Gastgeber mit ihrem Pressing. Mit dieser Spielweise hatte Blau Weiß zunächst Probleme, spielte viele lange Bälle. Den Lohn für ihre Druckphase ernteten die Gäste bereits nach sechs Minuten. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld ging es schnell nach vorne, Christopher Krämer tauchte frei vor dem Tor auf und schob gekonnt ein. Blau Weiß wirkte nach dem Gegentor verunsichert. Das nutzte Westfalia gnadenlos aus. Bereits in der Hälfte der Gastgeber holte sich Fabian Panchoo den Ball und leitete sofort weiter auf Furkan Madenci, der auf 2:0 erhöhte (16.).

Blau Weiß riss sich nun zusammen und kam besser ins Spiel, doch Westfalia stand gut und ließ keine Chancen zu. Nach einer knappen halben Stunde fiel die Hintermannschaft der Gäste allerdings in einen Sekundenschlaf, den die Gastgeber sofort ausnutzten. Benjamin Lindenau spielte einen langen Ball von der Mittellinie nach vorne, den sich Ufuk Ataman unter Mithilfe der Gästeabwehr erlief. Der Kapitän von Blau Weiß tauchte frei vor dem Tor auf und versenkte die Kugel im Netz. „Da haben wir ganz schlecht verteidigt“, sagte Holger Gehrmann. Nur eine Minute später hatte Ufuk Ataman sogar die Chance zum Ausgleich, doch er konnte die Flanke von Michael Schenk nicht kontrollieren. Somit konnten die Gäste mit einer Führung im Rücken in die Pause gehen.

„Die erste Halbzeit geht an Westfalia, die zweite an uns“, sagte Heimtrainer Dirk Hennig. Westfalia zog sich nach der Pause weiter zurück, was auch an dem Druck lag, den die Gastgeber nun aufbauten. Nach einer Stunde belohnte sich Blau Weiß für die Leistungssteigerung fast mit dem Ausgleich. Ufuk Ataman spielte Michael Schenk frei, doch Gästetorwart Fabian Maraun reagierte schnell genug und konnte rechtzeitig aus seinem Tor stürmen, um die Situation zu klären. Bis auf diese Chance verteidigte Westfalia weiter sehr konzentriert und schloss alle Lücken. Zwar häufte sich die Anzahl von Schüssen, die Blau Weiß abgab, doch richtig gefährlich wurde es selten. Auch auf der anderen Seite gab es kaum Torchancen, da die Kontermöglichkeiten der Gäste immer wieder unterbunden wurden. Dies änderte sich erst, als Blau Weiß alles riskierte und hinten komplett aufmachte. Furkan Madenci bekam den Ball, stürmte auf das Tor der Gastgeber zu und wurde von Dennis Gilke gefoult. Der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt, Blau Weiß war mit dieser Entscheidung überhaupt nicht einverstanden. Michel Sieckelmann war das egal, er verwandelte den Elfmeter zum 3:1 (90.). Doch es war noch nicht Schluss, Blau Weiß gab die Hoffnung nicht auf. Tatsächlich erzielte Ilker Gündogan noch das 2:3, doch mehr war für die Gastgeber nicht mehr drin.

„Wir sind schlecht in die Partie reingekommen und haben dann auch noch früh zurückgelegen“, versuchte Dirk Hennig, die Niederlage zu erklären. Holger Gehrmann hingegen war zufrieden: „Wir haben sehr ordentlich verteidigt“. Außerdem lobte er seine Mannschaft für die starke erste Halbzeit.