Nach Sané und Platte: Noch mehr Jungs für den Profikader

Gelsenkirchen..  Als Christian Sivodedov im Endspiel gegen die TSG Hoffenheim nach 73 Minuten zum 3:1-Endstand traf, riefen die 12 000 Schalke-Fans: „Seht ihr Profis, so wird das gemacht.“ Die insgesamt vierte Deutsche A-Jugend-Meisterschaft für Schalke 04 weckt natürlich auch Hoffnung, dass der eine oder andere junge Spieler den Durchbruch in der Bundesliga schafft. So wie in den vergangenen Jahren. Zur Meistermannschaft 2006 gehörten Ralf Fährmann, Benedikt Höwedes oder Mesut Özil. 2012 waren Kaan Ayhan, Sead Kolasinac und Max Meyer dabei.

Einer, der in der Rückrunde schon zum Stamm der Profis zählte, ist Leroy Sané. Seine Einwechslung nach einer halben Stunde brachte im Endspiel gegen Hoffenheim die Wende. Pikant: Roberto Di Matteo hatte vor seinem eigenen Abschied als Trainer Sané zunächst die Teilnahme am U19-Endspiel verweigert. Erst als Cheftrainer Norbert Elgert Di Matteo gute Gründe nannte, dass ein Einsatz Sanés in vielerlei Hinsicht Sinn macht, lenkte der Italiener ein.

Einen Profivertrag hat auch schon Felix Platte, der im Finale viele Kilometer abspulte, aber im Schatten von Leroy Sané stand. Mit seinem Lattenkracher im Champions-League-Hinspiel gegen Real Madrid machte Platte schon international auf sich aufmerksam. Für mehr als einen Platz im erweiterten Kader wird es bei den Profis in der nächsten Saison aber wohl kaum reichen.

Thilo Kehrer, der Kapitän der U19, zeigte im Endspiel, dass er ein echter Leader ist. Schalke hat den Abwehr- und Mittelfeldspieler zunächst mit einer Option bis 2016 an sich gebunden. Weitere Gespräche sind bisher gescheitert – und Kehrer wird von Inter Mailand umworben. Prognose für die kommende Saison: Ergänzungsspieler in der Bundesliga.

Ebenfalls nur mit einer Option bis 2016 gebunden ist bisher Maurice Multhaup sein, der das Endspiel wegen einer Knieverletzung allerdings verpasste. Der große Vorteil des 18-Jährigen, der schon häufig im Training bei den Profis mitmischte und auch im Wintertrainingslager in Katar dabei war: Er hat enorme Offensivqualitäten, kann aber auch Rechtsverteidiger spielen.

Felix Schröter, der Schalke mit zwei Treffern zum Titel schoss, hat hingegen noch keinen Anschlussvertrag auf Schalke unterschrieben. Mit 27 Toren wurde er in der U19-Bundesliga Torschützenkönig und dürfte nicht allein deshalb auch bei anderen Vereinen hoch im Kurs stehen. Eher unwahrscheinlich, dass der gebürtige Ulmer seine Karriere auf Schalke fortsetzen wird.

Ein weitere interessanter Spieler ist Daniel Koseler. Technisch vielleicht nicht das Sahnestück der U19, kämpferisch aber allemal. Beeindruckend, wie sich Koseler in die Zweikämpfe schmeißt und die Mannschaft mit seiner Leidenschaft mitreißt. Vizekapitän Maurice Neubauer könnte, insofern der neue Trainer auf Spielertypen wie ihn steht, ebenfalls auf einen Platz im Profikader hoffen. Wie Koseler ist auch Neubauer fast überall einsetzbar. Am stärksten ist er als Außenverteidiger oder im defensiven Mittelfeld.