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Neuformierte Hasseler beeindrucken

24.08.2008 | 20:45 Uhr

Dem Team von Trainer Frank Kandsorra gelingt ein überraschendes 1:1 beim DSC Wanne-Eickel.Die beiden Innenverteidiger Carsten Neuhaus und Kevin Adade erwischen einen Glanztag

Auch Hassels Neuverpflichtung Timur Karagülmez (Nr. 11) half mit, den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten. Foto: pi, Gero Helm

FUSSBALL WESTFALENLIGA DSC Wanne-Eickel SC Hassel 1:1 Tore: 0:1 Cezary Liedtke (3.), 1:1 Markus Scherff (33.).

SC Hassel: Pischetsrieder, Heitbreder, Neuhaus, Adade, Kohllöffel, Attris, Ligmann (78. Dedemen), D. Liedtke (89. Maden), Karagülmez, C. Liedtke, Bahadir (78. Yilmaz).

Hut ab vor dem SC Hassel! Mit einer vor allem in der Defensive beeindruckenden Vorstellung sorgten die Grün-Weißen in der Westfalenliga für eine kleine Überraschung. Sie erzielten mit dem 1:1 (1:1) beim DSC Wanne-Eickel einen beachtlichen Teilerfolg und stellten neun Tage nach dem Auftakt-Remis gegen Dröschede erneut unter Beweis, dass sie auch gegen stärker eingeschätzte Konkurrenten ordentlich mithalten können.

"Diesen Punkt hat sich die Mannschaft mehr als verdient", lobte Hassels Sportlicher Leiter Rüdiger Kürschners, der einen sehr zufriedenen Eindruck machte. "Die Wanne-Eickeler hatten kaum Tormöglichkeiten aus dem Spiel heraus, sondern in erster Linie nach Standardsituationen." Trainer Frank Kandsorra strahlte ebenfalls über das gesamte Gesicht. "Das 1:1 geht in Ordnung", meinte er. Trotz des für seinen Klub erfreulichen Resultats fand er dennoch ein Haar in der schmackhaften Suppe. "Geärgert hat mich, dass wir in der ersten Halbzeit ein bisschen Angst gezeigt haben", verriet er. "Das musste nicht sein. Nach der Pause sind wir selbstbewusster und mit einer ganz anderen Körpersprache aufgetreten."

Die in der ersten Hälfte zuweilen ängstliche Spielweise seiner neuformierten Mannschaft musste wirklich nicht sein, denn sie erwischte das, was man einen Start nach Maß nennt. Es waren noch keine drei Minuten gespielt, als die Hasseler Bank kräftig jubeln durfte. Nach einem Alleingang zog Cezary Liedtke aus 16 Metern ab und traf zum frühen 1:0 für die Gäste.

Danach zogen sich Hasseler weit zurück, wohl auch deshalb, weil die mit einem 2:1 in die Saison gestarteten Wanne-Eickeler druckvoll auf den Ausgleich drängten. Es rollte ein Angriff nach dem anderen auf das Tor von Holger Pischetsrieder, der in manchen Situationen kleinere Unsicherheiten zeigte, in anderen jedoch seinem Ruf als Hexer alle Ehre machte. Der Torwart mit der Nummer 4 auf dem Rücken durfte sich dabei auf die tatkräftige Unterstützung seiner Vorderleute verlassen, insbesondere auf die beiden neu verpflichteten Innenverteidiger Carsten Neuhaus und Kevin Adade, die einen Glanztag erwischten und vor allem den Luftraum beherrschten. Nur einmal nicht: Nach einer zu kurzen Kopfball-Abwehr stand Markus Scherff in der 33. Minute völlig frei, und sein knallharter Schuss flog aus etwa 14 Metern wie ein Strich in die linke obere Ecke des Hasseler Gehäuses.

Wer gedacht hatte, die Gäste würden danach zusammenbrechen, sah sich getäuscht. Im Gegenteil: Sie stellten sich immer besser auf das Spiel des Aufstiegsaspiranten ein, überzeugten mit nimmermüdem Einsatz und gerieten nach der Pause nur noch selten in Gefahr. Die Wanne-Eickeler hatten sicherlich klare Feldvorteile, aber ab der Strafraumgrenze agierten sie immer einfallsloser und passten sich damit dem Niveau einiger ihrer Anhänger an, die auf den Stehrängen lautstark meinten, rassistische Äußerungen von sich geben zu müssen.

Von Michael Koch

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