Westfalia 04 setzt auf seine Defensive

Wattenscheids Rameh El-Lahib (r.) ringt mit Valentin Zimmermann um den Ball. Beide treffen am Sonntag erneut aufeinander.
Wattenscheids Rameh El-Lahib (r.) ringt mit Valentin Zimmermann um den Ball. Beide treffen am Sonntag erneut aufeinander.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bismarck.. Mehr als 500 Zuschauer hatten am Donnerstag ein packendes und in der Schlussphase sogar dramatisches Spiel gesehen. Beste Fußball-Unterhaltung mit einer gehörigen Portion Nervenkitzel: Das 3:2 zwischen der DJK Wattenscheid und Westfalia 04 Gelsenkirchen war alles, nur keine Vorentscheidung im Kampf um den Aufstieg. Wer in der kommenden Saison in der Bezirksliga spielen darf, entscheidet sich am Sonntag. Der Westfalia reicht (15 Uhr, Trinenkamp) schon ein 1:0.

Egal wie das Spiel am Sonntag auch ausgeht: Ungeteilte Freude wird bei Holger Gehrmann nicht aufkommen. Und das liegt nicht allein daran, dass es für den 52-Jährigen das letzte Spiel als Trainer der Westfalia sein wird. Gehrmann verlässt die Gelsenkirchener nach nur anderthalb Jahren und übernimmt ab der kommenden Saison die zweite Mannschaft der SpVgg. Erkenschwick. Für den Fall, dass seine Mannschaft am Sonntag den Sprung in die Bezirksliga schafft, hat Gehrmann schon am Freitag ein schlechtes Gewissen angekündigt: „Egal wie das Spiel ausgeht. Wattenscheid hätte den Aufstieg sicher genauso verdient wie wir. Sie haben uns drei Tore eingeschenkt und ein richtig gutes Spiel abgeliefert. Sie wären ein würdiger Bezirksligist.“

Außergewöhnliche Energieleistung

Das Spiel am Donnerstag hinterließ bei Gehrmann bleibenden Eindruck. Dass seiner Mannschaft in der Schlussphase noch zwei Treffer gelangen und der Traum von der Bezirksliga weiter Bestand haben darf, beschreibt der Coach zwar als glückliche Fügung, schreibt das 2:3-Endergebnis aber auch einer außergewöhnlichen Energieleistung seiner Mannschaft zu: „Nach dem dritten Gegentor war das Spiel für uns eigentlich tot. Wattenscheid hatte ja sogar noch das 4:0 auf dem Fuß. Es tut mir fast schon leid für den Gegner, dass wir noch zweimal getroffen haben. Aber das haben sich meine Jungs auch verdient. Sie haben bis zur letzten Minute alles aus sich herausgequetscht.“

Noch ein weiteres Mal vorführen lassen will sich die Westfalia aber nicht. Für Sonntag kündigt Gehrmann taktische Änderungen an: „Wir haben dem Gegner mit unserer offensiven Ausrichtung klar in die Karten gespielt. Wir werden am Sonntag deutlich tiefer stehen, um die konterstarken Wattenscheider besser kontrollieren zu können.“ Mithelfen beim Unternehmen Aufstieg sollen auch wieder die Anhänger der Westfalia. „Was unsere Zuschauer in den letzten Spielen abgeliefert haben, ist großer Sport. Körperlich sind meine Spieler schon im Grenzbereich, aber das trägt sie auch noch über die letzten 90 Minuten“, sagt Gehrmann und hofft, dass es mit Abpfiff nicht 3:2 für seine Jungs steht.