SB Horst ist die Überraschung der Saison

Teamkapitän Jean-Luca Nüßgen ist in dieser Saison bester Horster Snookerspieler in der 2. Bundesliga Süd.
Teamkapitän Jean-Luca Nüßgen ist in dieser Saison bester Horster Snookerspieler in der 2. Bundesliga Süd.
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Was wir bereits wissen
Es ist eine der Überraschungen des Gelsenkirchener Sports der vergangenen Monate. Das Snookerteam des Billard-Clubs Schwarz-Blau Horst-Emscher steht nach knapp der Hälfte der Saison auf dem zweiten Platz in der 2. Bundesliga Süd – und das als Aufsteiger.

Gelsenkirchen.. Es ist eine der Überraschungen des Gelsenkirchener Sports der vergangenen Monate. Das Snookerteam des Billard-Clubs Schwarz-Blau Horst-Emscher steht nach knapp der Hälfte der Saison auf dem zweiten Platz in der 2. Bundesliga Süd – und das als Aufsteiger.

Es ist schon wirklich überraschend, dass die Horster sogar um den Aufstieg in die höchste Liga, der Bundesliga, kämpfen. Drei Jahre spielten sie in der Oberliga, zweimal scheiterten sie in der Aufstiegsrunde zur 2. Liga, im dritten Anlauf klappte es dann für den Meister. Recht souverän sogar, so dass man sich auch Hoffnungen machte, nach dem Aufstieg nicht gleich wieder abzusteigen.

Doch dass die Horster oben mitspielen würden, damit hatten sie eigentlich nicht gerechnet. „Wir sind wirklich überrascht, dass wir Zweiter sind“, sagt Teamkapitän Jean-Luca „Jonny“ Nüßgen. „Wir sind top zufrieden.“

Dabei war in der ersten Saisonhälfte sogar noch mehr möglich. „Wir haben Punkte geholt, mit denen wir nicht gerechnet haben“, sagt auch Markus Nigbur, einer der Horster Spieler. So gewann SB Horst ausgerechnet gegen das Topteam der Liga, den 1. Münchener SC, übrigens die bisher einzige Niederlage für die Bayern. Und Nigbur weiter: „Wir haben aber auch Punkte gelassen, mit denen man hätte eher rechnen können.“ Gegen den Kölner Snooker Club verloren die Horster, gegen den PTSV Hof spielten sie unentschieden.

Gegen den 1. SC Mayen-Koblenz gab es auch nur ein Remis. Dabei gewann Christian Prager sogar gegen den mehrmaligen Deutschen Meister Sascha Lippe. „Es hätte alles sein können, besser oder schlechter“, sagt Jonny Nüßgen. Somit sind die Horster natürlich dennoch mehr als zufrieden.

Neben Nüßgen und Nigbur gehören noch Christian Prager, Wolfgang Scheder sowie Frank Spletzer und Bernd Robionek zum erfolgreichen Team. Nigbur, Prager, Scheder und Spletzer hatten schon vor einigen Jahren erfolgreich zusammen Poolbillard beim BC Schalke gespielt, hatten sogar am Aufstieg in die 2. Bundesliga gekratzt. Danach trennten sich ihre Wege, erst in der Horster Snookerteam haben sie sich wieder zusammengefunden.

In der Oberliga drei Jahre Spitze

In der Oberliga gehörten die Horster in den vergangenen Jahren stets zu den besten Spielern. In ihrer ersten Saison war Markus Nigbur der beste, ein Jahr später Jonny Nüßgen, und in der vergangenen Spielzeit führte Christian Prager die Einzelrangliste der Oberliga an. Alle drei sammelten national schon Erfahrungen bei diversen Grands Prix. „Das hat schon was gebracht“, sagt Markus Nigbur. Aber Jonny Nüßgen fügt hinzu: „In der 2. Bundesliga haben wir uns aber noch mal deutlich gesteigert.“

Den Unterschied zur Oberliga merken die Horster aber nicht nur am Namen. Denn während in der Oberliga nur auf Best-of-3 gespielt wird, wird nun Best-of-5 gespielt. „Ein Match über fünf Frames kann schon mal drei bis vier Stunden dauern“, sagt Markus Nigbur. Ein Unterschied sind natürlich auch die weiteren Reisen, die ein ganz schön großes Loch in die Vereinskasse reißen. Übrigens hat das Horster Snookerteam keine eigene Heimat. Spielten sie in den vergangenen Spielzeiten im Bertlicher Billardzentrum an zwei Snookertischen, so absolvieren sie in dieser Saison ihre Heimspiele in Essen beim SC 147 Essen an vier Billards, die für Partien in der 2. Bundesliga notwendig sind.

Am kommenden Wochenende geht die Saison weiter. SB Horst spielt zweimal gegen den Aachener Snookerclub. Am Samstag (7. Februar, 14 Uhr) das letzte Spiel der Hinrunde zuhause, am Sonntag (11 Uhr) zum Auftakt der Rückrunde in Aachen. Beide Teams sind punktgleich, Aachen belegt hinter Horst und Mayen-Koblenz aber nur den vierten Platz. „Aachen hat einen guten Spieler, die anderen haben unser Niveau“, sagt Jonny Nüßgen. „Zuhause müssen wir unsere Punkte holen, wenn wir weiter oben mitspielen wollen. Mit vier Punkten wären wir zufrieden.“ Und Markus Nigbur ergänzt optimistisch: „Auch zwei Siege und sechs Punkte sind aber drin.“ Dann könnten die Horster weiterträumen – vielleicht vom nächsten Aufstieg.