Schalke zieht ins Finale ein

Nikita Khartchenkov, war Schalkes Matchwinner. Khartchenkov traf in letzter Sekunde der Verlängerung.
Nikita Khartchenkov, war Schalkes Matchwinner. Khartchenkov traf in letzter Sekunde der Verlängerung.
Foto: Rainer Raffalski

Erle..  Die Basketballer des FC Schalke 04 haben in dieser Saison schon oft die Nerven ihrer Anhängerschaft auf die Folter gespannt. Aber was die leider nur 200 Zuschauer am Mittwochabend in der Halle an der Mühlbachstraße im Halbfinale des WBV-Pokals erlebten, stellte alles, was bisher als Krimi oder Drama beschrieben wurde, in den Schatten. Die königsblauen Korbjäger und die RheinStars aus Köln lieferten sich im Duell zweier Erst-Regionalligisten einen Abnutzungskampf auf allerhöchstem Niveau, der erst nach einer zweiten Overtime und das bezeichnenderweise auch noch durch einen Buzzer Beater von Nikita Khartchenkov zum 98:97-Endstand entschieden wurde.

Die Schalker, die krankheitsbedingt ohne Michael Agyapong auskommen mussten, haben sich somit erstmals seit vier Jahren für die Finalspiele qualifiziert und treffen dort auf die SG Sechtem, die sich überraschend mit 70:67 beim Vorjahressieger Grevenbroich Elephants durchsetzen konnte. „Ich freue mich auf packende Duelle und auf das Wiedersehen mit dem von mir sehr geschätzten Trainer-Kollegen Meik Bassen“, sagt Schalkes Head-Coach Raphael Wilder. Die Finalspiele (Hin- und Rückspiel) sind für die Woche vom 23. bis 29. März terminiert. Die genauen Ansetzungen stehen noch nicht fest.

An Dramatik nicht zu überbieten

Die Freude nach dem sicher glücklichen, aber verdienten Sieg gegen die RheinStars kannte auch bei Raphael Wilder keine Grenzen mehr. Nachdem Nikita Khartchenkov mit der Coolness eines gebürtigen Russen den letzten Ball versenkt hatte, hielt es auch den erfahrenen Trainer nicht mehr in der Nähe seiner Bank. „Das war an Dramatik nicht zu überbieten“, meinte er.

Es ging hin und her auf dem Parkett der ehrwürdigen Mühlbachstraße. Entsprechend oft wechselte auch die Führung. Das erste Viertel ging mit 17:16 an Schalke, zur Halbzeit der regulären Spielzeit waren die Kölner mit 33:29 vorne, nach einer halben Stunde schien das Pendel beim Stand von 59:49 klar zugunsten der Schalker auszuschlagen, aber nach dem vierten Viertel hieß es dann: 78:78. Verlängerung! Nach fünf zusätzlichen Minuten war immer noch keine Entscheidung gefallen: 87:87. Zweite Verlängerung! Die Halle kochte längst. Und erlebte dank Nikita Khartchenkov ein Herzschlagfinale mit einem Happy End.

„In der ersten Halbzeit habe ich kein gutes Spiel gesehen“, meinte Raphael Wilder. „Aber das Niveau wurde von Minute zu Minute besser. Alles, was unsere Jungs am Samstag in Bonn noch falsch gemacht haben, haben sie diesmal richtig gemacht.“ Sie haben vor allem fantastisch verteidigt, auch wenn sie nicht verhindern konnten, dass der überragende Kölner US-Amerikaner David Downs 29 Punkte erzielte. „Dieser Sieg tut gut“, fasste Wilder zusammen. „Er ist eine kleine Entschädigung für unsere unglückliche Niederlage nach Verlängerung in Köln in der Regionalliga und als Wiedergutmachung für die Leistung in Bonn zu sehen.“