Politt und Backofen machen das Stölting-Triple perfekt

Nils Politt ist Deutscher Meister der U23-Straßenfahrer.
Nils Politt ist Deutscher Meister der U23-Straßenfahrer.
Foto: Felix Hoffmann

Bruchsal..  Die Deutschen U23-Meisterschaften entwickeln sich immer mehr zur Leistungsschau des Gelsenkirchener Teams Stölting. Nach den Doppelsiegen in den Jahren 2013 und 2014 stiegen auch am Sonntag im baden-württembergischen Bruchsal wieder zwei „Stöltinger“ auf das Podest. Nils Politt holte sich den Straßenmeister-Titel, hinter ihm beendete Teamkollege Moritz Backofen das Rennen auf Platz zwei.

Jochen Hahn hatte seine neun Fahrer mit einer klaren Zielsetzung ins Rennen geschickt. Wer den Sieg davontragen würde, war dem Sportlichen Leiter des Teams Stölting völlig egal, aber es sollte ein Fahrer aus seiner Mannschaft sein. Der Hälfte seines Teams hatte Hahn realistische Siegchancen eingeräumt. „Wir treten als Team auf“, hatte Hahn im Vorfeld betont.

Entsprechend groß war am Ende des Rennens die Freude. An das Team Stölting ging nicht nur der erste, sondern auch der zweite Platz. Zum dritten Mal in Folge. Eine Tatsache, die Hahn im Glauben bestärkt, auf dem richtigen Weg zu sein: „Drei Jahre in Folge einen Doppelsieg einzufahren, ist nicht so einfach, wie es ausschaut. Ich bin wirklich mehr als zufrieden.“ Auch aus renntaktischer Sicht zog Hahn ein positives Fazit: „Uns war klar, dass wir in der Breite das stärkste deutsche Team stellen. Wir waren immer in der Offensive. Und während sich die Gegner an Lennart Kämna orientiert haben, der sich betont zurückhielt, waren wir in der entscheidenden Phase da.“ Nils Politt attackierte früh und setzte sich 40 Kilometer vor dem Ziel von der Spitzengruppe ab. Seinen Vorsprung konnte der 21-jährige Kölner kontinuierlich ausbauen. Das Ziel erreichte er 68 Sekunden vor seinem Teamkollegen Moritz Backofen. Der 20-Jährige hatte sich wenige Kilometer vor dem Ziel aus einer vierköpfigen Verfolgergruppe gelöst.

Aufgrund der hohen Temperaturen hatte das Kommisärskollegium der U23-Meisterschaften in Absprache mit dem Veranstalter kurzfristig entschieden, das Rennen um zwei Runden zu verkürzen. Anstelle der geplanten 182 Kilometer musste die deutsche U23-Elite am Sonntag nur 154 Kilometer zurücklegen. Eine Entscheidung, die Hahn ausdrücklich begrüßte: „Die Gesundheit der Sportler muss Vorrang haben.“