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Schon wieder dreistellig

07.10.2012 | 13:01 Uhr
Schon wieder dreistellig
Schalkes Atanas Penev, der für 14 Punkte verantwortlich war, gegen Düsseldorfs Max Bräutigam (rechts).Foto: Gerhard Schypulla

Erle.   Double-double-Mann Fabian Horstmann trifft für den FC Schalke 04 zum 100:67-Endstand gegen die Giants Düsseldorf, deren Chris Brown sich Ende des dritten Viertels die rechte Schulter auskugelt. Trainer Heiko Skiba lässt seine komplette Start-Fünf in den letzten zehn Minuten zuschauen.

FC Schalke 04 -
Giants Düsseldorf 100:67 (46:31)

Viertel: 21:23, 25:8, 26:19, 28:12.

FC Schalke 04: Piechotta (2), Leidag (7), Höfer, Schmüdderich (20/1), Horstmann (12), Reckinger (3/1), Hülsmann, Letailleur (13/2), Lehmann (5/1), Smith (18), Penev (14).

Die Basketballer des FC Schalke 04 trinken umsonst. Schon wieder, zum dritten Mal nach dem vierten Spiel in dieser Saison der 1. Regionalliga. Nur einer nicht, der muss nämlich die Kiste Bier für die Mannschaft kaufen. Nach Atanas Penev und Kevin Lehmann war am Samstagabend beim 100:67 (46:31)-Erfolg über die Giants Düsseldorf Center Fabian Horstmann der Mann, der jene 100-Punkte-Marke knackte und sich nach seinen zwölf Zählern und elf Rebounds Double-double-Mann nennen durfte.

Als das letzte Viertel lief, war der 23-jährige 2,04-Meter-Riese nicht nur der größte, sondern auch der auffälligste Akteur. Was wohl auch daran lag, dass Trainer Heiko Skiba seiner kompletten Start-Fünf in den letzten zehn Minuten eine Pause auf der Bank verordnete; was aber auch daran lag, dass die vermeintlich zweite Garde richtig gut drauf war. Christoph Schmüdderich zum Beispiel, der auf 20 Punkte kam. „Er ist von außen ein Killer“, sagte Heiko Skiba, um dann pauschal zu loben: „Die Jungs trainieren gut. Alle. Und dann muss man die Leute in so einem Heimspiel auch bringen.“

Schalke startet mit einen 12:0-Lauf ins zweite Viertel

Dieses Heimspiel hatte dem Schalker Trainer allerdings in den ersten zehn Minuten überhaupt nicht gefallen. Er hatte am Spielfeldrand sogar geschrien. Warum? „Wir wollten im Angriff, was wir dann in der zweiten Halbzeit auch gemacht haben, schnell spielen, den Ball laufen lassen und uns bewegen“, erklärte Heiko Skiba. Und hinten sollten die Schalker vor allem auch den ehemaligen Nationalspieler Gerrit Terdenge gut verteidigen. „Dann macht der im ersten Viertel 13 Punkte“, sagte Heiko Skiba. „Wenn du das eine Woche trainierst und eine halbe Stunde vor dem Spiel noch 20-mal erzählst, und es dann nicht läuft, kann man sich schon mal aufregen.“

Die Sorgen des Trainers, nicht verstanden worden zu sein, legten sich jedoch ganz schnell gegen das Düsseldorfer Mini-Aufgebot, das nur aus acht Spielern bestand und einen seiner besten Werfer ersetzen musste. Markus Hallgrimson ist wegen Schiedsrichter-Beleidigung gesperrt. Mit einem 12:0-Lauf starteten die Schalker in das zweite Viertel, das sie am Ende mit 25:8 gewannen. „Da hat man schon gesehen: Wenn wir in der Verteidigung unseren Job machen und im Angriff unser Spiel spielen, sind wir auch die bessere Mannschaft.“

Und so hatte Heiko Skiba die Entscheidung, das Quintett Kevin Lehmann, Juozas Ramanauskas, Jan Letailleur, Justin Smith und Atanas Penev zum Zuschauen zu verdammen, offensichtlich auch schon sehr früh getroffen. Zumal gegen Ende des dritten Viertels – 66:46 stand es da – auch noch Düsseldorfs Bester ausgefallen war. Bei einer anscheinend harmlosen Aktion hatte sich Chris Brown (14 Punkte), der ehemalige Schalker, die rechte Schulter ausgekugelt. Nachdem Schalkes Physiotherapeut Holger Just die lädierte Schulter begutachtet hatte, wurde Chris Brown ins Bergmannsheil nach Buer gebracht, und dort wurde seine Schulter unter leichter Narkose wieder eingerenkt. Nach diesem Eingriff ist der 29-Jährige dann mit seinen Teamkollegen zurück nach Düsseldorf gefahren.

Viel Beifall von den Rängen

Die Überlegenheit des Tabellenführers war schließlich so groß, dass das Selbstvertrauen immer größere Formen annahm. Inzwischen huschte auch Trainer Heiko Skiba, der nun häufiger auch mal zumindest für kurze Momente auf seinem Stuhl Platz nahm, häufiger ein Lächeln übers Gesicht. Er brachte schließlich auch noch seine Spieler elf und zwölf, nämlich Steffen Piechotta, der auch gleich traf, sowie Stefan Höfer. Und als das Spiel vorbei war, gab es reichlich Applaus von der Rängen in der Sporthalle an der Mühlbachstraße – viel Beifall für ein Team, das mehr noch als durch seine Qualität dank seiner Harmonie überzeugt.

Andree Hagel



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