Und dann gab’s doch noch Tränen bei Asamoah

Die Rührung sieht man ihm an: Gerald Asamoah nimmt nach seinem letzten Pflichtspiel für Schalke Abschied von den Fans.
Die Rührung sieht man ihm an: Gerald Asamoah nimmt nach seinem letzten Pflichtspiel für Schalke Abschied von den Fans.
Foto: FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen.. Sie waren alle nur für ihn gekommen. Als das letzte Pflichtspiel seiner Karriere für Gerald Asamoah beendet war, fand das Geschehen auf dem Rasen bei den Fans nur noch wenig Beachtung.

Nach 79 Minuten durfte Asa den Platz beim 2:1-Sieg der Schalker U23 gegen Borussia Mönchengladbach verlassen, die Fans feierten, riefen ihn in die Kurve. Der Fußballrentner setzte sich zunächst auf die Bank, doch die circa 400 Fans ließen keine Ruhe. Trompeten-Willy stieg sogar über den Zaun. Als die Ordner ihn zurückhielten, stand Asa auf und winkte Willy zu sich. Gemeinsam gingen sie in Richtung Fankurve. Asamoah fasste sich erst an den Kopf, stützte dann die Hände auf die Knie und weinte bitterlich – auch dem ein oder anderen Fan stand das Wasser in den Augen, als Asa kam.

Gerald Asamoah führte seine Mannschaft als Kapitän aufs Feld. Es sollte sein großer Tag werden. Mit 36 Jahren ist jetzt Schluss, der Stürmer hat seine aktive Laufbahn beendet.

Sowohl für die Schalker als auch für Gegner aus Mönchengladbach ging es am letzten Spieltag der Regionalliga um nichts mehr. Gladbach zieht als Meister der Staffel West in die Relegation ein, Schalke hatte den Klassenerhalt bereits vor einer Woche perfekt gemacht. Vor dem Anpfiff bekam Asamoah das Mikrofon in die Hand gedrückt. Doch da ihm das Fußballspielen doch noch etwas besser liegt als das Reden, fasste er sich kurz. Er dankte zum einen dem lieben Gott, dass er trotz eines Herzfehlers ein erfülltes Leben als Fußballprofi hatte. Zum anderen dankte er seinen Mitspielern, die diese letzte Saison noch einmal zu einer ganz besonderen hatten werden lassen.

Ein Tor war dem Fanliebling in seinem letzten Pflichtspiel nicht vergönnt. In der Anfangsphase scheiterte er zweimal an Gladbachs Torwart Kompalla. Kurz vor seiner Auswechslung hatte er sich wie in alten Zeiten durchgetankt, spielte aber quer auf Dario Schumacher, der den Ball über das Tor schoss. Da stand es schon 2:1: Nico Neidhart (36.) und Jonas Nietfeld (38.) hatten Schalke in Führung geschossen, Leroy Mickels, der Bruder von Schalkes Lance Mickels, für Borussia verkürzt (47.) – mehr Tore fielen nicht.

Schalke beendet diese denkwürdige Saison damit auf Rang elf – vor knapp zwei Monaten hatte wohl kaum noch einer damit gerechnet, dass die Mannschaft von Jürgen Luginger den Klassenerhalt schaffen würde. Schalke spielt damit auch in der nächsten Spielzeit in der Regionalliga. Dann aber ohne Asamoah, der seinen Platz auf dem Feld nun endgültig für einen in den Herzen der Fans eingetauscht hat.