Rückkehrer beflügeln die DJK TuS Rotthausen

Mit seinen 36 Jahren ist Tobias Klein (m.) immer noch ein wichtiger Leistungsträger bei der DJK TuS Rotthausen.
Mit seinen 36 Jahren ist Tobias Klein (m.) immer noch ein wichtiger Leistungsträger bei der DJK TuS Rotthausen.
Foto: Sebastian Konopka

Rotthausen..  Als die aktuelle Fußball-Saison im Winterschlaf lag, rangierte die DJK TuS Rotthausen in der Staffel 10 der Fußball-Bezirksliga an vorletzter Stelle der Tabelle. Der Abstand zum rettenden Ufer betrug bereits sieben Punkte. Der Abstieg in die Kreisliga A schien vorprogrammiert - bis Trainer Thomas Kania eine glänzende Idee hatte. Er überzeugte Tobias Klein und Adam Targonski davon, ein Comeback zu starten. Diese beiden Spieler hatten ihre Karrieren zum Ende der vergangenen Saison beendet.

Glänzend war die Idee von Thomas Kania schon alleine deshalb, weil es seit der Winterpause mit den Rotthausern wieder bergauf geht, trotz des Dämpfers am Ostermontag, als es gegen den FC Neuruhrort eine 0:3-Heimniederlage gab. In der Rückrunde holten sie in sieben Spielen insgesamt 13 von 21 möglichen Punkten. Zum Vergleich: In den 16 Partien der Hinrunde eroberte die DJK TuS nur neun Punkte. Nach dem 2:2 beim BV Herne-Süd am letzten März-Sonntag verließ der Klub erstmals in dieser Saison die Abstiegsplätze.

Zwei kleine Puzzleteile

„Es war nicht davon auszugehen, dass es so gut laufen würde“, sagt Tobias Klein und wehrt sich dagegen, den Aufschwung nur mit seiner Person und mit Adam Targonski festmachen zu wollen. „Die Mannschaft hat in der Winterpause sehr gut gearbeitet. Wir sind zwei kleine von vielen Puzzleteilen, die mit dazu beigetragen haben, dass wir jetzt wieder gute Aussichten auf den Klassenerhalt haben.“

Für den 36 Jahre alten Tobias Klein war’s bereits der zweite Rücktritt vom Rücktritt. Nach dem Abstieg der DJK TuS in die Kreisliga A im Frühjahr 2012 hängte er seine Fußball-Stiefel zum ersten Mal an den Nagel. Als es mit dem sofortigen Wiederaufstieg nicht so recht klappen wollte, kehrte er nach einer halbjährigen Pause ins Team zurück - und tatsächlich schafften die Rotthauser noch knapp vor der DJK Blau Weiß die Rückkehr in den überkreislichen Fußball.

Danach setzte sich Klein zum ersten Mal fußballerisch zur Ruhe, kickte nur noch für die Alten Herren. Außerdem griff er Trainer Dominik Abel, seinem Kumpel, bei Hessler 06 in der Kreisliga A gemeinsam mit Jürgen Rosberger als Aushilfs-Coach unter die Arme. Für die Null-Sechser schlägt sein Herz ebenfalls. Auch dort spielte er früher einige Jahre. Außerdem war er für die SG Eintracht und für den Erler SV 08 aktiv.

An die Fähigkeiten von Tobias Klein, in einer Krisen-Situation für den Umschwung sorgen zu können, erinnerte sich Thomas Kania auch diesmal wieder, als er davon ausgehen musste, dass seine Mittelfeldspieler Tobias Bahlmann und Jason Mazur aus Verletzungsgründen für die gesamte Rückrunde ausfallen würden. „Wenn ich von seinen spielerischen und charakterlichen Fähigkeiten nicht überzeugt gewesen wäre, hätte ich ihn gar nicht angesprochen“, sagt der Coach. „Tobias hat sich zu einer echten Persönlichkeit im defensiven Mittelfeld entwickelt. Er ist die ordnende Hand in meinem Spiel.“

Rückkehr zu den Alten Herren

Tobias Klein hat sich definitiv nur für die Rückrunde verpflichtet. Was er danach macht, ist noch offen. Der Verein bemüht sich, ihn als Trainer der in der Kreisliga A spielenden zweiten Mannschaft zu gewinnen. „Entsprechende Gespräche laufen“, bestätigt er. „Fixiert ist aber noch nichts.“ Unabhängig davon möchte er auf jeden Fall zu den Alten Herren der DJK TuS zurückkehren.

Hat er den zweiten Rücktritt vom Rücktritt trotz des Aufschwungs schon einmal bereut? „Ja, jeden Morgen nach einem Spiel, wenn ich mich aus dem Bett quälen muss“, sagt er schmunzelnd. Aber an sich ist das keine Frage für ihn. „Ich mag den Fußball“, führt er aus. „Jetzt haben wir in Rotthausen den schönen Kunstrasenplatz. Da macht das Spielen noch viel mehr Spaß als früher auf der Asche.“