Schalke geht seinen eigenen Weg
24.11.2011 | 16:49 Uhr 2011-11-24T16:49:00+0100
Gelsenkirchen.Es gibt sogar einen Menschen, der vermitteln will, dass das Derby der Derbys in der Fußball-Bundesliga nichts Besonderes sei, obwohl er unmittelbar beteiligt ist: Huub Stevens, den Trainer des FC Schalke 04, der mit seiner Mannschaft am Samstag (15.30 Uhr) im Signal-Iduna-Park bei Borussia Dortmund antritt – und zwar nicht nur zum Ruhrgebiets-Knaller, sondern auch zum Spitzenspiel, weil der Tabellenzweite auf den Tabellenvierten trifft.
„Natürlich ist da Rivalität, aber auch Respekt“, sagt Huub Stevens. „Dass die Fans Brisanz darin sehen, ist ganz normal.“ Okay. Nun könnte der 57-Jährige auch gleich mit einer Lobhudelei auf den Deutschen Meister starten. Er formuliert seinen Respekt dann aber doch zunächst dezent, weil er von der Art und Weise der vergangenen Jahre bei den Dortmundern beeindruckt sei, um dann auf seinen Verein zu schwenken, der noch ein paar Schwierigkeiten habe. „Aber“, sagt Huub Stevens, „wir versuchen, Schritt für Schritt weiterzukommen.“ Die Frage, wie der nächste sportliche Schritt aussehen müsste, braucht er dann auch gar nicht zu beantworten.
Horst Heldt, der Manager, hat noch gar nichts gesagt. Dass er Kopierer der von Huub Stevens’ Vorgänger Ralf Rangnick als vorbildlich gelobten Arbeit Borussia Dortmunds sein könnte, scheint ihn auch ein bisschen zu nerven. „Wir wollen unseren eigenen Weg gehen“, sagt er. „Mit unseren Eigenschaften, mit unserer Tradition.“ Und weil er gerade den Eindruck hat, als habe vielleicht der eine oder andere den aktuellen Überblick komplett verloren, macht Horst Heldt auch noch einmal sehr deutlich, dass sich die Königsblauen überhaupt nicht zu verstecken brauchen. „Ich denke, was die Qualität unserer jungen Spieler angeht, dass wir mithalten können“, sagt der 41-Jährige. Mit Borussia Dortmund. „Julian Draxler ist nur ein Beispiel.“ Und es ist nicht auszuschließen, dass andere junge Fußballer aus der eigenen Talentschmiede folgen werden: Philipp Hofmann etwa, der Stürmer, der noch A-Jugendlicher, aber schon Stammspieler in der Regionalliga-Mannschaft ist; oder Sead Kolasinac, der Defensiv-Spezialist und Kapitän der Schalker A-Junioren, die Tabellenführer in der Bundesliga sind.
Es ist kein Geheimnis, dass José Manuel Jurado beim FC Schalke 04 nicht so richtig glücklich ist. Bislang hat der 25-jährige Spanier, der im Sommer 2010 für 13 Millionen Euro Ablösesumme von Atlético Madrid kam, seine gewiss vorhandenen Fähigkeiten viel zu selten gezeigt. Interessant scheint er aber nach wie vor für Klubs in seiner Heimat zu sein. Nach dem FC Getafe und dem FC Villarreal soll ein dritter spanischer Verein eine Verpflichtung José Manuel Jurados in Betracht ziehen, und zwar Real Mallorca, wie der Radiosender Cadena Ser berichtet. Schon in der Saison 2008/09 hat Schalkes Nummer 18 auf der Balearen-Insel gespielt.
Es reicht allerdings auch schon der Blick auf, um aus dem Lieblings-Wortschatz Huub Stevens’ zu zitieren, das Hier und Jetzt. Da steht vor dem 21-jährigen Lars Unnerstall, der jede Diskussion über seine Nominierung inzwischen mit Klasse erdrückt hat, die jüngste Innenverteidigung der Liga: Kyriakos Papadopoulos, 19 Jahre und neun Monate alt, sowie Joel Matip, 20 Jahre und dreieinhalb Monate alt. Und schon diese beiden Akteure, die übrigens vom damaligen Alleinherrscher Felix Magath geholt beziehungsweise zum Profi gemacht worden sind, sollten den Dortmundern zu denken geben.
Die Kulisse spornt an
„Wir haben zusammen noch kein Spiel verloren“, sagt Kyriakos Papadopoulos. „Mit Joel klappt die Absprache sehr gut. Dass wir da hinten sehr jung sind, sehe ich nicht als Problem.“ Klar: Auch den griechischen Nationalspieler hat das Derby-Fieber längst gepackt, und er freut sich auf die 80 720 Zuschauer, die am Samstagnachmittag im Dortmunder Signal-Iduna-Park sein werden. „Das ist eine schöne Kulisse, die uns besonders anspornt“, sagt er. Und wer sich dann traut, Kyriakos Papadopoulos mal zu fragen, ob er denn vor irgendeinem BVB-Fußballer Angst habe, bekommt die Antwort eines Erstaunten. „Angst, ich?“, fragt er. „Vielleicht haben die Dortmunder Angst vor einem unserer Spieler, aber ich vor denen ganz bestimmt nicht.“
21:24
Huub ist genau der richtige Trainer für die Jungs und für Schalke.
Wir brauchen uns nicht zu verstecken vor dem BVB. Die Mannschaft schießt viele Tore und ist hinten nicht so anfällig wie am Anfang der Saison.
Dieses Spiel ist nur deshalb so wichtig, denn wer es gewinnt ist ganz oben an der Spitze und wird es wohl lange bleiben. Das Derby ist und bleibt auch das größte und wichtigste Spiel in der BL.
Ich war lange weg und mein Job läßt es wohl auch nicht immer zu, das ich hier schreibe. Aber liebe "der Westen", eure Seite hier gefällt wohl auch nicht nur mich. Wo sind die Kommentare geblieben???
Vor der Änderung war hier mehr los.
Macht diesen Unsinn wieder rückgängig.