Im dreckigen Duell den Kürzeren gezogen
12.02.2012 | 19:13 Uhr 2012-02-12T19:13:00+0100
Erle. Schalker Basketballer unterliegen beinharten Iserlohnern mit 78:87. Standpauke von Trainer Chris Harris nach Foul-Festival.
FC Schalke 04 -
Noma Iserlohn78:87 (37:45)
Viertel: 20:20, 17:25, 15:21, 26:21
FC Schalke: Hülsmann (6/1), Wüllner, Sola Lopez (4), Schneider, McKnight (38/3), Krume, Hogräfer (8/2), Letailleur (14/3), Lehmann (2), Kordyaka (6).
Schalke-Trainer Chris Harris übte sich vor dem Spiel in Verschwiegenheit. Einer seiner Spieler hätte Kreislauf-Probleme, er sage aber nicht, wer. Nun, im Spiel war das Geheimnis nicht zu lüften. Wenn der wieselflinke Iserlohner William Stanley Figures unterm gegnerischen Korb durch die Reihen flitzte, hatte die komplette Schalker Defense ganz schlimmes Ohrensausen. Am Ende stand ein 87:78 (45:32)-Erfolg der Iserlohner, aber es waren nicht nur die gelungenen Dribblings der Gäste, die in Erinnerung blieben. Es war ein schmutziger Sieg, ein schwer erarbeiteter, mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln.
Der Körpereinsatz in der Iserlohner Defense wurde dermaßen übertrieben, dass man sich zeitweise beim Handball wähnte. Damit so etwas gelingt, bedarf es natürlich auch des entsprechenden Referees. Und da hatten die Gäste mit Umpire Daniel Bedu den richtigen Mann an der Pfeife. Wenn jemand behaupten würde, der Mann wäre ein Quereinsteiger aus dem Rugby, man würde es sofort glauben. Bedu erhielt 2009 mal eine Auszeichnung für den „Most Unbelievable Call“, für dieses Jahr kann er das komplette Spiel getrost einreichen.
Ach ja, Basketball gespielt wurde zwischendurch auch. Die Schalker hatten aus leidvoller Erfahrung gewusst, dass die Iserlohner Phasen in ihrem Spiel haben, wo sie einen unwiderstehlichen Lauf hinlegen. Mit einem 12:0-Zwischenspurt zogen sie Ende der ersten Halbzeit auf 45:35 davon, wovon sich die Gastgeber nicht mehr so richtig erholten. Dass Chris Harris Mitte des zweiten Viertels bei einer Auszeit sein Team sehr lautstark zusammenstauchte, hatte aber nichts mit dem Zwischenstand zu tun. Acht Fouls standen da auf der Habenseite, weil sich die Königsblauen gegen die forsche Gangart der Gäste mit eben diesen Mitteln zur Wehr setzen wollten und prompt bestraft wurden. „Das ist nicht die Art und Weise, wie wir mit Härte umgehen“, mahnte Harris. Im dritten Viertel, als sich die Weißen mit spielerischen Mitteln auf 48:48 herankämpften, sah die Miene des Trainers wieder wohlwollender aus.
Die neuerliche Aufholjagd hatte zu viel Kraft gekostet. Abzulesen an Brett McKnight, der zwar alleine für 38 Punkte zuständig war, bei seinen Freiwürfen in der Schlussphase so erschöpft wirkte, dass er mit einem der beiden Versuche meist gerade den Ring traf. Am Ende war es ein Sieg der besseren Teamarbeit. Mit unrühmlichen Nebengeräuschen.
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