SV Horst 08 landet dritten Sieg in Folge

Daniel Schmitz lässt sich für das Führungstor in der 36. Minute feiern. Er brauchte nach toller Vorarbeit von Tolga Cengelcik nur noch den Fuß hinzuhalten.
Daniel Schmitz lässt sich für das Führungstor in der 36. Minute feiern. Er brauchte nach toller Vorarbeit von Tolga Cengelcik nur noch den Fuß hinzuhalten.
Foto: Heinrich Jung

Horst..  Der SV Horst 08 entfernt sich mit Riesenschritten aus der Abstiegszone der Westfalenliga. Die Schwarz-Weißen landeten am Sonntag ihren dritten Sieg in Folge und kletterten mit dem 2:0-Erfolg gegen die SpVg. Holzwickede auf den elften Tabellenplatz.

Der SV Horst 08 ist in dieser Saison der Verein für die ganz besonderen Spiele. Auch das Duell mit der SpVg. Holzwickede stellte Zuschauer und Trainer Jörg Krempicki auf eine harte Probe. Die Hausherren hatten die über weite Strecken zerfahrene Partie dominiert und führten nach dem Treffer von Daniel Schmitz (36.) leistungsgerecht mit 1:0. Doch dann kam die 88. Spielminute, die Ausgangspunkt für eine kuriose Zitterpartie wurde. Der Spuk hatte erst in der neunten Minute der Nachspielzeit ein Ende.

Kein Elfmeter

Zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit hatte Schiedsrichter Matthias Erning noch auf Vorteil für die SpVg. Holzwickede entschieden. Ein Gästespieler war in unmittelbarer Nähe des Strafraums zu Fall gebracht worden. Die Flanke, die anschließend in den Strafraum segelte, brachte den SV Horst 08 zum ersten Mal überhaupt an diesem Nachmittag in ernste Verlegenheit. Jose Castillo schmiss sich mit voller Wucht ins Kopfballduell mit Markus Krawietz. Holzwickede forderte für das Einsteigen Strafstoß, Erning entschied jedoch „nur“ auf Freistoß. In den folgenden fünf Minuten hatte der Schiedsrichter alle Hände voll zu tun, aufgebrachte Holzwickeder in die Schranken zu weisen. Der bis dahin äußerst ruhige Fußball-Nachmittag war dahin. Während Erning die Gemüter an der Seitenlinie beruhigte, schlichtete Assistent Jan Hörsting hitzige Diskussionen unter den Spielern. Bis zur Ausführung des Freistoßes sollten weitere fünf Minuten vergehen, weil Hörsting auf dem Weg zurück zur Seitenlinie umknickte und nicht mehr weitermachen konnte. Jetzt forderten Holzwickeder den Spielabbruch, doch Schiedsrichter Erning ließ sich nicht aus der Reserve locken. Der souverän leitende Unparteiische übergab die Fahne an einen Horster Betreuer mit dem Auftrag, nur Aus-Entscheidungen anzuzeigen. „Auf das Abseits achte ich selbst“, erklärte Erning.

Und während Holzwickede in der neunten Minute der Nachspielzeit (erneut lautstark) eine angebliche Abseitsstellung monierte, hatte der eingewechselte Tobias Krause keine Mühe, den Ball in aller Seelenruhe an Holzwickedes Torhüter Torben Trapp vorbei zum 2:0 in die Maschen zu schieben. Das Spiel war damit gelaufen.

„Natürlich haben wir in dieser einen Szene Glück, dass der Schiedsrichter nicht auf Elfmeter entscheidet“, gab Jörg Krempicki nach Spielende zu. Horsts Trainer ergänzte aber: „Der Sieg war dennoch hochverdient. Wir hatten nicht nur mehr vom Spiel, sondern auch die besseren Chancen.“ Ein Eindruck, den auch mehr als 350 Zuschauer am Schollbruch teilten. Holzwickede hatte in der gesamten Spielzeit kein Mittel gefunden, den SV Horst 08 ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Vieles beim Gast war auf Zufall und mögliche Patzer des Gegners ausgelegt. Zu wenig gegen einen SV Horst 08, der zwar spielerisch nicht an die Vorstellungen der Vorwochen anknüpfte, aber dennoch einen souveränen Eindruck hinterließ.

Ingo Peter, Trainer der SpVg. Holzwickede, bewertete den Spielverlauf etwas anders: „Ich habe ein interessantes und intensives Spiel gesehen. Beide Mannschaften haben viel investiert. Aus meiner Sicht wäre ein Unentschieden gerechter gewesen.“