Schalke zittert sich ins Halbfinale

ikita Khartchenkov, hier im Trikot  des Bundesligisten Phoenix Hagen, zeigte im Pokal-Viertelfinale sein Debüt für den FC Schalke 04. Der 28-Jährige war mit 26 Punkten zudem der beste Schalker Scorer.
ikita Khartchenkov, hier im Trikot des Bundesligisten Phoenix Hagen, zeigte im Pokal-Viertelfinale sein Debüt für den FC Schalke 04. Der 28-Jährige war mit 26 Punkten zudem der beste Schalker Scorer.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Das Team von Coach Raphael Wilder gewinnt zwar verdient, aber nur überraschend knapp mit 100:95 beim SC Bayer 05 Uerdingen im Viertelfinale des WBV-Pokals. 26 Punkte von Nikita Khartchenkov

Krefeld..  Dass die Basketballer des FC Schalke 04 im Viertelfinale des WBV-Pokals beim SC Bayer 05 Uerdingen aus der 2. Regionalliga dreistellig treffen würden, war an sich zu erwarten. Dass der erwartete Sieg allerdings sehr knapp ausfiel, und zwar mit einem Vorsprung von nur fünf Punkten, überraschte hingegen. „Wir haben ein typisches Pokalspiel gesehen. Ich kann mit diesem Spiel absolut nicht zufrieden sein“, betonte Schalkes Head-Coach Raphael Wilder nach dem 100:95 (30:21, 23:24, 30:23, 17:27) seiner Mannschaft bei dem eine Klasse tiefer spielenden Gastgeber.

Die Königsblauen verloren das zweite und das letzte Viertel. Und beinahe hätten sie auch das Spiel verloren. Es waren noch 38 Sekunden zu spielen. Die Uerdinger waren bis auf einen Punkt herangekommen und hatten zwei Freiwürfe, die sie allerdings nicht nutzten. Glückerweise ging es aus der Sicht der Schalker zuvor nicht ganz so dramatisch zu. Über weite Strecken lagen sie mit fünf bis zehn Punkten vorne, nach dem dritten Viertel sogar mit 15.

Lichtblick: Nikita Khartchenkov

„Wir haben verdient, am Ende aber auch etwas glücklich gewonnen“, meinte Raphael Wilder, der genau wusste, warum sich sein Team so schwer tat: „Man kann als Trainer reden so viel man will. Aber man bekommt es aus den Köpfen der Spieler einfach nicht heraus, einen vermeintlich schwächeren Gegner im Pokal zu unterschätzen. Das passiert beim Fußball, das passiert auch beim Basketball. Das ist alles eine Sache der Einstellung.“

Es gab allerdings auch einen Lichtblick, den Raphael Wilder in der Krefelder Josef-Koerver-Halle zu Augen bekam: Nikita Khartchenkov, der kurzfristig verpflichtete Vertreter des verletzen Kevin Kern. „Sehr gut“, antwortete er auf die Frage, wie er denn die Leistung des ehemaligen Hageners beurteilt. Der 28-Jährige agierte bei seinem Debüt im königsblauen Trikot auf den Flügeln und als Center, er verdiente sich mit 26 Punkten auf Anhieb des Top-Scorers des Tages in Reihen der Gäste, noch vor Trevin Parks, der einmal weniger traf.

Noch erfolgreicher waren allerdings zwei Uerdinger Akteure, gegen die die schlecht verteidigenden Schalker kein wirksames Mittel fanden: der ehemalige Wulfener Lukas Kazlauskas, der sage und schreibe 36 Punkte gegen den Erst-Regionalligisten machte, und der achtmal weniger erfolgreiche Michael Daniyelyan. „Ein riesiges Kompliment an unseren Gegner. Er ist mit großer Leidenschaft zu Werke gegangen und hat sich ganz hervorragend präsentiert“, lobte Raphael Wilder. „Das war kein Blowout für uns, sondern alles andere als ein leichtes Spiel.“

Für sein Team geht es bereits am Samstag in der Meisterschaft mit dem Derby beim BSV Wulfen weiter. Deshalb wollte sich der 61-Jährige auch gar nicht mehr lange mit dem Pokal beschäftigen, zumal ihm der Termin in der Mitte der Woche gar nicht passte. „Dieses Spiel in Krefeld hat nur unseren Trainingsrhythmus gestört“, fand er. „Wenigstens haben wir es gewonnen. Wir sind ins Halbfinale eingezogen. Ansonsten kann ich nur noch eines damit machen: abhaken.“