„Immer mein Herzensverein“

Der Erler SV 08 hat den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft.
Der Erler SV 08 hat den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft.
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Erle..  Als Trainer Rüdiger Kürschners im Sommer 1990 den damaligen Fußball-Landesligisten Erler SV 08 verließ, um bei der eine Klasse höher spielenden STV Horst-Emscher anzuheuern, hinterließ er am Forsthaus nicht nur Freunde. Einige eingefleischte Grün-Weiße nahmen ihm den Wechsel in den Stadtwesten lange Zeit sehr übel. Im November 2012 kehrte Rüdiger Kürschners dann nach einigen weiteren Stationen nach Erle zurück. Eine Rückkehr, die viele überraschte. Der ESV 08 war inzwischen ins Mittelmaß der Kreisliga A abgestürzt. Und Rüdiger Kürschners war längst ein gestandener, überkreislich sehr bekannter Trainer mit feinen Adressen auf seiner Visitenkarte und in seinem Lebenslauf.

Nach dem 2:1-Sieg am Sonntag gegen Westfalia 04, mit dem die Erler den Aufstieg in die Bezirksliga vollzogen, verriet Rüdiger Kürschners, warum es ihn vor zweieinhalb Jahren zurück zur Cranger Straße zog: „Der Erler SV 08 war immer mein Herzensverein. Ich wollte diesem Verein etwas zurückgeben, ich wollte noch einmal etwas bewegen mit diesem Verein und meine Kritiker, die mir den Wechsel nach Horst vor einem Vierteljahrhundert lange nicht verziehen haben, versöhnen.“

Das ist ihm eindrucksvoll gelungen. Im November 2012 fand er nach seiner Rückkehr am Forsthaus als Nachfolger von Maik Rogalski und Frank Kurschatke eine recht leblose Truppe vor, die Gefahr lief, hinter der Spvgg Erle 19 und Eintracht Erle zur Nummer drei im Stadtteil zu verkümmern. Wie tief die Erler gesunken waren, macht ein Blick auf den ersten Gegner unter der Regie von Rüdiger Kürschners deutlich: SV Hessler 06 II, eine Mannschaft, die jetzt nur noch in der Kreisliga C spielt.

Ungeschlagen zur Meisterschaft

Die erste Saison in der Kreisliga A schloss Rüdiger Kürschners mit Rang elf ab. Im folgenden Jahr hätte es beinahe schon zum Meistertitel gereicht, aber letztlich musste man doch dem Nachbarn Spvgg Erle 19 den Vortritt lassen und sich mit dem Vizemeistertitel begnügen. Aber danach hielt keiner mehr den ESV 08 auf. Er stand bereits fünf Spieltage vor Schluss als Meister fest, überstand die gesamte Meisterschaftsrunde ungeschlagen mit 26 Siegen und vier Unentschieden und behielt auch im Aufstiegsspiel gegen Westfalia 04 die Nerven.

Künftig darf sich der ESV somit wieder mit Klubs außerhalb des Fußballkreises Gelsenkirchen messen. Das tat er zuletzt in der Saison 2008/09, allerdings nur für ein halbes Jahr. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten mussten die Erler ihre sportlich ohnehin überforderte Mannschaft vom Spielbetrieb zurückziehen und die Bezirksliga verlassen.

Eine sportliche Überforderung ist in der kommenden Spielzeit nicht zu erwarten.

Egal, ob die Erler der Staffel 10 oder wunschgemäß der Staffel 11 und damit wohl der SSV Buer zugeordnet werden: Sie dürften auch überkreislich eine ordentliche Rolle spielen, sie haben eine junge und entwicklungsfähige Mannschaft. Von den Spielern, die gegen Westfalia 04 auf dem Platz standen, ist keiner älter als 27 Jahre alt, die meisten sind nur unwesentlich älter als 20.

Als einziger Leistungsträger wird Torjäger Marco Fobo den Verein verlassen. Er will in der Kreisliga A bleiben und wechselt zur Spvgg Erle 19. Spielführer Marvin Pachan, der einstige Junioren-Nationalspieler des FC Schalke 04, bleibt hingegen am Forsthaus. „Die Mannschaft hat in den vergangenen zwei Jahren super gearbeitet“, sagt er. „Jetzt wollen wir die Früchte unserer Arbeit im überkreislichen Fußball genießen.“