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Schwimmen statt kicken

07.09.2008 | 22:35 Uhr

SC Hassel kassiert mit dem 0:1 bei der DJK Germania Gladbeck die erste Niederlage in dieser Saison.Das einzige Tor fällt zehn Minuten vor Schluss bei heftigem Regen auf dem Ascheplatz am Krusenkamp

Der Hasseler Tobias Kohllöffel (re.) klärt auf dem in dieser Szene noch gut bespielbaren Ascheplatz. Foto: RK, Peggy Mendel

FUSSBALL WESTFALENLIGADJK Germania Gladbeck SC Hassel 1:0 Tor: 1:0 Cengiz Balci (80.).

SC Hassel: Pischetsrieder, Heitbreder, Neuhaus, Adade, Kohllöffel, C. Liedtke, Attris, Karagülmez, Yildiz (68. Yavuzaslan), D. Liedtke (68. Koch), Bahadir.

Gladbeck. "Kickst du noch, oder schwimmst du schon?" Diese Frage, frei nach einem Werbespruch des bekannten schwedischen Möbelkonzerns mit vier Buchstaben, lag einem unweigerlich auf der Zunge, als sich die DJK Germania Gladbeck und der SC Hassel in der Westfalenliga in der zweiten Halbzeit bei heftigem Regen ums runde Leder mühten. Fußball war auf dem mit Pfützen übersäten Ascheplatz am Krusenkamp längst nicht mehr und Wasserball noch nicht möglich, als zehn Minuten vor Schluss das kaum noch für möglich gehaltene Tor des Tages fiel. Zum Leidwesen der Gäste erzielte es der Gladbecker Cengiz Balci. Nach zwei Unentschieden an den beiden ersten Spieltagen musste der SC Hassel nach dem 0:1 (0:0) somit erstmals in dieser Saison als Verlierer vom Feld gehen.

Wie man dieses Ergebnis aus Hasseler Sicht zu bewerten hat, wird man erst in einigen Wochen wissen. Selbst vor der Pause, als der Himmel noch nicht seine Schleusen geöffnet hatte, kam wohl bei den meisten der 300 Zuschauer nicht das Gefühl auf, einer Partie der höchsten westfälischen Amateurliga beizuwohnen. Das lag nicht nur an der Vorstellung beider Teams, sondern auch und vor allem am fehlenden Ambiente.

Westfalenliga auf Asche? Daran will und sollte man sich eigentlich nicht gewöhnen. Der Ball rollte deutlich schneller als auf dem gewohnten Grün, was vielleicht auch zu jener Hektik beitrug, die über dem Duell der Nachbarn lag. "Es war eine zerfahrene Partie", meinte Hassels Sportlicher Leiter Rüdiger Kürschners. "Wir sind nicht so richtig ins Spiel gekommen, und nach der Pause haben wir dann ein klein wenig die Ordnung verloren."

Ordnung - eine der liebsten Vokabeln von Trainer Frank Kandsorra. Sie fehlte, als Cengiz Balci nach einem Freistoß von Daniel Mion mit dem Kopf das Siegtor für die DJK Germania erzielte. "Es ist ärgerlich, nach einem Standard zu verlieren", meinte der Coach. "Gerade solche Situationen wollten wir an sich vermeiden." Die Abwehr war bis dahin wieder einmal das Prunkstück der Gäste, brachte sich aber durch die einzige größere Unaufmerksamkeit selbst um die Frucht ihrer Arbeit. Torwart Holger Pischetsrieder, der beste Mann seines Teams, hielt alles, was haltbar war. Gegen den wuchtigen Kopfstoß von Cengiz Balcio war aber auch er machtlos.

Während der Defensive trotz allem die Reife für die Westfalenliga bescheinigt werden kann, hapert es noch im Spiel nach vorne. Der ehemalige Hasseler Savas Karabulut im Gladbecker Tor brauchte kaum einzugreifen, selbst nicht nach dem besten Gäste-Angriff in der 65. Minute, als der überraschte Ali Yilmaz nach einem Konter über Cezary Liedtke über die Latte zielte. Mit diesen Leistungen in der Offensive dürfte es der SC Hassel auch bei schönem Wetter schwer haben, sich der Abstiegszone fernzuhalten.

Von Michael Koch

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