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Fußball

SC Hassel mit einem Kraftakt

15.11.2009 | 19:08 Uhr

Westfalenligist siegt nach einem 0:2-Rückstand gegen Hombrucher SV noch mit 3:2 und gibt die Rote Laterne wieder ab.

Die Momentaufnahme am Sonntag, kurz vor 16 Uhr, im Stadion Lüttinghof, war düster: Trister November-Alltag, Regenschauer peitschen übers Spielfeld – und die Heimmannschaft liegt schier aussichtslos mit 0:2 im Hintertreffen. Für die Gastgeber drohten in der Westfalenliga frühzeitig die Lichter auszugehen.

Nur 20 Minuten später war die Wetterlage zwar immer noch grausig, aber auf dem Rasen feierte die siegreiche Elf eine „Aktion Lichtblicke”. Mit einem großen Kraftakt bejubelte der SC Hassel am Ende doch noch einen nicht mehr für möglich gehaltenen 3:2 (0:1)-Sieg über den Hombrucher SV, gab nach einer Woche die Rote Laterne wieder ab und kann sich jetzt 14 Tage lang - nächstes Wochenende ist spielfrei - an diesem Erfolgserlebnis erfreuen. Einer, der bis zuletzt an die Wende geglaubt hatte, war Trainer Michael Dier: „Ich habe noch zur Pause zur Mannschaft gesagt, wir machen genauso weiter wie bisher, irgendwann werden wir belohnt.”

Dabei hätte es gar nicht so weit kommen müssen. Chancen für die Gastgeber waren schon in der ersten Hälfte zur Genüge da, aber wie sie letztendlich vergeben wurden, war fast schon eines Tabellenletzten würdig. Der Rest stimmte: Einsatz, Zweikampfverhalten, Lauffreudigkeit der Hasseler ließen vom Anpfiff weg keine Wünsche offen. Jeder der rund 150 Zuschauer konnte sehen: Hier stand trotz des deprimierenden Tabellenplatzes eine intakte Mannschaft auf dem Platz. Die sich auch von großen individuellen Fehlern nicht unterkriegen lässt. Diesmal patzte ausgerechnet der sonst so zuverlässige Torhüter Sören Stauder: Bei einem Freistoß der Gäste (16.) lief er zuerst raus, blieb dann aber im Niemandsland stehen und musste mit anschauen, wie Anil Konya mit einer Kopfball-Bogenlampe verwandelte. „Völlig unnötig, ich weiß gar nicht, warum er da rauskommt”, rätselte Michael Dier noch nach Spielende über den Blackout. Davor und danach hatte der SC durch Cavaleri, Borzek und Draxler drei Hundertprozentige vergeben.

Gewaltschuss von Borzek

Auch nach dem Wechsel machte das Schlusslicht auf dem tiefen, aufgeweichten Boden unverdrossen weiter. Und kassierte die nächste Klatsche: Nach einem weiten Freistoß stieg wieder Konya am höchsten, sein Kopfball prallte an den Innenpfosten und Cusano brauchte nur noch zum 0:2 (64.) abzustauben. War's das?

Der SC antwortete mit totaler Offensive. Aber es war ein Abwehrspieler, der die Wende einleitete. Acht Minuten später schlug Marcel Ligmann eine weite Flanke in den Strafraum, Tim Heitbreder nahm in aller Seelenruhe an und verwandelte trocken ins lange Eck. „Schön, dass er die Ruhe behielt”, atmete der Trainer auf, der zu diesem Zeitpunkt wusste, „da geht noch was.” Inzwischen war mit Daniel Moritz ein frischer Stürmer eingewechselt worden. Nach 75 Minuten kam er nach einem Querschläger eines Abwehrspielers an den Ball und schob flach und überlegt zum 2:2 ein. „Das Tor wird ihm Selbstvertrauen geben, er hat ja eine längere Durststrecke hinter sich”, freute sich Dier.

Mit dem Remis hätte man schon den letzten Platz verlassen, aber der SC wollte mehr: Es war Michael Borzek vergönnt. Der Routinier hatte zuvor im Mittelfeld eine schöpferische Verschnaufspause eingelegt, dann fasste er sich aus fast 30 Metern ein Herz: Durch die nassen Handschuhe des Torhüters rauschte das Leder zum 3:2 (88.) in die Maschen. Die späte Belohnung.

SC Hassel - Hombrucher SV 3:2 (0:1)

Tore: 0:1 Konya (16.), 0:2 Cusano (64.), 1:2 Tim Heitbreder (72.), 2:2 Moritz (75.), 3:2 Borzek (88.).

SC Hassel: Stauder, Demtröder, T. Heitbreder, Voßschmidt (65. Moritz), Schlüter, Ligmann, Koch, Buda (90. J. Heitbreder), Cavaleri, Borzek, Draxler.

Ralf Wilhelm

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