Nächste Station Rio de Janeiro

Stefan Wallat (l.) und Trainer Jochen Wittor haben Olympia in Rio ins Visier genommen.
Stefan Wallat (l.) und Trainer Jochen Wittor haben Olympia in Rio ins Visier genommen.
Foto: ÖZCAN
Was wir bereits wissen
Jochen Wittor macht seinen Schützling Stefan Wallat fit für die olympischen Spiele 2016. Auch Gelsenkirchener Schüler profitieren.

Gelsenkirchen..  Jochen Wittor und Stefan Wallat haben ein großes Ziel: Der Trainer vom Ruderverein Gelsenkirchen möchte Wallat zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro führen. Seit 2010 arbeiten beide intensiv darauf hin.

Zu diesem Zeitpunkt war Jochen Wittor beim Duisburger Ruderverein aktiv – seine erste Station nach vielen Jahren beim Ruderverein Emscher Wanne-Eickel. Und als er im Sommer 2011 nach Gelsenkirchen wechselte, als Lehrer zur Gesamtschule Berger Feld und als Trainer zum Ruderverein, da vereinbarte er mit Klubchef Peter Peters, dass er parallel weiterhin Wallat betreuen konnte.

„Für die Aufbauarbeit in Gelsenkirchen war das ideal“, sagte Wittor: „Stefan ist für die jungen Sportler ein Riesenvorbild. Wenn er hier vor Ort trainiert, sorgt er in den Trainingsgruppen für zusätzliche Motivation. Die jungen Sportler können viel von ihm lernen. Das gilt sowohl für den Vereins- als auch für den Schulsport.“ Stefan Wallat hat allerdings beruflich und sportlich vorübergehend seine Zelte in Hamburg aufgeschlagen – bei Bundestrainer Karsten Timm. „Dort ist er einfach näher dran am Leichtgewichts-Nationalteam“, so Wittor. Sein neuer Zweier-Partner Tobias Franzmann kommt aus der Hansestadt.

Als Wittor 2010 die Betreuung übernahm, da saß der 28-Jährige noch im Einer. Ein Jahr später wurde er im Leichtgewichts-Doppelvierer Vize-Weltmeister im slowenischen Bled und fortan wechselte er in den Riemenbereich, um sich mit dem Essener Daniel Wisgott für die Nationalmannschaft anzubieten. Besonders schwierig für die Leichtgewichte: In diesem Disziplinbereich (Leichtgewichts-Riemen) gibt es nur den Vierer „ohne“ als olympisches Boot – dementsprechend groß ist der Kampf um diese vier Plätze.

Die Olympischen Spiele in London kamen noch zu früh für das Duo Wallat/Wisgott, da das Olympia-Kernteam bereits weit im Vorfeld gebildet wird. 2012 durfte der Zweier von Trainer Jochen Wittor dreimal internationale Wettkampfluft schnuppern: bei zwei Weltcups und im Vierer bei der EM in Varese (Italien; Platz 5).

Seitdem hat sich Stefan Wallat stetig verbessert – physisch wie technisch. „Stefan arbeitet sehr akribisch auf seine Ziele hin und setzt seine Pläne konsequent um. Er geht niemals mit dem Kopf durch die Wand“, so Wittor. Mittlerweile fährt Wallat mit dem Hamburger Tobias Franzmann Zweier und der Erfolg von 2014 dürfte ihn noch einmal zusätzlich auf dem Weg nach Rio motivieren: Bei den Weltmeisterschaften in Amsterdam holte Wallat Gold im Leichtgewichts-Achter. Seitdem fährt er noch mehr auf Angriff.