Liga-Alltag für Schalke gegen Köln
12.02.2010 | 18:21 Uhr 2010-02-12T18:21:00+0100
Der Winter lässt einfach nicht locker – aber die Schalker auch nicht. Nach der Vorfreude über das Halbfinal-Los gegen die Bayern muss nun wieder der Bundesliga-Alltag einkehren, in Gestalt des 1. FC Köln, der am Sonntag (15.30 Uhr) in der Arena seine Visitenkarte abgibt. Und die Schalker hätten nichts dagegen, wenn die Rheinländer am Karnevalssonntag ähnlich außer Rand und Band wären, wie es unter der Woche beim 0:2-Pokalaus beim Zweitligisten FC Augsburg geschehen ist.
Für Felix Magath allerdings ein Muster ohne Wert: „Ich habe die Partie jetzt nicht gesehen, aber bei drei Platzverweisen macht das auch wenig Sinn. Ich weiß nur, dass die Kölner bislang in der Rückrunde auswärts gute Ergebnisse erzielt haben, gut organisiert sind und defensiv sicher stehen. Wir werden auf eine Mannschaft treffen, die über die Außen zu knacken sein wird“, mutmaßt der Schalke-Coach.
Ob die Gäste dabei mit oder ohne Nationalspieler Lukas Podolski von Beginn an auflaufen werden, der beim 2:1-Sieg im Hinspiel den einzigen Kölner und seinen vorläufig letzten Treffer erzielte, ist Magath herzlich egal. Allerdings wird auch der emsige Tüftler registriert haben, dass die Kölner ihre Siege in Wolfsburg und Frankfurt gerade dann errungen haben, wenn „Prinz Poldi“ zum Zuschauen verdammt war. Und das, was die Kölner in Augsburg neben den drei Platzverweisen ablieferten, sah auch nicht nach einer geschlossenen Mannschaftsleistung aus. Außerdem neigt der Kölner an den jecken Tagen gerne einmal zum Schlendrian. Vor genau drei Jahren gab es zu Zweitligazeiten am Karnevalssonntag eine 0:5-Klatsche bei Rot-Weiß Essen.
Aber natürlich ist es richtig, dass die Königsblauen auch bei dieser Partie erst einmal auf sich schauen. Schließlich will man sich noch ein ordentliches Punktepolster aneignen, bevor es im „heißen Frühling“ in die Spitzentreffs mit Leverkusen, HSV und den Bayern geht. Und dieses Wochenende scheint den Schalkern vom Totopapier her so richtig in die Karten zu spielen: Der HSV (in Stuttgart) und der BVB (bei Bayern) stehen vor schweren Auswärtspartien, da könnte bei einem Schalker Heimsieg der Vorsprung vor den ärgsten Konkurrenten um einen Platz im internationalen Geschäft auf stattliche neun Punkte anwachsen. „Ich habe die Spiele der Konkurrenten nicht im Kopf, und es liegt mir auch nicht, darüber zu spekulieren. Wichtig ist, dass wir drei Punkte machen und unser Konto anwachsen lassen, dann können wir uns die eine oder andere Niederlage erlauben in den kommenden Partien, in denen wir nicht die Favoriten sein werden“, so Magaths Marschroute.
Große Veränderungen im Kader sind nach dem Pokaltriumph nicht zu erwarten. Auch die allgemeine Freude über die couragierte Vorstellung des eingewechselten Hao Junmin wird kaum dazu führen, dass der chinesische Nationalspieler sein Bundesliga-Debüt von Beginn an feiern wird. „Er wird sicher hier und da noch zum Einsatz kommen, man kann ihn sicher ohne viel Worte aufs Feld schicken, aber die Tatsache, dass er sehr wenig versteht, ist schon ein Hemmnis“, so Magath, der Freund der Optionen.
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