Im Eiltempo zur Meisterschaft

Erle..  In der 78. Minute des Spiels zwischen Erle 08 und dem SC Hassel II war es soweit. Die Flanke von Erles Tuncay Keskinkilic fand Perry Pfeng, der zum 8:0 einköpfte. Dieses Tor war der Startschuss zur Meisterfeier des Erler SV 08. Die Ersatzspieler zogen die vorgefertigten Meisterschafts-Shirts an und begannen bereits zu feiern. Denn durch diesen Sieg, der am Ende mit 10:0 sogar noch höher ausfiel, steht fest, dass Erle 08 nun auch rechnerisch nicht mehr vom ersten Platz zu verdrängen ist.

Erle war von Anfang an anzusehen, dass sie sich an diesem Tag die Meisterschaft sichern wollten. Die Heimmannschaft spielte druckvoll nach vorne, während die langen Bälle des SC Hassel nicht für Gefahr sorgten. Erle hatte schon früh Chancen zur Führung, doch Marvin Bonnkamp, Chris Hegemann und Marco Fobo brachten den Ball nicht im Tor unter. Eine halbe Stunde hielten die Hasseler noch das 0:0, doch dann war Marco Fobo auf einmal frei durch und wurde von Gästetorwart Yasin Muslubas gefoult. Der Keeper sah dafür die Rote Karte, den fälligen Elfmeter verwandelte Chris Hegemann gegen den als Torwart eingesprungenen Riad Nailovic sicher (32.). Die nun vorhandene Überzahl spielten die Erler clever aus, die Gastgeber machten noch mehr Druck und kreierten weitere Chancen. Chris Hegemann erhöhte auf 2:0 (42.), Marco Fobo verwandelte den zweiten Elfmeter des Spiels (43.) zur verdienten 3:0-Pausenführung.

Nach dem Seitenwechsel machten die Gastgeber dort weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Erle kontrollierte das Spiel, Francesco Schmidt (48.), Tuncay Keskinkilic (51.) und erneut Marco Fobo (56.) erhöhten innerhalb von nur zehn Minuten auf 6:0 und machten alles klar. Trotz der klaren Führung ließ Erle nicht nach und drängte auf weitere Tore. Nachdem Hassels Adrian Casado Fernandez die Ampelkarte gesehen hatte und sein Team in doppelter Unterzahl weiterspielen musste, erhöhten Marco Fobo (75.), Daniel Broll (82.) und zweimal Perry Pfeng (78./88.) auf 10:0.

Doch schon nach dem 8:0 fingen die Ersatzspieler mit der Party an. Ein Korken flog auf den Platz, der ausgewechselte Marco Fobo posierte bereits für Fotos. Mit dem Abpfiff kam dann auch der offizielle Startschuss zu den Feierlichkeiten. Die schon vorher kaum noch aufzuhaltenden Ersatzspieler stürmten auf den Platz, die grünen Meisterschafts-Shirts vermischten sich zu einer Jubeltraube. Die Spieler feierten ihren Erfolg ausgiebig, „der ESV ist wieder da“ hallte es über den Rasenplatz am Forsthaus. Trainer Rüdiger Kürschners versicherte trotz der ausgelassenen Stimmung: „Wir werden jetzt auf keinen Fall den Druck rausnehmen“. Marco Fobo war gleicher Meinung: „Wir haben noch fünf Spiele bis zur Relegation, die wollen wir auch alle gewinnen“. Doch zunächst war Feiern angesagt, was sich der souveräne Meister auch redlich verdient hatte.