Nur ein Punkt für fünf Treffer

Überragend: Hüseyin Akkaya (re.) erzielte drei Tore für den SSV/FCA beim FC Neuruhrort.
Überragend: Hüseyin Akkaya (re.) erzielte drei Tore für den SSV/FCA beim FC Neuruhrort.
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Wattenscheid..  Der drittletzte Spieltag in der Staffel 10 der Fußball-Bezirksliga wird als Tag der Torflut in die Geschichte dieser Saison eingehen. Auf den acht Spielfeldern fielen insgesamt 48 Treffer. Einen großen Anteil daran hatten die Kicker des FC Neuruhrort und des SSV/FCA Rotthausen. Sie trennten sich auf dem Kunstrasenplatz an der Ruhrstraße in Wattenscheid mit einem letztlich gerechten 5:5.

So richtig freuen konnten sich die Gäste über diesen Zähler nicht. Und zwar deshalb nicht, weil sie bis zehn Minuten vor Schluss noch mit 5:3 vorne lagen. „Wir hätten diesen Vorsprung über die Runden bringen müssen“, meinte Abwehrchef André Willig kritisch. Das gelang ihm und seinen Mitspielern jedoch nicht. Emre Sezer verkürzte auf 4:5 (81.), und Kai Koitka verwandelte einen Foulelfmeter zum 5:5-Endstand (88.). „Blöd, dass wir so kurz vor Schluss noch einen Strafstoß kassiert haben“, merkte André Willig leicht verärgert an.

In einer Partie, in der beide Teams nur den Weg nach vorne kannten, schafften es die Rotthauser dreimal, einen Rückstand auszugleichen. Cihan Tasbas legte das 1:0 für den FC Neuruhrort vor (7.), Kai Koitka traf zum 2:1 (33.) und Daniel Vering sorgte kurz nach der Pause für das 3:2 (49.). Aber die Gäste fanden stets die passende Antwort, vor allem durch Hüseyin Akkaya, der mit seinen Toren zum 1:1, 2:2 und 3:3 jeweils egalisierte (10., 43., 55.). „Er hat ein Super-Spiel gemacht“, lobte André Willig seinen Vordermann, der sich eiskalt vor dem Tor und zudem mannschaftsdienlich präsentierte.

In der zweiten Halbzeit schien es so, als würde das Pendel zugunsten des SSV/FCA ausschlagen. Maiko Jabusch stellte unter Beweis, dass auch er weiß, wo das gegnerische Tor steht. Er traf zum 4:3 (62.) und auch zum 5:3 (76.). Fünf Tore auf fremdem Platz - das sollte für einen Sieg reichen. Die Rotthauser erlebten an diesem Sonntag das Gegenteil. Die letzten zehn Minuten sorgten für eine kaum noch für möglich gehaltene Wende.

„Wir haben über weite Strecken das Spiel gemacht und hätten eigentlich die drei Punkte verdient gehabt“, fand André Willig. „Wir haben erneut gezeigt, dass wir besser sind als unser Tabellenstand.“ Das Remis beim um einen Punkt besseren Tabellennachbarn FC Neuruhrort reichte dem SSV/FCA immerhin, um seine kleine Erfolgsserie fortzusetzen. Er blieb in seinem vorletzten Auswärtsspiel dieser Saison zum vierten Mal in Folge ungeschlagen, nachdem es zuvor vier zum Teil deutliche Niederlagen am Stück gesetzt hatte.

Und: Der Vorsprung auf dem an diesmal spielfreien Nachbarn DJK TuS Rotthausen vergrößerte sich auf fünf Punkte. Das sollte langen, um die momentane Rolle als Nummer eins im Stadtteil bis zum Saisonende zu verteidigen. „Das wollen wir auf jeden Fall“, betont André Willig. Um ganz sicher zu gehen, benötigt der SSV/FCA aus den beiden letzten Partien gegen Vorwärts Kornharpen und bei der Polizei SV Bochum noch zwei Punkte.

Norbert Willig, der Vater von André Willig und Sportlicher Leiter, bastelt derweil am Kader für die nächste Saison - gemeinsam mit dem neuen Trainer Markus Schmeling, der nach dieser Spielzeit von der SpVgg. Herten nach Rotthausen in den Stadtsüden wechseln wird. „Die ersten Zugänge werden wir vielleicht schon in einer Woche bekannt geben können“, teilte Norbert Willig mit.

Eines dürfte sicher sein: Mit einem achten Tabellenplatz wird beim SSV/FCA künftig niemand zufrieden sein. Um besser zu sein als im Moment, werden die Blau-Gelben vor allem die Defensive stabilsieren müssen. Das war für sie eine der wesentlichen Lehren dieses Torflut-Spieltags.