Tipps für Talente vom Schalker Jahrhundertstürmer

Fußball will gelernt sein: Klaus Fischer mit den WAZ-Gewinnern Finn Steinberg (links) und Maurice Baltz.
Fußball will gelernt sein: Klaus Fischer mit den WAZ-Gewinnern Finn Steinberg (links) und Maurice Baltz.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In dieser Woche ist Klaus Fischer mit seiner Fußballschule zu Gast auf der Sportanlage Schürenkamp

Gelsenkirchen..  „Hau richtig drauf! Hau richtig drauf, dass sich die Balken biegen!“ Die Stimme von Klaus Fischer hallt laut über die Sportanlage am Schürenkamp, beim Torschusstraining ist der ehemalige Mittelstürmer voll in seinem Element. Aber was er sieht, passt ihm nicht: „Mehr Tempo! Schneller! So!“ Er stellt sich vor dem Tor auf, bekommt die Kugel in den Fuß gespielt, gibt noch einmal den Bewegungsablauf vor: Ball mitnehmen, drehen, schießen. So macht das ein ehemaliger Nationalspieler. „Man muss das immer wieder üben“, sagt er.

Noch bis Freitag ist Fischer mit seiner Fußballschule zu Gast bei DJK Blau Weiß in Gelsenkirchen. Etwa fünfzig Kinder zwischen sechs und 13 Jahren, darunter auch Finn Steinberg und Maurice Baltz, die die Teilnahme bei der WAZ gewonnen hatten, wuseln über den Rasen, nach Alter aufgeteilt. Fischer hat beim Torschusstraining der Älteren genug gesehen, wechselt hinüber zu einer der ganz jungen Gruppen.

Hier geht es ganz von vorne los: „Die Kinder müssen auch das Laufen lernen.“ In einem kleinen Hütchenviereck wird Fangen gespielt, allerdings in Zweierpärchen. So müssen die Kinder auf ihre Partner achten, sich absprechen. Die Anzahl der Kinder ist ungerade, die Pärchen gehen nicht auf – Fischer schnappt sich den freien Jungen und spielt mit. Dann kommen Bälle dazu, eine einfache Übung, Bewegung mit dem Ball. „Die Kinder müssen erst ein Gefühl für den Ball kriegen, wie man ihn führt und damit läuft.“ Auch hier gilt: Immer wieder üben.

Wenig später ist Fischer zurück bei den Älteren. Das will er sehen: Eine Passkombination, Ballannahme mit dem Rücken zum Tor, Drehung, Abschluss, Sprint zur Seite. Wenn ihm etwas nicht passt, schaltet er sich ein: „Nicht spazieren gehen!“

In fünf Tagen könne man besonders konzentriert an den Grundlagen des Fußballspielens arbeiten, erklärt er: „Bei dieser Übung ist viel dabei, was man unbedingt braucht: Laufen, Passspiel, Ballannahme, Torschuss – Übungen mit Abschluss machen auch den Kindern am meisten Spaß.“ Aber auch Disziplin sei entscheidend: „Wir sehen es gerade: Passt man kurz nicht auf, machen die Mist -- einen Moment.“ Er geht dazwischen, macht noch einmal die Bewegung vor. „Und dann mit Tempo weiter. Und Schuss, so ist es gut! “

Seine Trainer arbeiteten besonders an der individuellen Technik: „Wie führe ich den Ball mit Tempo? Das versuchen wir ihnen beizubringen. Schnell laufen bringt nichts, wenn man sich den Ball zehn Meter weit vorlegt.“ Dann folgen Feinheiten wie Kopfbälle, Brustannahmen.

Was die Einheiten gebracht haben, wird sich am Freitag zeigen: Zum Abschluss der Trainingswoche dürfen die Fußballschüler in einem Turnier mit gemischten Mannschaften beweisen, was sie bei Klaus Fischer dazugelernt haben.