Kirchhoffs Uhr auf Schalke läuft ab

Gelsenkirchen..  Aus einer Saison, in der nicht nur das Ziel Champions League weit verfehlt, sondern auch ein Graben zwischen Verein und Fans aufgerissen wurde, wird sich nicht am letzten Spieltag eine anständige machen lassen – selbst wenn der FC Schalke 04 am Samstag beim stark abstiegsbedrohten Hamburger SV klar gewinnen sollte. Aber die Wunden könnten wenigstens gesalbt werden, deshalb wird sich die zuletzt oft kraftlos, ideenlos und zum Teil sogar lustlos wirkende Mannschaft zusammenreißen müssen. „Noch ist die Saison nicht zu Ende“, betont daher auch Manager Horst Heldt. „Die Aufarbeitung wird anschließend stattfinden.“

Er selbst hat allerdings längst mit Aufräumarbeiten begonnen. Heldt weiß, dass das von ihm zusammengestellte Aufgebot zu viele Wünsche übrig ließ, er betont erneut: „Das ist meine Verantwortung, da will ich mich nicht rausziehen.“ Erste Gespräche mit Spielern über deren Zukunft haben stattgefunden, nach Chinedu Obasi weiß nun auch Jan Kirchhoff, dass seine Uhr auf Schalke mit dem Ende der Saison abläuft. Der Abwehr- und Mittelfeldspieler war vom FC Bayern ausgeliehen, zu dem er zunächst formal zurückkehren muss. Ob der verletzungsanfällige Profi im Star-Ensemble der Münchener eine Zukunft haben kann, erscheint allerdings höchst fraglich.

Auch für Christian Wetklo, der noch nicht einmal aufgestellt wurde, als die Torhüter Ralf Fährmann und Fabian Giefer wochenlang verletzt ausfielen, endet die Zeit bei seinem Herzensklub. Die angedachte Möglichkeit, ihm wegen seiner ausgeprägten Loyalität zum Abschied noch etwas Einsatzzeit zu gewähren, besteht nicht mehr: Erstens, weil für Schalke in Hamburg noch die direkte Qualifikation für die Europa-League-Gruppenphase auf dem Spiel steht, und zweitens, weil sich Wetklo in dieser Woche auch noch an der Schulter verletzt hat.

Wie es mit Christian Fuchs und Tranquillo Barnetta weitergeht, deren Verträge ebenfalls auslaufen, will Heldt erst nach der Saison mitteilen.