Hat Schalke noch das richtige Saisonziel?

Eine entscheidende Frage dominiert die Berichterstattung rund um das Spiel in Augsburg: Kann der FC Schalke 04 noch Tabellenplatz vier, der zur Teilnehme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt, erkämpfen? Vereinsführung, Trainer und Manager halten unbeirrt am Saisonziel fest: „Wir haben die Pflicht, Spiele zu gewinnen.”

Analysen neutraler Beobachter sind eindeutig. Die „Neue Zürcher Zeitung“ titelt: „Schalke 04 kann das erklärte Saisonziel Champions League fast schon abschreiben.“ Bei der „Bild Zeitung“ wird in gewohnt plastischer aber eindeutiger Sprache bilanziert, dass Königsblau sich die „Champions League abschminken“ kann.

Der „Kicker“ liest der Vereinsführung die Leviten: das Saisonziel ist verfehlt denn für das „Verpassen der Champions League gebe es fast schon Planungssicherheit“. Eine Umorientierung sei das Gebot der Stunde, denn für das Rennen um die Europa-League-Plätze sind die Königsblauen auf einer Pole Position, wenngleich die Qualifikation kein „Selbstläufer“ wird.

Für eine abschließende Analyse ist es noch zu früh, aber es deutet sich an, dass der Trainerwechsel nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat. „Das Spiel der Schalker wirkt in vielen Phasen antiquiert, sie verfügen weder über ein schnelles Umschaltspiel, noch über einen geplanten und gezielten Spielaufbau aus der Abwehr.“ (WDR)

Der unter Trainer Di Matteo eingeleitete Paradigmenwechsel in der Spielanlage scheint die Stürmer nachhaltig zu irritieren. Unter dem Italiener liegt der Fokus in der Verteidigung. Kaum Angriffsfußball also. Die Spieler vergessen regelmäßig das Erzielen von Treffern oder kommen gar nicht erst in die Nähe von Tormöglichkeiten. (WDR)

Die „Bild Zeitung“ nimmt die Vereinsführung in die Pflicht, denn die „Verletzungsseuche“ sei durch suboptimale Betreuung zum Teil hausgemacht und die von Manager Horst Heldt verantwortete Transferpolitik lässt zu wünschen übrig.

In den letzten Jahren ist es noch keinem Trainer gelungen, die Stärken dieser Mannschaft so herauszuarbeiten, dass sie konstant auf hohem Niveau spielt und in Abhängigkeit vom Gegner, flexibel zwischen verteidigungs- oder angriffsorientiertem Spielansatz wechseln kann.