Königsblau versagt im Kollektiv

Auch der sonst so überzeugende Trevin Parks (blau) konnte sich bei Schalkes Pleite in Bonn nicht in Szene setzen.
Auch der sonst so überzeugende Trevin Parks (blau) konnte sich bei Schalkes Pleite in Bonn nicht in Szene setzen.
Foto: Foto:ALEXANDER MIHM
Was wir bereits wissen
Das war es dann wohl. Die Basketballer des FC Schalke 04 erwischten einen schwarzen Samstag, kassierten beim Tabellenneunten Telekom Baskets Bonn II mit 82:105 eine herbe Schlappe und dürften fünf Spieltage vor dem Saisonende keine realistischen Aussichten mehr auf den Meistertitel in der 1. Regionalliga haben

Bonn..  Das war es dann wohl. Die Basketballer des FC Schalke 04 erwischten einen schwarzen Samstag, kassierten beim Tabellenneunten Telekom Baskets Bonn II mit 82:105 (14:26, 24:29, 22:27, 22:23) eine herbe Schlappe und dürften fünf Spieltage vor dem Saisonende keine realistischen Aussichten mehr auf den Meistertitel in der 1. Regionalliga haben. „Ich kann keinem verbieten, vom Aufstieg zu reden“, meinte Schalkes Trainer Raphael Wilder nach der höchsten Niederlage in dieser Spielzeit. „Aber nach dieser Partie kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass wir es noch schaffen.“

Sein Team versagte in der ehemaligen Bundeshauptstadt im Kollektiv. Niemand erreichte annähernd seine Normalform, vielleicht mit Ausnahme von Nikita Khartchenkov, der 25 Punkte markierte und sieben seiner acht Distanzwürfe versenkte. Deshalb stellte Raphael Wilder schonungslos fest: „Die Bonner waren uns in allen Belangen überlegen und haben phantastisch gespielt. Sie zeigten die größere Laufbereitschaft, waren von der Physis stärker drauf, haben besser rebounded. Ich könnte diese Aufzählung endlos fortsetzen.“

Zu den Matchwinnern in Reihen der Bonner avancierten die drei Center, die insgesamt 67 der 105 Punkte erzielten: Robin Lodders 28, Anthony Vroblicky 23 und David Golembiewski 16. „Sie waren für uns zu gut“, meinte Raphael Wilder. Seinen eigenen Spieler auf dieser Position attestierte er Totalversagen, auch Nino Janoschek, der immerhin 18 Punkte machte und mit acht Rebounds den besten Einzelwert in dieser Rubrik in Reihen der Gäste aufwies. Über Dennis Kortmann und Michael Akyapong sollte man hingegen lieber völlig den Mantel des Schweigens hüllen. Beide blieben, obwohl sie insgesamt 28 Minuten auf dem Platz standen, ohne eigenen Punkt.

„Ich schiebe die Schuld an der Niederlage aber nicht den Centern zu“, so Raphael Wilder. „Alle waren schlecht. Egal, was ich versucht habe, ob Zonen- oder Manndeckung, meine Mannschaft hat auf nichts reagiert. Wir haben es den Bonnern zu leicht gemacht, gegen uns zu scoren. Wir haben einfach sehr schlecht verteidigt.“

Selbst Trevin Parks stand an diesem Samstag neben der Spur. Ganz schwach seine Dreier-Quote: zehn Versuche, nur ein Treffer. Aber niemand sprang für den US-Boy in die Bresche, nicht Thomas Szewczyk und auch nicht Patrick Carney, die erst ein bisschen aufblühten, als die Partie längst entschieden und verloren war. In der Hinrunde hatten die Schalker ab und zu mal ein schwaches Viertel im Angebot. Diesmal waren sie in jedem Abschnitt das schwächere Team.

Eine Erklärung für diese von A bis Z katastrophale Vorstellung hat Raphael Wilder nicht. Kein Grippe-Virus, und auch keine internen Streitereien. „So was kann im Sport vorkommen, aber in unserer jetzigen Situation durften wir uns so eine Niederlage einfach nicht erlauben“, meinte er. „Wir haben völlig zu Recht verloren, selbst in dieser Höhe. Für uns war das ein ganz, ganz bitteres Wochenende.“