Lukas Hermeler holt sich Silber

Lukas Hermeler trumpfte nach der Absage eines Konkurrenten groß auf und schnappte sich bei den NRW-Meisterschaften in Warendorf den zweiten Platz über 100m-Rücken
Lukas Hermeler trumpfte nach der Absage eines Konkurrenten groß auf und schnappte sich bei den NRW-Meisterschaften in Warendorf den zweiten Platz über 100m-Rücken
Foto: Michael Korte

Warendorf..  Manchmal gehört etwas Glück dazu, einen großen Erfolg feiern zu können. So ist es Lukas Hermeler bei den NRW-Meisterschaften ergangen, die im Hallenbad der Bundeswehr-Sportschule in Warendorf ausgetragen wurden. Die gute Vorlaufzeit über 100m-Rücken reichte nur zu Platz neun und damit nicht unmittelbar für den Einzug ins Finale. Durch die Abmeldung eines qualifizierten Schwimmers rückte Hermeler nach und schwamm ein furioses Finale. Nach einer Steigerung um mehr als eine Sekunde schlug er in persönlicher Bestzeit als Zweiter hinter dem Sieger Metin Aydin aus Köln an und nahm zu Recht die Silbermedaille entgegen.

Eine weitere Endlaufqualifikation gelang ihm über 100m-Brust. Dort bestätigte er in 1:05,37 Minuten seine Bestzeit und lag am Ende auf Platz vier. Fast hätte es auch über 50m-Freistil für das Finale gereicht. Den Sprint beendete der 21-Jährige in 24,40 Sekunden und persönlichem Rekord auf Platz zehn.

Seine Schwester Judith Hermeler schwamm bereits im Vorlauf über 100m-Brust in 1:14,45 Minuten so schnell wie nie und zog in den Endlauf ein. Dort zeigte sie, dass noch mehr möglich ist. 1:04,04 Minuten leuchtete auf der Anzeigetafel, das war der starke sechste Platz. Zuvor gelang ihr über 200 Meter eine noch bessere Platzierung. In 2:38,32 Minuten verfehlte sie eine Medaille hauchdünn um nur neun Hundertstel. Nur knapp schrammte sie als Neunte trotz persönlicher Bestleistung in 34,33 Sekunden am Finale über 50m-Brust vorbei.

Nico Tscherner (1998) bestätigte in 2:11,79 Minuten seine Klasse auf der 200m-Rückenstrecke. Damit schaffte er den fünften Platz in der Offenen Klasse, in seinem Jahrgang wurde er Zweiter. Weitere Steigerungen schaffte Tscherner in 1:02,29 Minuten über 100m-Rücken, 2:15,19 Minuten über 200m-Lagen und 27,59 Sekunden über 50m-Schmetterling. Sein Teamkollege Stefan Wittenbrink hatte den stärksten Auftritt über 400m-Freistil. Seine Bestzeit unterbot er in 4:21,45 Minuten um mehr als eine Sekunde. Im Jahrgang 1998 gewann er damit die Silbermedaille. Weitere persönliche Rekorde stellte Wittenbrink über 200m-Freistil (2:03,18) und 100m-Freistil (56,76) auf.

In starker Form präsentierte sich auch Michael Batzel, der seine bisherigen Bestmarken bei allen vier Starts (50m- und 100m-Freistil, 50m- und 100m-Schmetterling) unterbot und damit immer in den Top 10 seines Jahrgangs 1998 landete. Einen vierten Platz sicherte sich Julia Koch (1997) über 50m-Schmetterling, nur 5 Hundertstel fehlten zur Bronzemedaille. Die gleiche Platzierung erreichten Alena Dreyden (1998) über 200m-Brust und Jamie Gerwan (1999) über 200m-Schmetterling. Gute fünfte Plätze im Jahrgang 1999 steuerten Lisa Siedenbiedel über 50m- und 200m-Schmetterling sowie Maria Schindler über 200m-Rücken bei.

„Das waren gelungene Meisterschaften“, bilanzierte Cheftrainer Marco Jabien, erkannte aber auch noch Steigerungsmöglichkeiten: „Mit ein bisschen Glück wären auch noch ein paar Medaillen mehr drin gewesen.“

Für sämtliche Staffeln des Wettkampfprogramms hatte Marco Jabien seine Aktiven gemeldet. Damit soll die Voraussetzung geschaffen werden, auch bei den nächsten Deutschen Meisterschaften das eine oder andere Quartett ins Rennen zu schicken. Besonders bei den Männern kamen ausgesprochen erfreuliche Ergebnisse zustande. Eine tolle Zeit in 4:07,89 min schaffte bei der Premiere die junge 4 x 200 m Freistil-Staffel. Angeführt von Startschwimmer Lukas Hermeler gingen die vier Athleten in die Entscheidung und lagen lange Zeit auf einem Medaillenrang, ehe sie kurz vor dem Zielanschlag doch noch vom Schlussschwimmer des VfL Gladbeck abgefangen wurden. Mit dabei waren noch Stefan Wittenbrink, Nico Tscherner und Michael Batzel, alle aus dem Jahrgang 1998.

Überzeugen konnten auch die 4 x 100 m Lagen und Freistil-Staffeln jeweils in der Besetzung David Mossakowski, Lukas Hermeler, Nico Tscherner und Stefan Wittenbrink. Die Lagen-Staffel schaffte es unter immerhin 24 Mannschaften in 4:05,03 min auf den 6. Platz. Mit dem gleiche Resultat und einer Zeit von 3:40,60 min gehörte auch die Freistil-Staffel zu den besten des Landes.

Nur einen Platz schlechter beendete die Frauen-Staffel als 7. über 4 x 200 m Freistil ihr Rennen. Die Zeit von 9:22,25 min sicherten Celine Hacks, Julia Koch, Jamie Gerwan und Lisa Siedenbiedel.

Zum 8. Platz über 4 x 100 m Lagen trugen Maria Schindler, Judith Hermeler, Lisa Siedenbiedel und Julia Koch bei. Dafür benötigten sie 4:36,31 min.

Die 4 x 100 m Freistil-Staffel schlug nach 4:15,65 min schließlich als 10. an. Das Quartett war besetzt mit Kim Illmer, Celine Hacks, Julia Koch und Lisa Siedenbiedel.

Nach den NRW-Meisterschaften, an denen immerhin 106 Vereine beteiligt waren, bleiben nun noch drei Wochen Endspurt für die Vorbereitung auf die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin und sechs Wochen bis zu den Deutschen Hochschulmeisterschaften in Magdeburg.