Umstrittene Rückendeckung

Gelsenkirchen..  Nach der Prügel-Attacke des Leverkuseners Emir Spahic, der nach dem Aus im DFB-Pokal gegen Bayern München auf Ordner des Vereins einschlug, hat sich Schalkes Sead Kolasinac zu Wort gemeldet. Spahic und der Schalker Verteidiger kennen sich gut aus der bosnischen Nationalmannschaft.

Auf seiner Facebook-Seite veröffentliche Kolasinac einen Post, mit dem er Spahic in Schutz nimmt. Kolasinac schrieb unter anderem: „Die Familie sollte das Wichtigste sein für jeden normalen Menschen, und erst dann alles andere im Leben. Was unser Emir kürzlich getan hat, hat gezeigt, dass er vor allem ein Mensch ist. Es tut mir leid, für welch Fehler es gehalten wird, sein Blut, seinen Bruder zu verteidigen, er wehrte sich mit der Tat gegen Beleidigungen und mangelnden Respekt gegenüber ihm als Spieler.“ Der 21-Jährige stellte einige Fotos dazu, auf denen er gemeinsam mit Emir Spahic zu sehen ist. Die Resonanz ist gewaltig. Am Dienstagnachmittag hatten schon über 18000 User bei Facebook ein virtuelles „Daumen hoch“ gezeigt.

Auch auf unserer Facebook-Seite „WAZ auf Schalke“ wurde Kolasinac’ Reaktion heiß diskutiert. Der Großteil der Schalke-Fans hat überhaupt kein Verständnis. Weder für das Verhalten von Spahic, noch für den Post von Kolasinac. „Ehre ok, aber deshalb darf ich nicht drauf loshauen wie ein Irrer. Sorry Kola, aber da gehen unsere Meinungen auseinander.“, schreibt etwa Stephan Schalker. Ray Stone meint: „Es geht gar nicht, Gewalt zu verharmlosen! Dieser Ausraster hat hier nichts zu suchen. Auch als Schalker teile ich seine Unterstützung nicht.“ Jörn Wolfgang Drees erhielt für seinen Beitrag („Sorry Sead, hatte Sie für vernünftiger gehalten“) innerhalb von vier Stunden 18 „Gefällt mir.“

Zurückhaltung war gefordert

Dass Bayer 04 Leverkusen die Konsequenzen gezogen und Emir Spahic entlassen hat, wird auf „WAZ auf Schalke“ gutgeheißen. „Leverkusen hat alles richtig gemacht. Sportler sollten Vorbilder sein! Und für solch ein Lohn im Jahr kann man ja auch mal sein Hirn einschalten“, schreibt Stephan Heming.

Schalke hat die Stellungnahme von Sead Kolasinac bislang noch nicht bewertet, obwohl Cheftrainer Roberto Di Matteo gleich bei seinem Amtsantritt im Oktober von seinen Spielern Zurückhaltung bei Social-Media-Aktivitäten gefordert hatte.