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Titelkämpfe mit Beigeschmack

24.06.2012 | 18:54 Uhr
Titelkämpfe mit Beigeschmack
Tennis - Stadtmeisterschaften am Sonntag, 24.06.2012 auf dem Gelände des TC Buer an der Gysenbergstraße in Gelsenkirchen-Buer, hier ein Doppel der Herren-55-Klasse. Foto: Thomas Schmidtke / WAZ FotoPool

Buer.  Gelsenkirchener Tennis-Akteure stellen bei den Offenen Stadtmeisterschaften des TC Buer eine Minderheit. Ärger über frühzeitiges Schließen der Meldeliste.

Halbzeit bei den Offenen Tennis-Stadtmeisterschaften, die in diesem Jahr wieder einmal auf der Bilderbuch-Anlage beim TC Buer ausgetragen werden. Aber es liegt ein dunkler Schatten über den Titelkämpfen, was nicht unbedingt nur am Wetter liegt, das am gestrigen Sonntag mit Dauerregen den Spielbetrieb draußen lahmlegte. Dass unter der Rekordbeteiligung von 386 Aktiven die heimischen Tennissportler nur eine Randgruppe einnehmen, verwundert doch die Freunde des Filzballs in dieser Stadt. Von der Tennis-Gesellschaft Gold-Weiß zum Beispiel hat niemand gemeldet. Auf Nachfrage beim Sportwart Peter Kalecinski atmet dieser erst einmal ganz tief aus: „Also, Buer hat sicherlich ein schönes Turnier hochgezogen, aber vielleicht sind sie übers Ziel hinausgeschossen. Wenn Gelsenkirchener abgelehnt werden, weil die Meldeliste schon voll ist, dann ist das sicher nicht der richtige Modus für eine Stadtmeisterschaft.“ Als Beispiel nennt er den Vorjahressieger der Herren B, Oliver Hering, aus seinem Verein, der sich fristgemäß online anmelden wollte, die Nennliste aber schon geschlossen fand.

Auch beim GTK löste die Ausschreibung nicht die helle Freude aus, der Großverein ist gerade einmal mit fünf Meldungen vertreten. Sportwart Frank Schulte, immer ein lokaler Kandidat bei den Herren 40, hat da eine klare Meinung: „Bei Stadtmeisterschaften möchte ich mich mit der hiesigen Konkurrenz messen, ansonsten kann ich bei irgendeinem beliebigen LK-Turnier melden.“ Und man mokierte sich beim GTK auch darüber, dass im ganzen südlichen Stadtgebiet, entgegen früherer Gepflogenheiten, nicht ein Plakat auf die Veranstaltung hinwies.

Letzteres bedauert Detlev Fischer, der sich wie gewohnt mit hohem Engagement um den reibungslosen Ablauf des Turniers kümmert: „Wir hatten einen Sponsorenwechsel, dadurch gingen die Plakate ganz spät in den Druck, das tut uns leid.“ Auf die anderen Vorwürfe reagiert der Turnierleiter völlig perplex: „Wir haben auf der letzten Fachschaftssitzung darüber geredet, nie habe ich Negatives zu unseren Plänen gehört.“ Schließlich habe der Verein den Modus in erster Linie geändert, um das Turnier wieder zu beleben, was vorher in einigen Konkurrenzen an der geringen Resonanz dahinsiechte.

Aus sportlicher Sicht ist es bei allen Dissonanzen umso erfreulicher, dass gleich drei Gelsenkirchener das Viertelfinale der Offenen Herrenklasse erreicht haben und in der zweiten Turnierwoche stehen: Malte Kupfer (GTK) entwickelt sich dabei zum Dramaturgen: Nachdem er schon Daniel Kehres (GW Herne) mit 6:3, 2:6, 10:2 im Matchtiebreak besiegt hatte, machte er es gegen den an Acht gesetzten Alexander Michaelis (TC Marl) noch spannender: 9:2 führte er im Matchtiebreak, schließlich rettete er sich mit 10:8 soeben ins Ziel. Auch der an Nummer sechs gesetzte Christoph Bross (Parkhaus Wanne-Eickel) ist nicht mehr mit von der Partie, er scheiterte mit Adam Banaszewski (1:6, 4:6) an einem weiteren GTK-Akteur. Dritter im Gelsenkirchener Bunde ist Hausherr Christoph Schrooten (TC Buer), der an Fünf Gesetzte schaltete Tim Rojahn (Preußen Duisburg) mit 6:3, 6:3 souverän aus.

Keine Angst vor großen Namen zeigte in der Offenen Damenklasse die erst 14-jährige Lokalmatadorin Lisa Winkler (TC Buer), die mit einer Wildcard ausgestattet der topgesetzten Daniela Löchter (GW Herne) erwartungsgemäß mit 0:6, 3:6 unterlag.

Ralf Wilhelm



Kommentare
25.06.2012
13:02
Titelkämpfe mit Beigeschmack
von Kurbel | #2

Auf www.tennis-info-ge.de kann man sich die Teilnehmerzahlen des letzten Jahres anschauen. Wenn ich mich nicht verzählt habe, waren es 201 (inkl. Mehrfachmeldung bei Teilnahme an mehreren Wettbewerben). Wenn ich mich nicht grob verzählt habe, sind es dieses Jahr allein 219 Meldungen (gleiche Zählweise) von Spielern Gelsenkirchener Tennisvereine. Wäre schön gewesen, wenn die WAZ das einmal recherchiert hätte. Durch die Aufwertung zum offenen LK Turnier hat die Veranstaltung an Klasse gewonnen, wie man jeden Tag auf der Anlage sehen kann.
Generell gilt bei der Teilnahme an Turnieren, dass man sich rechtzeitig anmelden muss - das ist nicht nur bei den Stadtmeisterschaften in Gelsenkirchen so.

25.06.2012
10:05
Titelkämpfe mit Beigeschmack
von gelpphasenbremser | #1

Lächerlich.

Herr Hering meldet sich zu spät an, und schon wieder ist die WAZ live am Ort des Geschehens und jagt eine Sau durchs Dorf, die schon längst verendet ist.

Wurde noch von Herrn Schulte selbst in 2008 in dieser Zeitung bemängelt, dass den GE-Meisterschaften der Reiz fehle, so ist heute GE unterrepräsentiert und man wolle sich mit hiesiger Konkurrenz beschäftigen.

Ja, was denn nun? Weltmännischer Flair oder piefiges Provinzlertum?

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