Schon zum 04. Mal in Katar dabei

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Doha..  Brigitte, Kristina und Frank haben die besten Plätze beim Trainingslager in Katar. Sie sitzen bei den Einheiten der Schalker in der Aspire Academy in der ersten Reihe auf Plastikstühlen, während die anderen knapp 40 mitgereisten Schalke-Fans auf der Steintribüne Platz nehmen. Frank und seine Frau Kristina kommen aus Gelsenkirchen, Brigitte ist Duisburgerin. „Ich wurde schon als Baby mit Blau-Weiß gefüttert, ich hatte gar keine andere Wahl, als eine Schalkerin zu werden“, sagt sie. 65 Jahre später ist sie mit Frank und Kristina schon zum vierten Mal ins Trainingslager nach Katar gereist.

Auf die Reisen in andere Schalker Trainingslager haben sie bislang verzichtet. „Die sind total überlaufen, da kommst du ja gar nicht richtig an die Spieler ran“, sagt Kristina. Das Highlight in diesem Jahr sei wieder die Blau-Weiße Nacht gewesen, die am Dienstagabend stattfand. Beginn. 19.04 Uhr. So wie immer. Der FC Schalke 04 lud die mitgereisten Fans ins Mannschafthotel „The Torch“ ein, mit der Mannschaft wurde lecker gegessen und dabei viel geplaudert. „Das war vielleicht toll. Ein ganz wunderbarer Abend“, schwärmt Frank. Brigitte, Theresa und Frank saßen gemeinsam mit Schalkes neuem Cheftrainer Roberto Di Matteo an einem Tisch. „Wir haben ihm gesagt, dass wir auf jeden Fall wieder in die Champions League wollen“, sagt Frank und ergänzt: „Das will der Roberto natürlich auch. Er uns erzählt, dass er glücklich ist, dass er den Matija Nastasic bekommen hat.“ Namen von weiteren möglichen Neuzugängen konnte Frank dem Trainer aber nicht entlocken. „Er hat gesagt, dass er noch den Messi und den Ronaldo haben wollte, die aber wohl zu teuer sind“, sagt Frank und lacht.

Meyer besser als Ronaldo

Und dann haben sich die drei Fans bei der Blau-Weißen Nacht auch noch Max Meyer geschnappt und ihm erzählt, dass sie den ersten „Mäxchen-Meyer-Fanclub“ gegründet haben. „Der Max hat sich sehr gefreut, wir sollen ihn auf dem Laufenden halten“, sagt Kristina. Noch ist der Fanclub nicht eingetragen, aber das wollen die drei Meyer-Fans bald ändern. „Real Madrid hat CR7, wir haben MM7 und unser Siebener ist besser“, sagt Brigitte. Margot, das vierte Mitglied, eine 80-jährige Dame aus Gelsenkirchen, wollte auch mit nach Katar reisen, durfte es aber nicht. „Der Blutdruck“, erklärt Frank. „Der Arzt hat gesagt, dass sie sich die Reise nicht antun darf.“ Kristina: „Max hat gesagt, dass wir sie lieb grüßen sollen.“

1600 Euro lässt sich jeder Fan die Reise ins Wintertrainingslager in der Wüste kosten. Im Preis enthalten: Flug und Hotel. Der FC Schalke 04 bietet den Trip in den Wüstenstaat in Zusammenarbeit mit der Reiseagentur der Deutschen Fußball Liga an. Für Frank und Kristian geht der Jahresurlaub dafür drauf. Untergebracht sind die Fans in einem Vier-Sterne-Hotel, etwa 20 Minuten Fahrzeit von der Aspire-Academy entfernt. Jeden Morgen werden sie mit dem Bus abgeholt und zum Training gefahren. Nach den Einheiten werden Erinnerungsfotos mit den Spielern gemacht, oder es wird auch hier ein bisschen geplaudert. Der Nachmittag steht dann zur freien Verfügung, Brigitte, Kristina und Frank waren auf dem Basar und auch bei einer Falkenshow. „Die Kataris sind sehr höflich, aber nicht so aufdringlich dabei“, sagt Kristina. Der geplante Besuch im Islam-Museum musste ausfallen, es ist geschlossen. Auf die Tour mit dem Geländewagen durch die Wüste haben die drei verzichtet, Frank und Kristina haben dieses Angebot schon in ihrem ersten Jahr in Katar wahrgenommen.

Das schönste Erlebnis

Das schönste Erlebnis in vier Jahren Katar, da sind sich Brigitte, Kristina und Frank einig, sei der Blau-Weiße Abend vor zwei Jahren mit Raul gewesen. Nach seiner Zeit in Schalke spielte die spanische Fußballlegende beim katarischen Erstligisten Al Sadd Sports Club und nutzte die Gelegenheit, seine ehemaligen Teamkollegen im Mannschaftshotel zu besuchen. „Wir saßen damals neben Raul am Tisch. Er ist nicht nur auf dem Fußballplatz ein großes Vorbild. So einen wie den gab es noch nie auf Schalke“, sagt Frank Thiel.