Schalkes U23 schafft den Klassenerhalt

Er wurde noch mal eingewechselt: Gerald Asamoah, der sich hier gegen Krays Emre Yesilova (rechts) behauptet.
Er wurde noch mal eingewechselt: Gerald Asamoah, der sich hier gegen Krays Emre Yesilova (rechts) behauptet.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Schalkes U23 unterliegt zwar mit 0:1 beim FC Kray, ist aber dennoch gerettet. Und die Ultras feiern den Kultspieler, der noch einmal eingewechselt wurde

Essen..  Gerald Asamoah machte ein eindeutiges Zeichen. Die Finger leicht angewinkelt, als ob er etwas heben wolle. Die Jungs gegenüber hatten verstanden. Es war in der Halbzeitpause, als sich Schalkes Kultkicker warm lief, um kurze Zeit später eingewechselt zu werden. 45 Minuten später feierten die Ultras GE ihren Liebling und Schalkes Zweite den Klassenerhalt. Denn trotz einer 0:1-Niederlage beim FC Kray ist der Verbleib in der Regionalliga West perfekt, weil die Abstiegskonkurrenten Wattenscheid 09 (1:4 in Lotte) und KFC Uerdingen (0:4 beim neuen Meister Borussia Mönchengladbach II) ihre Aufgaben verschluderten. Und auch der FC Kray, der Außenseiter aus der Essener Vorstadt, ist gerettet.

„Ich ärgere mich schon über die Niederlage, aber dennoch möchte ich meiner Mannschaft ein Riesenkompliment aussprechen. Vor ein paar Wochen hatten wir schon sieben Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz und waren so gut wie weg. Daher freuen auch wir uns über den Klassenerhalt“, erklärte S04-II-Coach Jürgen Luginger. Für sein Team war es die erste Niederlage nach zuvor sieben ungeschlagenen Spielen in Folge – eine ganz starke Serie.

Und Asamoah? „Lugi“ hatte da so etwas angedeutet, dass der 36-Jährige in seinem letzten Auswärtsmatch noch einmal so richtig Schweiß im königsblauen Shirt lassen dürfe. Die Geste zur Pause in Richtung der Ultras war daher eine feine Ankündigung.„Ich habe den Jungs versprochen, dass ich mal mit ihnen einen trinken gehen werde“, erklärte Asamoah nachher lachend. „Das ist toll, wie die Jungs uns unterstützt haben.“

Die Schalker Supporter waren mit etwa 250 Leuten nach Essen gereist – vor allem um „Asa“ zu feiern. Ihn haben zwar alle Schalker furchtbar gern, aber bei vielen Gegnern ist er auch im betagten Fußballer-Alter immer noch eine Reizfigur. „Scheiß Asamoah“, brüllten nämlich die „Kray-Supporters“, als sich der Mann mit der Nummer 14 kurz nach seiner Hereinnahme mit Krays Vincent Wagner ein kleines Kämpfchen auf dem Platz lieferte.

Da hatte auch Pierre-Emerick Aubameyang seinen Spaß. Der Stürmer von Borussia Dortmund fuhr mit seinem Batmobil am Uhlenkrug vor, um seinen Bruder Willy zu unterstützen. Der verteidigt seit dieser Saison für den kleinen FC Kray und sorgt so im Essener Norden für einen gewissen Promifaktor.

Zurück zu Asamoah, der nächsten Samstag nach dem Heimspiel gegen Regionalliga-Meister Gladbach II endgültig das Trikot ausziehen wird. „Ein bisschen Wehmut ist schon dabei“, gab der ewige Publikumsliebling zu. „Wenn man so lange Fußball gespielt hat, wird natürlich etwas fehlen. Aber ich habe ja noch mein großes Abschiedsspiel am 14. November vor mir. Dann wird es hoffentlich noch einmal eine richtig schöne Feier geben.“

Die war gestern den etwas verrückten Krayern überlassen. Philipp Gödde war es vorbehalten, die Essener in den siebten Fußball-Himmel zu katapultieren. Nachdem der Stürmer in der 65. Minute eine Flanke des gerade eingewechselten Xhino Kadiu zum 1:0 im Schalker Tor versenkte, war Kray durch – und bereit für eine lange Nacht im Irgendwo. Aber Schalke feierte ja auch...