Tränen bei der SSV Buer nach Niederlage im Topspiel

SSV-Stürmerin Jessica Zapka (mitte) fehlte am Sonntag gegen die DJK Falkenhorst Herne die Durchschlagskraft.
SSV-Stürmerin Jessica Zapka (mitte) fehlte am Sonntag gegen die DJK Falkenhorst Herne die Durchschlagskraft.
Foto: Thomas Schmidtke
Was wir bereits wissen
Die SSV Buer hat bei Falkenhorst Herne mit 1:4 verloren. Trainer Marcel Dietzek glaubt nicht an Wunder und hakt den Aufstieg deshalb ab.

Herne..  Auf die Frage nach der Stimmungslage am Tag nach der 1:4-Niederlage der SSV Buer im Spitzenspiel bei der DJK Falkenhorst Herne antwortet Trainer Marcel Dietzek: „Betrübt, betrübt und betrübt.“ Nach dem Spiel steht so gut wie fest, dass die SSV Buer auch in der nächsten Saison in der Bezirksliga spielen wird, der Traum vom Landesliga-Aufstieg ist wohlausgeträumt. Die gute Nachricht: Den Aufstieg wird Falkenhorst Herne schaffen, die Übermannschaft der Liga.

Büsra Kesima gleicht zum 1:1 aus

Zwar hatten die Bueranerinnen das Hinspiel auf dem heimischen Kunstrasen an der Löchterheide mit 2:1 gewonnen, doch am Sonntag waren sie fast chancenlos. Herne war von Beginn an das bessere Team und drängte auf die Führung. Es schien, als hätte die SSV Buer zu großen Respekt vor dem Gegner, der mit Jennifer Balkenhol und Nadine Kirsch die beiden absoluten Ausnahmespielerinnen dieser Liga in seinen Reihen hat. Nach 22. Minuten ging Herne durch Nicole Niestroj in Führung. Und erst danach gelang Buer in Ansätzen das, was im Hinspiel 90 Minuten so wunderbar funktioniert hatte. Das Team von Marcel Dietzek machte die Räume eng, ging aggressiv in die Zweikämpfe und schürte den Aktionsradius von Balkenhol und Kirsch geschickt ein. Und siehe da: Büsra Kesimal brachte die SSV mit einem schönen Kopfballtreffer zurück ins Spiel. Und hatte anschließend sogar noch zwei richtig gute Chancen, den Spielverlauf komplett auf den Kopf zu stellen.

Stattdessen war Herne nach 35 Minuten wieder zur Stelle. Ein Stellungsfehler auf der linken Abwehrseite reichte aus, um erneut in Rückstand zu geraten. Hernes Kelly Loren traf ins lange Eck. Fortan spielte auf dem großen Kunstrasenplatz in Horsthausen nur noch eine Mannschaft: die DJK Falkenhorst Herne.

Buer fand auch nach der Pause gar keinen Zugriff mehr, Herne verteidigte gut und setzte dann auf Balkenhol und Kirsch. Eine gute Entscheidung. Denn Jennifer Balkenhol schraubt das Ergebnis mit ihren Toren in der 75. und 83. Minute auf 4:1 hoch. Dass Schiedsrichter Andre Wiegold bei so mancher Entscheidung falsch lag, fiel zum Glück nicht ins Gewicht. Zumindest der Platzverweis von Jaqueline Schwenke nach 73 Minuten war zweifelhaft. Derya Tari verabschiedete sich sieben Minuten später ebenfalls mit Gelb-Rot vom Platz.

Die SSV Buer hatte Glück, dass Torhüterin Christa Stockhofe noch einige Bälle entschärfte, die Latte rettete oder die Hernerinnen ihre Angriffe nicht mehr so zielstrebig spielten. Nach ziemlich genau 90 Minuten war dann Schluss und die Aufstiegsfrage wohl beantwortet. Die Spielerinnen aus Herne fielen sich in die Arme, die Spielerinnen aus Buer auf den Boden, es flossen sogar Tränen. „Ich bin seit über 17 Jahren Trainer. Aber ich musste eine Mannschaft nach einer Niederlage noch nie so aufbauen wie am Sonntag“, sagt Marcel Dietzek.

Noch fünf Spiele bis Saisonende

Zwar glaubt auch der 31-Jährige nicht mehr an ein Wunder, doch seinem Team gibt er auf, auch die letzten fünf Saisonspiele vernünftig zu bestreiten und diese auch zu gewinnen. „Wenn Falkenhorst doch aus irgendwelchen Gründen doch noch stolpern sollte, sind wir da“, sagt er und ergänzt: „Ansonsten starten wir in der neuen Saison einen neuen Versuch. Ich hoffe, dass wir in großen Teilen zusammenbleiben.“

Betrübt war Marcel Dietzek übrigens auch über die Unterstützung aus Buer. „Der Vorsitzende Norbert Bauer und der Platzwart waren da. Ansonsten nur die Eltern und Freunde, die immer da sind. Da hätte ich mir ein bisschen mehr Unterstützung aus den eigenen Reihen gewünscht“, sagt er.

Auch hier gilt: dann eben im nächsten Jahr.