SV Hessler 06 schlägt sich selbst

Genclerbirligis Kapitän Cahit Gündgan (rechts) beglückwünscht den Doppeltorschützen Nicola Stankovic zu seinem zweiten Treffer. Nach diesem Tor war Genclerbirligi Resse überlegen, Hessler gelang nichts mehr.
Genclerbirligis Kapitän Cahit Gündgan (rechts) beglückwünscht den Doppeltorschützen Nicola Stankovic zu seinem zweiten Treffer. Nach diesem Tor war Genclerbirligi Resse überlegen, Hessler gelang nichts mehr.
Foto: Michael Korte

Resse..  Hesslers Trainer Dominik Abel ärgerte sich nach Abpfiff. Seine Mannschaft hatte bei Genclerbirligi Resse mit 1:4 verloren, die Aufstiegsplätze sind für Hessler nun auch rechnerisch nicht mehr zu erreichen. Doch das war nicht der Grund des Ärgers, vielmehr machte ihn der Spielverlauf wütend: „Wenn ich bei einer 1:4-Niederlage sage, dass wir hätten gewinnen können, halten mich alle für bekloppt. Aber wir waren vor der Halbzeitpause besser, die Gegentore haben wir Resse selbst vorgelegt“.

Die Vorteile Hesslers in der ersten Halbzeit zeigten sich fast schon nach fünf Minuten auch im Ergebnis. Genclerbirligis Torwart Burak Yildiz verstoppte einen Pass, der Ball kullerte in Richtung Resser Tor, doch der Keeper eilte zurück und konnte seinen Fehler gerade noch ausbügeln. Getreu dem Motto „Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu“ klingelte es nur zwei Minuten später auf der anderen Seite. Bei einem langen Pass auf Mohamed Bouachria zögerte Hesslers Torwart Ajdin Mehmedagic beim Herauslaufen. Das nutzte Resses Stürmer aus, er lupfte den Ball über den Gästekeeper auf Firat Gündogan, der den Ball ins leere Tor köpfte (8.).

Hessler zeigte sich nahezu unbeeindruckt von diesem Gegentreffer. Nur vier Minuten später hatte Ferhat Erdal die Chance zum Ausgleich, doch sein Distanzschuss flog knapp am Tor vorbei. Die Gäste drückten weiter, Genclerbirligi stand allerdings gut und verteidigte die knappe Führung. „In der ersten Halbzeit haben wir nur reagiert“, kritisierte Resses Trainer Burhan Kaya seine Mannschaft. Hessler kam nun öfter zu Torchancen. Patrick Rüsenberg verfehlte das Tor zweimal knapp, David Mühlhause rutschte Millimeter an einer Flanke vorbei. Auf der Gegenseite hatte Mohamed Bouachria nach einem Konter fast freie Bahn, doch er vertändelte die Chance leichtfertig bei dem Versuch, den Ball mit der Hacke anzunehmen (37.). Das rächte sich. Eine Flanke von David Mühlhause klärten die Gastgeber zu kurz, Stefan Hau reagierte am schnellsten und schoss den Ball freistehend ins Tor (39.). Nach diesem verdienten Ausgleichstreffer hatten sich alle schon auf ein 1:1 zur Pause eingestellt, als Resse noch einmal zuschlug. Hessler ließ sich den Ball in der eigenen Hälfte abluchsen, Nicola Stankovic stand bei der flachen Hereingabe von Ersel Özkadam genau richtig und schob den Ball ein (43.).

Hessler kam trotz des Rückstandes hochmotiviert aus der Kabine, doch nur zehn Minuten später gab es einen großen Dämpfer. Nach einem Ballverlust konterten die Gastgeber, Stefan Orhöfer foulte Mohamed Bouachria im eigenen Strafraum. Den fälligen Elfmeter verwandelte Ali Vural sicher (54.). Bei Hessler ging nun nicht mehr viel, Genclerbirligi dagegen kam immer besser ins Rollen und erhöhte durch Nicola Stankovic auf 4:1 (66.). Genclerbirligi hatte noch weitere Chancen, vergab diese aber. Ein höherer Sieg wäre angesichts der ersten Hälfte auch nicht verdient gewesen.

„Wir waren in der ersten Halbzeit besser, haben uns aber nicht belohnt“, sagte der enttäuschte Dominik Abel. Doch auch Genclerbirligi hatte seine starke Phase. „Nach dem 3:1 waren wir überlegen“, sagte Burhan Kaya.