Im Stile eines Spitzenreiters
21.09.2010 | 22:24 Uhr 2010-09-21T22:24:00+0200
Wuppertal.Wuppertaler SV -
FC Schalke 04 II
2:4 (2:2)
Wer Königsblau dieser Tage jubeln sehen will, der sollte die Zweitvertretung besuchen. Mit einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit gewann der Regionalligist mit 4:2 beim Wuppertaler SV und grüßt weiter von der Tabellenspitze die verblüffte Konkurrenz.
Trainer Michael Boris wählte angesichts der Erwartung, dass der WSV auf Sieg spielen musste, die mutige Variante: Mit Marco Quotschalla, Bogdan Müller und Marvin Pourie sollte in der Spitze bei den Kontern die Post abgehen. Nach vier Minuten war das Konzept überworfen: Danny Latza spielte einen Katastrophen-Rückpass genau in den Lauf von Michael Holt, der lief gemütlich auf Torhüter Lars Unnerstall zu und versenkte per Beinschuss: 1:0.
Nun durften die Schalker gleich wieder gegen eine massierte Deckung anlaufen, was sie den ersten Saison-Eindrücken nach nicht gerade lieben. Das Spiel plätscherte dahin, mit Stockfehlern in der Ballabnahme auf beiden Seiten. Erst zum Ende der ersten Halbzeit nahm die Partie wieder Fahrt auf – bedingt durch schwache Abwehrleistungen. Endlich setzte sich Philipp Kraska mal auf dem rechten Flügel durch, und bei seiner Hereingabe erwischte Marvin Pourie Torhüter Samulewicz auf dem falschen Bein: 1:1 nach 36 Minuten.
Trainer Boris mahnte für die restlichen Minuten zur Ruhe, das hatte Frank Fahrenhorst offensichtlich falsch verstanden. Seine lasche Kopfball-Ablage zu Nebenmann Gerrit Hermsen fand die Füße von Jerome Assauer – weder verwandt noch verschwägert mit dem Schalker Original – , der mühelos zur erneuten WSV-Führung vollstreckte. Die wiederum nur eine Minute währte. Einen harmlosen Flankenball von Pourie ließ der Wuppertaler Keeper abklatschen und Robert Stark traf ins leere Tor: 2:2. Eine Partie mit Unterhaltungswert, wenn man Fehler mag.
Nach dem Wechsel nahm der Tabellenführer das Geschehen endlich in die Hand. Der verbesserte Manuel Glowacz prüfte bei einem Freistoß Torhüter Samulewicz ernsthaft (56.), auch mit der Hereinnahme von Zlatko Muhovic für Bogdan Müller kam deutlich mehr Schwung in den Angriff. Nach 80 Minuten die Quittung: Muhovic passte herrlich in den Lauf von Pourie, der den Torhüter umspielte und locker einschob. Und Albert Streit machte in der Schlussminute den Deckel drauf: 2:4.
„In der Pause haben wir uns vorgenommen, mehr nach vorne zu spielen. Dass wir mit Danny Latza und Albert Streit das überragende Mittelfeld hatten, hat letztlich den Ausschlag gegeben“, so ein zufriedener Trainer Boris, der auch erfreut registrierte, wie Einwechselspieler Zlatko Muhovic das Spiel belebte. „Wir haben einen Kader, der brennt“, schmunzelte Boris.
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