SV Horst 08 besiegt den TSV Marl-Hüls

Gero Krempicki belohnte seine Mannschaft am Sonntag mit dem Siegtreffer in der fünften Minute der Nachspielzeit. Der 21-Jährige schaltete nach einem Eckball als schnellster.
Gero Krempicki belohnte seine Mannschaft am Sonntag mit dem Siegtreffer in der fünften Minute der Nachspielzeit. Der 21-Jährige schaltete nach einem Eckball als schnellster.
Foto: Martin Möller

Marl..  Drei Platzverweise, zwei Elfmeter und ein Siegtor in der fünften Minute der Nachspielzeit: Spiele mit Beteiligung des SV Horst 08 haben in der laufenden Saison enormen Unterhaltungsfaktor. Auch diesmal. Die Schwarz-Weißen distanzierten sich am Sonntag mit einem turbulenten 3:2-Sieg beim Tabellenzweiten TSV Marl-Hüls weiter von den Abstiegsrängen. Es war schon der vierte Sieg im sechsten Rückrundenspiel.

„Da kann man mal sehen, wie doof wir sind“, polterte Jörg Krempicki nach Spielende. Der Trainer des SV Horst 08 wusste noch nicht so recht, ob er sich freuen oder ärgern sollte. Zufrieden sein konnte er mit dem Endresultat. Das 3:2 entsprach dem Spielverlauf und war leistungsgerecht. Die Art und Weise, in der dieser überraschende Sieg zustande kam, gefiel dem 55-Jährigen aber weniger: „Wir müssen viel eher für klare Verhältnisse sorgen.“ In der Tat hätten sich die Horster die Zitterpartie in den letzten Spielminuten ersparen können.

Knapp 450 Zuschauer sahen eine erste Halbzeit ohne spielerische Höhepunkte. Weder der SV Horst 08 noch der TSV Marl-Hüls ließen Torchancen zu. Beide Teams gingen konsequent in die Zweikämpfe, wurden dafür jeweils einmal hart bestraft. Die Horster in der 24. Minute. Ein überflüssiges Foulspiel bescherte dem TSV Marl-Hüls einen Freistoß aus 25 Metern. Der Schuss von Christian Erwig wäre nicht einmal gefährlich geworden, allerdings blockte ihn Okan Isleyen unglücklich mit der Hand. Den fälligen Strafstoß verwandelte Sebastian Westerhoff zur Marler Führung. Übereifrig agierten aber auch die Gastgeber. In der 27. Minute rauschte Tugay Tekin Horsts Angreifer Gero Krempicki rüde in die Hacken. Schiedsrichter Marco Müller zeigte ihm folgerichtig die Rote Karte.

Richtig spannend wurde es erst nach dem Seitenwechsel. Der TSV drängte trotz Unterzahl auf das 2:0. In der 49. Minute scheiterte Christian Erwig gleich zwei Mal aus bester Position. Der SV Horst 08 verstand es mit zunehmender Spielzeit aber immer besser, Kapital aus der Überzahlsituation zu schlagen. In der 55. Minute schloss Daniel Schmitz einen Konter zum Ausgleich ab. Der 24-Jährige schnibbelte den Ball nach Vorlage von Tolga Cengelcik gefühlvoll ins rechte Eck. Nur sieben Minuten später jubelte der SV Horst 08 erneut. Tolga Cengelcik zog aus 16 Metern ab und traf nur den Pfosten, im Nachschuss scheiterte Gero Krempicki an den Reflexen von TSV-Torhüter Andre Bley. Der Ball landete erneut vor den Füßen von Cengelcik. Sein zweiter Versuch schlug unhaltbar unter der Latte ein.

TSV trifft zu Neunt zum Ausgleich

Ruhe bekamen die Horster aber nicht in die Partie. Der TSV Marl-Hüls versuchte mit allen Mitteln die drohende Niederlage abzuwenden. Leider auch mit unsportlichen Mitteln. In der 73. Minute trat Kai van der Gahlen Horsts Pierre Nowitzki von hinten in die Beine. Schiedsrichter Marco Müller zückte zum zweiten Mal den roten Karton. Hüls agierte aber auch mit nur acht Feldspielern offensiv und wurde in der 80. Minute belohnt. Horsts Keeper Leon Beer holte Sebastian Westerhoff im Strafraum von den Beinen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Christian Erwig souverän.

Der SV Horst 08 schüttelte den Ärger über den unnötigen Ausgleich schnell ab und drückte nun mit aller Macht auf die erneute Führung. An der Seitenlinie bekam Trainer Jörg Krempicki graue Haare: Erst scheiterte der kurz zuvor eingewechselte Zoran Georgiev aus zehn Metern (89.), dann vergab Daniel Schmitz nach Vorlage von Serkan Köse (90.). Erst in der fünften Minute der Nachspielzeit gelang der vielumjubelte Siegtreffer. Gero Krempicki stocherte den Ball nach einem Eckball aus kurzer Distanz über die Linie.

Es folgten wütende Proteste der Marler, die ein dritter Spieler mit einem Platzverweis bezahlte. Ertan Temel, der kurz vor dem 2:3 noch heldenhaft auf der Linie gerettet hatte, vergriff sich im Ton und sah die Ampelkarte.