Klingenburg und Zander wurden mit Schalke U19-Meister

Knapp drei Jahre nach dem Gewinn der Deutscben Meisterschaft kamen Rene Klingenburg (li.) und Nils Zander noch einmal ins Oer-Erkenschwicker Stimbergstadion. Beide haben den FC Schalke 04 mittlerweile verlassen.
Knapp drei Jahre nach dem Gewinn der Deutscben Meisterschaft kamen Rene Klingenburg (li.) und Nils Zander noch einmal ins Oer-Erkenschwicker Stimbergstadion. Beide haben den FC Schalke 04 mittlerweile verlassen.
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Was wir bereits wissen
2012 war Schalkes U19 zuletzt Deutscher Meister. Zwei, die dabei waren, sind ins Stimbergstadion gekommen und erinnern sich noch gut an den Finaltag. Rene Klingenburg und Nils Zander

Oer-Erkenschwick..  Nils Zander und Rene Klingenburg kennen das Gefühl, mit der U19 des FC Schalk 04 im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft zu stehen, sie wissen sogar, wie es ist, dieses Finale zu gewinnen. Am 17. Juni 2012 besiegte Schalke den FC Bayern München mit 2:1. Einer der Torschützen im Oer-Erkenschwicker Stimbergstadion: Rene Klingenburg. Grund genug für die beiden Deutschen Meister, mal wieder zum Ort des Triumphs zurückzukehren.

Am Mittwochnachmittag trainieren Jugendmannschaften der Spvgg Erkenschwick im schmucken Stadion. Der Hausmeister ist auch da, er kann sich noch gut ans Finale erinnern, begrüßt Klingenburg und Zander per Handschlag. „Ich hab‘ damals gegrillt“, sagt er und schließt die Heimkabine auf.

Nils Zander setzt sich sofort auf den Platz, auf dem er auch vor knapp drei Jahren saß – hinten links in der Mitte. Rene Klingenburg, der wegen einer schweren Verletzung an Krücken geht, humpelt hinterher. Beide waren auch vor dem Endspiel in der Kabine Platznachbarn.

Motivationsvideo am Vortag

Nils Zander erinnert sich noch genau: „Am Tag vorher haben wir schon im Stadion trainiert. Anschließend hat uns der Trainer ein Video gezeigt, dass unser Videoanalyst extra für uns zusammengeschnitten hat. Mit den besten Szenen der ganzen Saison. Jeder war so megaheiß auf die Bayern.“

In der Nacht vor dem Endspiel hätten beide „tief und fest“ geschlafen. „Wir wussten, dass wir die Qualität haben, auch die Bayern zu schlagen“, sagt Klingenburg, der schon im Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg traf. Cheftrainer Norbert Elgert habe am Tag des Endspiels auf besondere Maßnahmen verzichtet. Treffen auf Schalke, dann mit dem Mannschaftsbus zum Stadion.

„Als wir ankamen, waren schon unfassbar viele Leute da“, erzählt Zander. Erst nach der Platzbesichtigung habe Elgert den Kader bekanntgegeben, für einige Spieler hieß das, dass sie das große Finale von der Tribüne verfolgen mussten. „Der Trainer wollte, dass sich alle zu hundert Prozent auf das Spiel vorbereiten“, sagt Zander.

Nils Zander: Unser Team war stärker

Als die Mannschaft zur Besprechung in die Kabine gerufen wurde, hing der Bogen mit der Aufstellung an der Wand. Unter den elf Spielernamen waren auch Klingenburg und Zander. „Das war keine Überraschung. Der Trainer hatte in dieser Saison einen festen Stamm, zu dem wir beiden gehörten“, sagt Zander. Auf dem Schalker Aufstellungsbogen standen unter anderem auch die Namen: Kaan Ayhan und Sead Kolasinac. Max Meyer saß zunächst auf der Bank.

Rene Klingenburg erinnert sich, dass Norbert Elgert die eigene Mannschaft permanent starkgeredet hat. „Wir sollten uns nur auf die eigenen Stärken besinnen, über den Gegner hat er am Spieltag eigentlich gar nichts mehr gesagt.“

13 000 Fans im Stimbergstadion

Nach dem Aufwärmen, na klar, seien beide dann schon ein bisschen nervös gewesen. Dass sich der Anpfiff wegen des Zuschauerandrangs verschoben hatte, habe die Sache nicht besser gemacht. „Und dann“, erklärt Nils Zander. „Dann haben wir die Trompete und die Attacke bis in die Kabine gehört. Da wusste jeder: jetzt geht’s los.“ 13 000 Zuschauer waren da, das Stimbergstadion war ausverkauft.

Die erste Halbzeit war von Taktik geprägt, zur Pause stand es 0:0. „Der Trainer hat uns dann nochmal richtig heiß gemacht“, sagt Klingenburg. Als die Schalker auf die Führung drückten, schlug aber Bayern zu – 1:0 durch Alessandro Schöpf nach 59 Minuten. Acht Minuten später war Klingenburg zur Stelle, Philipp Hofmann, der heute für Kaiserslautern stürmt, traf in der 73. Minute zum 2:1. Der Sieg.

An die Siegerehrung, oder an die vielen Ehrenrunden kann sich Rene Klingenburg gar nicht mehr so richtig erinnern. „Als alles vorbei war, war das so, als wenn sich ein Vorhang schließt. Die Show war jetzt vorbei. Ein enormer Druck ist abgefallen.“

Andererseits sollte die Show jetzt erst so richtig beginnen. Nach der kleinen spontanen Party in der Kabine ging es in ein Restaurant nach Buer. „Ich habe mit unserem Physio an der Theke einen Ouzo getrunken, als der Trainer plötzlich um die Ecke kam und vor uns stand. Ich hatte richtig Schiss. Zum Glück hat er nicht geschimpft“, sagt Nils Zander und lacht.

Und dann habe Norbert Elgert auch noch eine besondere Überraschung für seine Meistermannschaft gehabt. „Wir wussten gar nicht, dass der Trainer auch musikalisches Talent hat“, sagt Rene Klingenburg. Mehr wollen beide nicht verraten. Der Rest bleibt intern. Nils Zander sagt nur so viel: „Es war auf jeden Fall meisterlich.“