Horst 08 rennt gegen eine Wand

Pierre Nowitzki (l.) und der SV Horst 08 hatten am Sonntag nichts zu Lachen. Der 1. FC Kaan-Marienborn setzte sich auf dem Schollbruch mit 3:0 durch.
Pierre Nowitzki (l.) und der SV Horst 08 hatten am Sonntag nichts zu Lachen. Der 1. FC Kaan-Marienborn setzte sich auf dem Schollbruch mit 3:0 durch.
Foto: Heinrich Jung

Horst.. Nach vier Heimsiegen in Folge hat es den SV Horst 08 erwischt. Die Schwarz-Weißen unterlagen am Sonntag dem 1. FC Kaan-Marienborn mit 0:3. Die erste Heimspielniederlage der Rückrunde war verdient, fiel aber deutlich zu hoch aus.

Viel Aufwand, wenig Ertrag: Unter dieser Überschrift stand die erste Halbzeit auf dem Schollbruch. Der SV Horst 08 zeigte sich zwar deutlich engagierter als in den zurückliegenden Wochen, Früchte trug das jedoch nicht. Der Gast aus Siegen schenkte im Mittelfeld keinen Meter ab und ging aus einer defensiven Grundordnung aggressiv in die Zweikämpfe. Horsts Versuche, spielerisch zu Abschlussmöglichkeiten zu kommen, scheiterten oft schon im Ansatz. Und so passierte auf beiden Seiten zunächst wenig. Die erste Chance resultierte aus einer Standardsituation. Kaan-Marienborns Dennis Noll hatte sich bei einem Freistoß in die Offensive geschlichen. Der linke Außenverteidiger erwischte den hoch in den Strafraum geschlagenen Ball, scheiterte aber an den Reflexen von Schlussmann Leon Beer. Im Gegenzug kamen dann auch die Horster zu ihrer ersten Möglichkeit. Ilker Berberoglu schickte Tolga Cengelcik auf die Reise. Der quirlige Linksaußen spielte gleich zwei Gegenspielern Knoten in die Beine und flankte scharf in den Strafraum. Marienborns Torben Schmidt warf sich mutig dazwischen und hatte Glück, dass sein Kopfball knapp über den Kasten rauschte. Pech hatte Horst auch Sekunden vor dem Halbzeitpfiff: Im Anschluss an eine ganze Serie von Eckbällen trudelte eine Flanke quer durch den Horster Strafraum. Aus abseitsverdächtiger Position staubte Dennis Noll zum 1:0 ab.

Mit dem Seitenwechsel forcierte Horst seine Offensivbemühungen spürbar. Tolga Cengelcik kam nach 48 Minuten zu einer Doppelchance. Beim ersten Versuch legte er sich den Ball zu weit vor, beim zweiten wartete er zu lange mit dem Torabschluss. Auch Jörg Krempicki reagierte. Horsts Trainer nahm Naim Ayeti und Tarik Tosun aus dem Spiel. Tosun hatte vor allem in der ersten Halbzeit einige gute Szenen. Der Youngster machte ein gutes Spiel, musste aber seinen Platz für den routinierten Robin Hermans räumen. Für Ayeti kam Serkan Köse in die Partie.

Die nächste Chance zum Ausgleich hatte Ilker Berberoglu in der 70. Minute. Sein Schuss verfehlte das Tor nur knapp. In der Offensive fehlte im das Glück, in der Defensive hatte er Sekunden später Pech: Da fälschte er nämlich den Torschuss des kurz zuvor eingewechselten Jareed Jörgens unhaltbar zum 0:2 ab (71.). Was den SV Horst 08 in der Folge auszeichnete, war der Wille, das Spiel noch zu drehen. Doch die Siegener machten keine Angebote. Die Defensive stand sicher, der Angriff lauerte hellwach auf Kontermöglichkeiten. In dieser Phase drohte sich das Spiel für den Gastgeber zum Debakel zu entwickeln. Michael May schloss in der 87. Minute einen Angriff völlig freistehend zum 3:0 ab, nur eine Minute später scheiterte sein Mitspieler Tobias Wurm nur an der Querlatte.

„Das Ergebnis hört sich glasklar an, doch das entspricht nicht wirklich dem Kräfteverhältnis“, stellte im Anschluss Jörg Krempicki fest. Horsts Trainer räumte zwar eine verdiente Niederlage ein, sah den Unterschied an diesem Nachmittag aber nicht im spielerischen Potenzial: „Heute hat sich das richtige System durchgesetzt. Wir haben gegen die Defensive des Gegners kein Mittel gefunden.“