SSV Buer setzt sich gegen Falkenhorst Herne durch

Sabrina Mallner (l.) und die SSV Buer setzten sich im Spitzenspiel gegen Herne durch.
Sabrina Mallner (l.) und die SSV Buer setzten sich im Spitzenspiel gegen Herne durch.

Buer..  Es ist noch gar nicht so lange her, noch keine Woche, als Marcel Dietzek die Sportart wechselte und sich gemeinsam mit seiner Freundin das Eishockey-Spiel der Düsseldorfer EG gegen ERC Ingolstadt anschaute. Als vor dem Spiel der Campino-Song „Alles nochmal von vorn“ aus den Boxen dröhnte, war Marcel Dietzek nicht nur von der Stimmung im ISS Dome begeistert. „Der Liedtext ist genial“, dachte sich der 30-Jährige. In „Alles nochmal von vorn“ geht es unter anderem um Träume, um Zusammenhalt, um Siege, aber auch um Niederlagen. Und dann hatte Marcel Dietzek die Idee.

Am Ostermontag empfing sein Team den Spitzenreiter der Bezirksliga auf der heimischen Anlage an der Löchterheide. Es war das absolute Spitzenspiel. Erster gegen Zweiter, der Rückstand der SSV Buer betrug vor dem Anpfiff fünf Punkte. Allerdings hat die SSV ein Spiel weniger bestritten. Nach dem Aufwärmen versammelte Dietzek sein Team noch einmal in der Kabine und spielte „Alles nochmal von vorn“ ab. In voller Lautstärke.

Seine Spielerinnen hörten genau zu, waren hochmotiviert und zeigten die beste Saisonleistung. Dietzeks Idee fruchtete also. Nach den 90 Minuten nämlich haben die Bueranerinnen nur noch zwei Punkte Rückstand und die Chance auf die Tabellenführung.

Dieses Spiel am Ostermontag war nicht nur der Tabellenkonstellation wegen ein spannendes. Dieses Spiel hatte eine Vorgeschichte. Schon Anfang November trafen sich beide Teams zum Punktspiel auf dem Kunstrasen an der Löchterheide, beim Stand von 2:0 für Herne schaltete sich an diesem fiesen, nasskalten Tag das Flutlicht ab. Spielabbruch und Wiederholung. Falkenhorst Herne habe den Bueranern daraufhin schwere Vorwürfe gemacht. Von Manipulation sei sogar die Rede gewesen. „Alles Quatsch“ sagt Dietzek.

Am Ostermontag hieß es also: Alles nochmal von vorn.

„So hochmotiviert habe ich meine Mannschaft noch nicht erlebt“, sagte Dietzek, der ausgerechnet im Spitzenspiel auf Jaqueline Schwenke verzichten musste. Die Spielmacherin hatte die fünfte Gelbe Karte gesehen. Buer stand hinten kompakt, vor allem Laura Broich verdiente sich Bestnoten. Die erst 17-jährige Abwehrspielerin wurde als Bewacherin für Hernes Torjägerin Jennifer Balkenhol abgestellt, die in 19 Spielen schon 44 Saisontore erzielt hat. Am Montag kam kein weiteres hinzu.

Eigentor zur 1:0-Führung

Nach 40 Minuten ging Buer in Führung. Jessica Zapka hatte sich durchgesetzt, Hernes Spielführerin Monika Otto angeschossen und der Ball trudelte über die Linie. Ein Eigentor, der Favorit lag zurück. Seit zwei Jahren habe Falkenhorst Herne kein Spiel verloren. Mit vielen hochkarätigen Spielerinnen, die ihre Fußballschuhe schon einige Etagen höher geschnürt haben, soll der Durchmarsch gelingen. Zwei Minuten später führte Buer gar mit 2:0. Diesmal war Jessica Zapka auch die Torschützin. Büsra Kesimal hatte den Ball erkämpft, Sabrina Mallner dann Jessica Zapka in Szene gesetzt.

In der zweiten Halbzeit hatte Herne zwar mehr Ballbesitz, doch die Bueraner Abwehr stand sicher. Und Jennifer Balkenhol sah nach wie vor kein Land gegen Laura Broich. Das Spiel wurde Mitte der zweiten Hälfte härter, Sabrina Mallner musste nach 75 Minuten runter, ein fieser Tritt aufs Knie, berichtet Dietzek. „Hoffen wir mal, dass das nichts Schlimmes ist“, sagt der Trainer. Als Herne vier Minuten vor Spielende noch zum Anschlusstreffer kam, wurde es spannend. Doch der Beton hielt. Zur Feier des Tages gab Vereinsboss Norbert Bauer eine Kiste Freigetränke aus. Grund zur Euphorie besteht aber nicht. Da drückt Marcel Dietzek auf die Bremse. „Wir haben noch nichts erreicht“, sagt er. Am 10. Mai findet das Rückspiel statt. Dann geht’s in Herne um die drei Punkte. Vermutlich wird es wieder das Spiel Erster gegen Zweiter sein. Und wieder heißt es: Alles nochmal von vorn.