Schalke 04 zum dritten Mal Pokalsieger

Die Fans feiern ihre Mannschaft. Der FC Schalke 04 ist WBV-Pokalsieger 2015
Die Fans feiern ihre Mannschaft. Der FC Schalke 04 ist WBV-Pokalsieger 2015
Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen..  Der FC Schalke 04 hat zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte den Pokal des Westdeutschen Basketball-Verbandes gewonnen. Die Königsblauen setzten sich am Mittwoch auch im zweiten Finalspiel gegen die SG Sechtem durch. Der erste, der seine Siegermedaille nach dem 84:75-Erfolg in Empfang nehmen durfte, war Jonas Peters.

Die knapp 700 Zuschauer in der Sporthalle an der Mühlbachstraße skandierten den Namen des Schalker Youngsters schon fünf Minuten vor Spielende lautstark. Trainer Raphael Wilder hatte dem jungen Mann wenige Sekunden zuvor signalisiert, er solle sich warm machen. Peters bekam seine Spielzeit, durfte damit seinen persönlichen Teil zum Pokalerfolg beitragen. „Das war ausdrücklich kein Dankeschön an ihn“, stellte Wilder klar und ergänzte: „Das hat sich Jonas mit harter Arbeit verdient. Er ist nicht nur ein Basketballer mit fantastischen Anlagen, sondern auch eine außergewöhnliche Persönlichkeit.“ Das war nur eine von vielen Personalien, die das Pokalfinale zu einem besonderen Spiel machten.

Die Partie gegen Sechtem wird auch im persönlichen Basketball-Logbuch von Raphael Wilder einen kuriosen Eintrag erhalten. Denn Schalkes Trainer war das Spiel strikt verboten worden. Nach einer Augenoperation am Dienstag hatte ihm sein Arzt eindringlich nahegelegt, das Spiel sausen zu lassen. Aber das kam für Wilder nicht in Frage. Der 61-Jährige verzichtete zwar auf seinen angestammten Platz an der Seitenlinie, nahm dafür aber hinter der Korbanlage zwischen Cheerleadern und VIP-Gästen Platz. Großen Einfluss auf das Spiel hatte er von dort aus nicht. Auch wenn ihm Roland Leidag attestierte. Schalkes Shooting Guard hatte am Mittwoch als 13. Spieler keinen Platz auf dem zwölf Spieler fassenden Spielbogen und saß deswegen in Räuberzivil direkt neben seinem Trainer. Ins Schwitzen geriet Leidag dennoch. Er pendelte ständig zwischen Zuschauerplätzen und Spielfeld hin und her, immer mit einer neuen Botschaft des Trainers an die Mannschaft.

Spannung spielte am Mittwoch freilich keine Rolle. Der FC Schalke hatte bereits das Hinspiel mit 31 Punkten Unterschied gewonnen, führte auch im Rückspiel streckenweise mit mehr als 20 Punkten. Dass der Vorsprung im Schlussviertel auf neun Punkte zusammenschrumpfte, störte Raphael Wilder nicht: „Wir wollten gewinnen. Und das ist uns auch gelungen.“

Die Stimmung in der Sporthalle erreichte erst nach dem Spiel ihren Höhepunkt. Die Ehrengäste Olaf Thon, Martin Max und Gerald Asamoah gratulierten erst den Verlierern, jubelten dann mit den Siegern. Kurios: Einen Pokal bekam Schalke als Pokalsieger nicht. Die Trophäe des Westdeutschen Basketball-Verbandes ist eine Schale. Sie wurde Schalke-Kapitän Jan Letailleur von WBV-Spielleiter Lothar Drewniok überreicht.