Viktoria Resse ist Landesligist

Christian Fischer stimmt die Humba an. Die Fans feiern ihre Mannschaft von Viktoria Resse.
Christian Fischer stimmt die Humba an. Die Fans feiern ihre Mannschaft von Viktoria Resse.

Lünen..  Die Fußballer von Viktoria Resse haben die Saison mit dem Aufstieg in die Landesliga beendet. Die Schwarz-Gelben setzten sich am Sonntag mit 1:0 (1:0) im Relegationsfinale gegen die Reserve von Westfalia Rhynern durch. Den entscheidenden Treffer in einem hektischen und umkämpften Spiel erzielte Mike Neumann Sekunden vor der Halbzeitpause vom Elfmeterpunkt.

Der Schlusspfiff von Schiedsrichter Selim Erk sprengte die Resser Reservebank. Ausgewechselte und nicht eingewechselte Spieler sowie der komplette Betreuerstab sprinteten aufs Spielfeld, den abgekämpften Fußballern und den knapp 400 mitgereisten Fans unter dem Tribünendach der Schwansbell-Kampfbahn entgegen. Nur einer hatte sich verkrochen. Frank Conradi sammelte sich in der am weitesten entfernten Ecke der Sportanlage. Der Trainer der Viktoria hatte nach dem Abpfiff einmal kurz die Arme in die Luft gereckt, dann aber ganz bewusst die Stille gesucht. Erst einige Beckenbauer-Gedächtnisminuten später, als die meisten seiner Spieler schon die Meister-Shirts übergestreift hatten, löste sich Conradi aus seiner einsamen Ecke. Der 43-Jährige tröstete erst die enttäuschten Verlierer, wünschte ihnen eine erfolgreiche Bezirksliga-Saison 2015/16. Dann erst widmete sich Conradi seinen Jungs. Nach der Humba, die Christian Fischer vor ausgelassen feierndem Publikum angestimmt hatte, stand Conradi mitten im Mannschaftskreis. „Feiert heute, was das Zeug hält. Wir sehen uns in der Landesliga.“ Conradi hatte keine Zeit, den Aufstieg gebührend zu feiern. Seine Frau stand schon in Köln am Flughafen und wartete. Der Flieger in den Süden würde das nur bis 20 Uhr tun.

Führung wackelt nur ein einziges Mal

Conradi wäre bei seiner Ehefrau in Erklärungsnot geraten, hätte er mit seiner Mannschaft noch in die Verlängerung gemusst. Dazu fehlte nicht einmal viel. Rhynern hatte bis in die fünfte Minute der Nachspielzeit an den Ausgleichstreffer geglaubt. Und das, obwohl die Westfalia zu diesem Zeitpunkt nur noch mit acht Feldspielern agierte. Schiedsrichter Selim Erk hatte nach Unsportlichkeiten in der 83. und 90. Minute Rote Karten an Ramon Knoppik und Gerrit Kaiser verteilt. Außerdem sah noch Rhynerns Blerton Jashari Gelb-Rot. Ein kleines Kunststück, denn der Spieler war schon eine halbe Stunde zuvor ausgewechselt worden. Trotz der Platzverweise und fünf weiterer Gelber Karten war das Spiel nicht unfair, sondern vielmehr hart umkämpft.

Beide Mannschaften waren mit dem Bemühen ins Spiel gestartet, möglichst wenige Chancen zuzulassen. Und das klappte auf beiden Seiten auch gut. Die Viktoria hatte zwar leichte Feldvorteile, nennenswerte Torchancen blieben aber Mangelware. Sekunden vor der Halbzeitpause half dann der Gegner mit. Rhynerns Sven Pahnreck hinderte Raphael Bauer am Torschuss. Den fälligen Strafstoß verwandelte Kapitän Mike Neumann sicher.

In der zweiten Halbzeit agierte Resse noch eine Spur defensiver. Der Gegner aus Hamm, der in der ersten Halbzeit vor allem mit langen Bällen in die Spitze zu Offensivaktionen gekommen war, wirkte mehr als eine halbe Stunde lang hilf- und konzeptlos. Mit dem Brecheisen ließen sich die Gelsenkirchener nicht aus der Reserve locken. Nur einmal wackelte die Resser Führung ernsthaft (69.). Keeper Kingsly Moses hatte jedoch aufgepasst und rettete in Manuel-Neuer-Manier vor dem heraneilenden Angreifer.