Viktoria Resse mit Bonus-Meilen Richtung Neuland

Viktoria Resse feiert mit seinen Fans den Aufstieg in die Landesliga.
Viktoria Resse feiert mit seinen Fans den Aufstieg in die Landesliga.
Foto: Felix Hoffmann

Resse.. Die Aufstiegsrelegation zur Landesliga war für drei Spieler von Viktoria Resse mit besonderen Anstrengungen verbunden. Mirko Blaschek, Marc Butowski und Raphael Bauer hatten zu den Spielen am Donnerstag gegen Teutonia SuS Waltrop und am Sonntag gegen Westfalia Rhynern II einen Anreiseweg von mehr als 1300 Kilometern.

Extraflüge zur Relegation

Die lang geplante Abschlussfahrt für alle Seniorenspieler von Viktoria Resse ließ sich nicht mehr umbuchen und zwang die Spieler der ersten Mannschaft nach verpasster Bezirksliga-Meisterschaft zu einem Bekenntnis: Mallorca oder Aufstiegsrelegation? Drei Spieler bissen in den sauren Apfel. Patrick Kroll, Kevin Schäfer und Christian Fischer sagten Mallorca ab und blieben mit dem Rest der Mannschaft in Gelsenkirchen. Mirko Blaschek, Marc Butowski und Raphael Bauer hatten jedoch eine andere Idee. „Wir haben darüber gesprochen. Sie hatten unseren Segen, sollten es nur nicht zu bunt treiben“, erklärt Resses Sportlicher Leiter Peter Colmsee. Das Trio buchte Extraflüge zu den beiden Relegationsspielen. „Wir sind am Donnerstag in aller Herrgottsfrühe in den Flieger zurück nach Deutschland gestiegen und nach dem Sieg gegen Waltrop direkt wieder zurück“, sagt Raphael Bauer. Für das zweite Relegationsspiel gegen Rhynern mussten die drei Fußballer ihre für Sonntag geplanten Rückflüge umbuchen. „Das alles war ziemlich kostspielig und anstrengend. Aber es hat sich gelohnt“, sagt Bauer.

Dem 23-Jährigen und seinen beiden Reisekollegen waren die Strapazen auf dem Fußballfeld nicht anzumerken. Sehr wohl aber ein anderes Detail: Blaschek, Butowski und Bauer zeigten im Anschluss an den Relegationssieg gegen Rhynern ihr Mitbringsel von der Sonneninsel. Alle drei hatten sich auf Mallorca ein Henna-Tattoo verpassen lassen. Ihre Oberarme zierte am Sonntag das Vereinswappen von Viktoria Resse. „Gut angelegte fünf Euro“, sagt Raphael Bauer. Drei bis vier Wochen lang wird das aufgemalte Bekenntnis zum Verein noch halten und damit schon verblasst sein, wenn die drei zusammen mit ihren Mannschaftskollegen die Vorbereitung auf die erste Landesliga-Spielzeit der 40-jährigen Vereinsgeschichte aufnehmen.

Keine großen Transfers

Die Planungen laufen schon seit Wochen. Der unsichere Ausgang der Relegationsrunde bescherte Peter Colmsee keine großen Probleme. Der Sportliche Leiter erklärt: „Die einzige noch vakante Planstelle in unserem Kader ist ein Stoßstürmer.“ Große Aktivitäten auf dem Transfermarkt schließt Colmsee aber aus: „Wir werden keinen Euro mehr ausgeben als in der Bezirksliga. Wir bleiben auch in der Landesliga unserer Philosophie treu und wollen junge Spieler weiterentwickeln.“ Mit Sven Bödiger verpflichteten die Resser einen talentierten Offensivspieler für die linke Außenbahn. Der 19-Jährige überzeugte zuletzt bei Eintracht Erle mit Toren und Vorlagen. Nur ein Jahr älter ist Lennart Dickmann (BV Rentfort), der das defensive Mittelfeld verstärken soll. Mit Taner Turpcu (21) kommt ein Landesliga-erfahrener Spieler vom SV Dorsten-Hardt an den Emscherbruch. Der 23-jährige Coskun Ünal (Mittelfeld) und der 25-jährige Innenverteidiger Michael Potthoff (beide SC Schaffrath) komplettieren die bisherige Liste der Neuzugänge. Verlassen werden den Verein lediglich Christian Fischer (Eintracht Erle) und David Schulz (Iserlohn).

„Wir gehen davon aus, dass die Landesliga ein Niveau hat, das mit den sechs besten Bezirksliga-Mannschaften vergleichbar ist. Wir freuen uns auf das Abenteuer und peilen einen Platz im Mittelfeld an“, sagt Peter Colmsee.