Sicherer Sieg vor großer Kulisse

Mal eine andere Kulisse in der Sporthalle an der Mühlbachstraße in Erle: 800 Zuschauer sehen, wie Patrick Carney hier für die Schalker Basketballer beim Sieg gegen die Giants Düsseldorf zum Korb zieht.
Mal eine andere Kulisse in der Sporthalle an der Mühlbachstraße in Erle: 800 Zuschauer sehen, wie Patrick Carney hier für die Schalker Basketballer beim Sieg gegen die Giants Düsseldorf zum Korb zieht.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der FC Schalke 04 macht es beim 79:68 gegen die Giants Düsseldorf in der 1. Regionalliga diesmal unspektakulär. Aber auf der Tribüne in der ausverkauften Halle drängeln sich 800 Zuschauer.

Erle..  Es gibt sie also doch noch, die Spiele mit Beteiligung des FC Schalke 04 in der 1. Regionalliga der Basketballer, die auch von Menschen mit Herzproblemen gefahrlos verfolgt werden können. Das Spiel gegen die Giants Düsseldorf war ein solches. Die königsblauen Korbjäger gewannen ihre erste Partie nach der 22-tägigen Winterpause recht unspektakulär mit 79:68 (18:15, 22:17, 24:18, 15:18). In einigen Monaten wird man sich im Rückblick auf dieses Duell allenfalls noch an die großartige Kulisse in der Sporthalle an der Mühlbachstraße in Erle erinnern.

Dank einer Freikarten-Aktion an Schulen und dank der Schalker Fans, deren sportliche Heimat ansonsten die Nordkurve der Veltins-Arena ist, meldeten die Verantwortlichen: ausverkauft. 800 Zuschauer quetschten sich auf den Sitzplätzen – dort, wo man an anderen Spieltagen bequem auch seine Jacke ausbreiten kann.

Die US-Boys ließen sich mitreißen

Von der Stimmung auf den Rängen ließen sich in erster Linie die Schalker US-Boys mitreißen: Trevin Parks und Patrick Carney. Sie entschieden die Partie fast im Alleingang und steuerten zusammen 52 der 79 Schalker Korbpunkte bei. Auch Schalkes Head-Coach Raphael Wilder gefiel die Vorstellung seiner Leistungsträger, aber gleichzeitig kritisierte er: „Von den anderen kamen insgesamt zu wenig Impulse. Unser Spiel lastete zu sehr auf den Schultern von zwei Spielern.“

Das ging an diesem Samstag gut, weil der Gast aus Düsseldorf nicht seinen besten Tag erwischte und nicht so stark agierte wie an den letzten Spieltagen vor Weihnachten, als sie vier von fünf Spielen gewinnen konnten. „Wir haben den Schwung, den wir vor der Winterpause hatten, nicht auf das Spielfeld bekommen“, meinte Giants-Trainer Gerrit Terdenge. „Wir waren nicht zwingend genug. Schalke hat verdient gewonnen.“

Im Gegensatz zu ihren Schalker Landsleuten spielten die US-Boys der Düsseldorfer diesmal nicht am Limit, was man von Seam McGonagill auch nicht erwarten durfte. Dem Aufbauspieler machte in der vergangenen Woche eine starke Erkältung zu schaffen, sein Einsatz war bis zum Sprungball fraglich. Trotzdem erzielte er 17 Punkte für sein Team. Und Dijon Smith? Den besten Rebounder der Liga hat man unter dem Korb auch schon mal griffiger gesehen.

Abgesehen von den Anfangsminuten lag die Führung stets in den Händen der Königsblauen. In den ersten drei Vierteln bauten sie ihren Vorsprung trotz Schwächen im Aufbau und im Abschluss stetig aus, waren gegen Ende des dritten Viertels, als Trevin Parks mächtig aufdrehte, mit 62:47 sogar mal mit 15 Punkten vorne. In den letzten zehn Minuten ließen sie im Gefühl des sicheren Sieges jedoch etwas nach, weshalb die Düsseldorfer kurzzeitig bis auf sieben Punkte herankamen.

Neben Trevin Parks und Patrick Carney gefiel bei den Gastgebern auch Thomas Szewczyk, der acht Körbe machte und ein ganz starkes zweites Viertel hinlegte. Kevin Kern merkte man hingegen an, dass er wegen Adduktorenproblemen nicht im Vollbesitz seiner Kräfte sein konnte. Nur zwei Punkte – das entspricht nicht seinem Standard.

„Wichtig war, dass wir das erste Spiel nach der Pause gewonnen“, resümierte Schalkes Manager Boris Liebing. „Wir haben schon spannendere Spiele gesehen. Letztlich haben wir das Ding gegen die Giants souverän durchgebracht.“ So sah es auch Raphael Wilder. „Wir haben nicht gut gespielt, aber gewonnen. Wir haben wahnsinnige Fehler gemacht“, meinte er. „Das erste Spiel ist immer das schwerste. Nächsten Samstag in Köln müssen wir uns allerdings mächtig steigern.“