Ronaldo „in der schwächsten Form seit 2009“

Schalke hat in Frankfurt verloren, aber so richtig unzufrieden waren die Fans nicht. Auch die spanische Presse fand anerkennende Zeilen. So beurteilte „Marca“, eine täglich erscheinende Sportzeitung mit der landesweit höchsten Auflage, das Spiel der Knappen als „deutlich überlegen“, die Abwehr als „überaus effektiv“ und das Spielsystem von Trainer Roberto Di Matteo als geeignet, offensive Mannschaften ihrer Mittel zu berauben.

Die Sportzeitung „AS“, stellt die Personalprobleme der Knappen in den Vordergrund und analysiert, dass hinter der massiven „Schalker-Mauer“ ein sehr junger und unerfahrener Torwart steht. Für „AS“ ist Real Madrid klarer Favorit für das Gastspiel auf Schalke. Spanische Buchmacher zahlen für einen Sieg der Königlichen 1 zu 1,39 €, die Quote für einen Heimsieg der Königsblauen steht bei 1:7,75 Euro.

Die eigenen Fans betrachten ihr Team aktuell eher mit gemischten Gefühlen. Die Königlichen haben zwar mit einem 2:0-Sieg über ein ersatzgeschwächtes Team des Außenseiters Deportivo La Coruña ihre Tabellenführung in der spanischen Liga verteidigt, wirkten dabei aber fahrig und unmotiviert. Insbesondre Weltfußballer Cristiano Ronaldo präsentierte sich mut- und kraftlos. „In dieser Form wird der Champions-League-Sieger den Titel nicht verteidigen und nicht einmal gegen Schalke gewinnen“, warnt das Sportblatt „Marca“.

Das Publikum im Bernabéu-Stadion hatte Real die 0:4-Niederlage vor einer Woche beim Lokalrivalen Atlético Madrid nicht vergeben. Dem Superstar Cristiano Ronaldo, der wenige Stunden nach dem Debakel mit einer fröhlichen Geburtstagsfeier für Wirbel gesorgt hatte, bereiteten die Fans einen kühlen Empfang.

Um Wiedergutmachung bemüht, verkrampfte der Portugiese zusehends. „Er ist nicht wiederzuerkennen“, konstatierte „Marca“. Ronaldo sei „in der schwächsten Form seit seinem Wechsel 2009 nach Madrid“. Aber auch für Coach Carlo Ancelotti, Torwart Iker Casillas und vor allem für den 100-Millionen-Euro-Mann Gareth Bale gab es Pfiffe.

Zurückhaltender ist die Kritik an Weltmeister Toni Kroos: „Er zahlt für die Schwächephase des Angriffstrios BBC (Bale, Benzema, Cristiano)“ und bleibt hinter seiner Hinrundenform zurück, befand das Sportblatt „AS“. „Aber immerhin war er bemüht, dem Team Halt zu geben.“

Trainer Carlo Ancelotti räumt ein, dass die Madrilenen seit dem Gewinn der Clubweltmeisterschaft im Dezember 2014 in ihrem Engagement und in der Konzentration nachgelassen haben.