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Unter der Sonne

21.01.2009 | 22:15 Uhr

Henning Thrien lebt in Kalifornien und hat ein Stipendium der Hope International University in Los Angeles.Und er erlebt Außergewöhnliches, zum Beispiel eine Party eines Freundes der Pop-Sängerin Gwen Stefani

Stipendium in den USA an der Hope International University in Los Angeles: der Gelsenkirchener Tennis-Spieler Henning Thrien. Foto: WAZ, Ute Gabriel

TENNIS NAIA "Unter der Sonne Kaliforniens" ist nicht nur der Titel des bekannten "Dallas"-Soap-Vorgängers, sondern auch die neue Überschrift im Leben des Gelsenkircheners Henning Thrien: Seitdem der 20-Jährige im vergangenen Jahr den Zuschlag für ein Stipendium an der Hope International University in Los Angeles erhalten hat, trainiert der drahtige Tennisspieler für seine erste College-Saison in der NAIA (US-amerikanischer Sportverband für Hochschulsport) - die Erwartungen der Verantwortlichen sind groß, die Aufregung von Henning Thrien vor seiner ersten College-Saison ebenso.

Nach Amerika wollen am liebsten alle, vor allem Sportler. Möglichkeiten gibt es viele, geeignete Talente auch. "Aber den meisten fehlt der Mut, den ersten Schritt zu machen", sagt Henning Thrien, der nach seinem Zivildienst Familie und Freunde hinter sich gelassen hat, um sich nach zahlreichen Bewerbungen der privatisierten Hope International University in Los Angeles anzuschließen, an der er tagtäglich seiner Lieblingsbeschäftigung auf hohem Niveau nachgeht: Tennis.

Henning Thrien verließ Deutschland mit guten sportlichen Referenzen: Im Alter von vier Jahren nahm er zum ersten Mal den Schläger in die Hand und entwickelte sich beim Gelsenkirchener Tennis-Klub zur ambitionierten Hoffnung. Mi 16 wechselte er zum Verbandsligisten TC Grün-Weiß Herne - und zeitweise gehörte er zu den Top 180 des Jahrgangs 1988 in Europa. "Dann ist mir aber nach einer Verletzung die Lust am Tennis vergangen", begründet er seine kreative Pause bis zur Volljährigkeit. "Sport ist mein Leben, und ohne Sport wollte ich dann auch nicht, daher habe ich mit 18 wieder angefangen."

Henning Thrien hat in den langen Jahren eine Eigenschaft begriffen, die für jeden Leistungssport unerlässlich ist: Disziplin. Die gilt aber auch für sein Stipendium. Denn die Regeln für sein intensives, vierjähriges Sportscholarship in L. A. sind sehr einfach: Wer nicht die erwartete Leistung bringt, der wird aus dem Förderprogramm rausgenommen. Disziplin ist aber nicht nur für die vier kommenden Spielzeiten, in denen Hennig für die jeweils 24 Partien umfassende Vorrunde bis zu 25 Stunden in der Woche trainiert, von Nöten: "Neben dem Sport studiere ich ja auch noch Psychologie, ich muss jedoch meine Prüfungen stets mit einem 2,0-Schnitt abschließen." Dementsprechend streng sind die Bewerbungsrunden für ein Sport-Stipendium: "Ich habe während meines Zivildienstes von Organisationen erfahren, die sich darum kümmern", sagt Henning Thrien. "Ich wollte nun das schaffen, was ich als Schüler nicht geschafft habe." Englisch, Mathe, Übersetzungen - nach dem mehrstufigen Test setzte er sich durch und erhielt in der Folge Förderungs-Angebote von 30 verschiedenen Unis. Am Ende machte Los Angeles das Rennen: "Das Gute ist, dass ich einen deutschen Trainer habe", sagt der 20-Jährige, der im Team mit einem weiteren Deutschen und einem Österreicher spielt.

Dank des Stipendiums erlässt die Hope International University 90 Prozent seiner Studiengebühren von 28 000 Dollar. Am Campus teilt sich der Gelsenkirchener mit einem US-Basketballer und einem Koreaner eine Wohnung. Große Sprünge im Nachtleben der amerikanischen Metropole werden von der Hochschule nicht gerne gesehen: "Unser Trainer hat uns letztes Mal auf eine Party eines Freundes der Pop-Sängerin Gwen Stefani in Beverly Hills mitgenommen", erzählt Henning Thrien von einer der Ausnahmen. "So eine Villa habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen."

Von John Puthenpurackal

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